Niedersachsen stockt auf: Mehr Impfstationen und Impfpraxen

Stand: 16.11.2021 15:00 Uhr

Mit Blick auf die sich zuspitzende Corona-Lage haben niedersächsische Landesregierung, Ärzte und Kommunen ein neues Konzept erarbeitet. Der Plan: mehr mobile Teams, Impfstationen und Schwerpunktpraxen.

"Unser Fokus sind jetzt die Auffrischungsimpfungen", sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) während der Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs am Dienstag. Die mobilen Impfteams seien inzwischen in allen Landkreisen aktiv und sehr gefragt. Die Landesregierung habe zusammen mit den Kommunen beschlossen, stationäre Impfstellen einzurichten. Gute Beispiele dafür gebe es in Osnabrück, Braunschweig, Hannover und Lüneburg. Zudem soll die Zahl der aktuell 134 mobilen Impfteams verdoppelt werden. Ziel sei es, ein Team pro 40.000 Menschen anzubieten. Aktuell gebe es eines auf 70.000 Bewohnerinnen und Bewohner.

Schwerpunkt-Praxen weiterer Baustein

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Anke Pörksen, Peter Mlodoch, Daniela Behrens (SPD) und Mark Barjenbruch sitzen bei der Landespressekonferenz zusammen. © NDR
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16. November 2021: Die Pressekonferenz in voller Länge

Auf der Landespressekonferenz informiert Gesundheitsministerin Behrens (SPD) unter anderem über das neue Impfkonzept. 65 Min

Darüber hinaus sollen landesweit rund 180 Schwerpunkt-Praxen mit zusätzlichen Impfsprechstunden eingerichtet werden. Land und Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) haben eine entsprechende Förderung vereinbart. "Wir brauchen alle Ideen und alle Wege, die niedersächsische Bevölkerung zu impfen", sagte KVN-Vorsitzender Mark Barjenbruch in der Pressekonferenz. Bereits in den ersten Stunden nach Ausschreibungsbeginn hätten sich rund 280 Praxen beworben. Ziel sei es, das Angebot über das ganze Land zu verteilen. Am Freitag sollen die ersten laut Barjenbruch den Zuschlag erhalten und Impfstoff bestellen können. Dann könnten sie ab dem 29. November loslegen, so der KVN-Chef.

Behrens bittet Ärzte um Kulanz bei Booster-Impfungen

Bei der Frage, wer eine Booster-Impfung erhalten soll, gehen die Ansichten von Land und KVN derweil auseinander. Die Ärzte richten sich weitgehend nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), zunächst über 70-Jährige und schwer Vorerkrankte mit einer dritten Dosis zu versorgen. Ministerin Behrens bat allerdings darum, auch über 60-Jährige nicht wegzuschicken und ihnen bereits eine weitere Impfung zu ermöglichen. In Niedersachsen haben seit Mitte Oktober rund 360.000 Menschen eine Booster-Impfung erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.11.2021 | 16:00 Uhr

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