Nord/LB-Analyse der Top 100: Corona setzt Unternehmen zu

Stand: 13.12.2021 15:19 Uhr

Die 100 größten Unternehmen in Niedersachsen haben die Pandemie unterschiedlich hart zu spüren bekommen. Laut Nord/LB-Analyse ging ihr Umsatz 2020 um elf Prozent auf rund 401 Milliarden Euro zurück.

Die Mitarbeiterzahl ging im selben Zeitraum um rund zwei Prozent auf etwa 1,32 Millionen Beschäftigte zurück. "Das ist angesichts des wirklich dramatischen Einbruchs der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im Jahr 2020 schon fast ein moderater Rückgang", sagte Nord/LB-Chefvolkswirt Christian Lips, am Montag bei der Vorstellung des jährlichen Unternehmensrankings. Neben anderen Instrumenten habe sich etwa die Kurzarbeit bewährt.

VW, Conti und TUI liegen weiter an der Spitze

Angeführt wird das Umsatzranking wie in den Vorjahren mit deutlichem Vorsprung vom Autobauer Volkswagen. Mit knapp 223 Milliarden Euro erwirtschaftete allein der Wolfsburger Konzern mehr als die Hälfte des Umsatzes der Top 100, obwohl auch VW ein Minus von zwölf Prozent verkraften musste. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der hannoversche Autozulieferer Continental (knapp 38 Milliarden Euro) und der ebenfalls in der Landeshauptstadt sitzende Reisekonzern TUI (knapp 8 Milliarden. Euro), der allerdings bei der Wertschöpfung 2020 nicht einmal mehr unter den Top 50 rangierte.

Rossmann und Hagebau steigern Umsätze

Zuwächse konnten der Nord/LB zufolge insbesondere Handelsunternehmen verbuchen. Bei der Drogeriekette Rossmann aus Großburgwedel (Region Hannover) stieg der Umsatz 2020 um sechs Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Die Hagebau-Märkte aus Soltau (Heidekreis) legten um acht Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu.

Vierte Welle bereitet Unternehmen Sorge

Mit Blick auf die weitere Entwicklung erklärte Chefvolkswirt Lips, die Geschäftsaussichten seien angesichts der vierten Corona-Welle aktuell so skeptisch wie seit Anfang 2021 nicht mehr. Im Jahresverlauf habe es unterdessen allerdings einen kräftigen Aufholprozess gegeben. Nach Angaben der Nord/LB legte das Bruttoinlandsprodukt in Niedersachsen im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent zu und damit stärker als auf Bundesebene. Im dritten Quartal habe sich die Dynamik abgeschwächt, dennoch sei für das Gesamtjahr mit einem Wachstum von mehr als drei Prozent zu rechnen. Allerdings beeinträchtigten Lieferengpässe die Entwicklung. Besonders betroffen seien Automobil- und Bekleidungsindustrie.

Weitere Informationen
Eine Nahaufnahme des Volkswagen Emblems auf der Front eines Pkw. © picture alliance/dpa/Ole Spata Foto: Ole Spata

Volkswagen-Bilanz: Milliarden-Gewinn trotz Corona-Krise

Nach Steuern sind das rund 8,8 Milliarden Euro. Weltweit verkaufte VW allerdings 16 Prozent weniger Fahrzeuge. (16.03.2021) mehr

Das Logo der Continental AG ist an einem Bauzaun an der Baustelle für die neue Continental-Firmenzentrale zu sehen. © dpa Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Zulieferer Conti macht fast eine Milliarde Euro Verlust

Der Autozulieferer verringerte zudem seinen Umsatz um rund 15 Prozent. Eine Dividende soll es nicht geben. (09.03.2021) mehr

Das Bild zeigt das Tui-Logo auf dem Gelände des Firmensitzes in Hannover. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

TUI-Hauptversammlung: Corona-Krise beutelt Reisekonzern

Das Unternehmen verzeichnete nach eigenen Angaben ein Kundenminus von 90 Prozent in den ersten zwölf Pandemie-Monaten. (25.03.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.12.2021 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Auf einem Federmäppchen liegt eine OP-Maske, darüber hält eine Hand einen Corona-Schnelltest. © picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer Foto: Michael Bihlmayer

Kita und Schule: Niedersachsen verschärft Corona-Testregeln

Die Testpflicht für Kita-Kinder soll ab Mitte Februar kommen. In Schulen sind bald nur noch Geboosterte davon befreit. mehr