Stand: 19.08.2020 16:00 Uhr

NDR Sommerinterview: Althusmann fürchtet Pleiten

Bernd Althusmann (CDU) sitzt beim Sommerinterview am Maschsee. © NDR
CDU-Wirtschaftsminister Althusmann äußert sich im NDR Sommerinterview zu den wirtschaftlichen Folgen von Corona.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) erwartet durch die Corona-Pandemie ein acht bis zehn Prozent geringeres Wirtschaftswachstum in Niedersachsen. Das sagte er im NDR Sommerinterview. Er rechne zudem mit bis zu 5.000 Insolvenzen im Land. "Wir werden wahrscheinlich nicht jedes Unternehmen retten können. Wir haben große Probleme im Bereich der Gastronomie, im Bereich der Schausteller, des Messewesens, da, wo nahezu die Umsätze bei null waren", sagte der stellvertretende Ministerpräsident. Erste Silberstreifen gebe es aber in einigen Bereichen der Automobilindustrie und auch beim Bau von Kreuzfahrtschiffen.

VIDEO: Bernd Althusmann (CDU) im NDR Sommerinterview (22 Min)

Urlauber sollen nicht in Hochrisikogebiete reisen

Urlaubern sagte Althusmann ganz klar: "Ich finde, die Botschaft muss jetzt eigentlich lauten, bitte meidet doch in diesem Jahr die Hochrisikogebiete und bringt uns in Deutschland nicht noch in eine stärkere Gefahr." Althusmann hält es auch für falsch, dass mögliche Folgekosten von Reisen in Risikogebiete von der Allgemeinheit getragen werden sollen. Wer sich nach den Sommerferien und der inzwischen ausführlichen Berichterstattung über Hochrisikogebiete bewusst dorthin begebe, "der kann nicht automatisch erwarten, dass die Gesellschaft sagt, wir bezahlen alles über die Steuern und das ist für euch kostenlos", sagte der Minister weiter.

Land muss bei neuer Corona-Welle schnell reagieren können

Althusmann, der zugleich der niedersächsischen CDU vorsitzt, forderte Bund und Länder auf, sich auf eine neue Corona-Welle vorzubereiten. Mit Beginn des neuen Schuljahres müsse das Land auch schnell reagieren können. Deswegen müssten die Gesundheitsämter gestärkt werden: "Die personellen Kapazitäten werden nicht ausreichen, wenn das Infektionsgeschehen wieder ansteigt", sagte der CDU-Politiker.

Kritik an Ministerpräsident Weil

Die Redakteure Martina Thorausch und Dirk Banse posieren für ein Foto am Maschsee in Hannover.
Martina Thorausch und Dirk Banse stellten Wirtschaftsminister Bernd Althusmann ihre Fragen.

Kritisch bewertete Althusmann die Aussage von SPD-Ministerpräsident Stephan Weil, bei der kommenden Landtagswahl auf ein Bündnis mit den Grünen zu setzen. Er glaube, dass es derzeit wichtigere Dinge im Land gebe als Koalitionsoptionen. "Wer zwei Jahre vor der nächsten Wahl über neue Bündnisse nachdenkt, ist nicht auf dem richtigen Pfad unterwegs." Althusmann bekräftigte im Sommerinterview mit dem NDR, dass er 2022 wieder als Spitzenkandidat für die CDU antreten wolle.

Das Interview mit Althusmann führten Martina Thorausch, Leiterin Landespolitik Fernsehen, und Dirk Banse, Leiter Landespolitik Radio.

Zu hören und zu sehen sind die NDR Sommerinterviews jeweils mittwochs

  • ab 16 Uhr in der Sendung Funkbilder - der Tag bei NDR 1 Niedersachsen
  • ab 16 Uhr online bei NDR.de/Niedersachsen in voller Länge
  • ab 19.30 Uhr bei Hallo Niedersachsen im NDR Fernsehen

Birkner und Weil machten Anfang

Den Anfang bei den NDR Sommerinterviews hatte FDP-Landes- und Fraktionschef Stefan Birkner gemacht. Er übte Kritik an der Arbeit der Landesregierung und forderte, den Landtag mehr in die Corona-Politik einzubeziehen. Zudem halten er und seine Partei die Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie für undurchsichtig. Im zweiten Interview der Serie stand Ministerpräsident Weil dem NDR in Niedersachsen Rede und Antwort. Er zog eine positive Bilanz nach sechs Monaten Corona-Politik: Man habe dazugelernt, sagte er und kündigte unter anderem an, die Verordnung zu vereinfachen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder - der Tag | 19.08.2020 | 16:00 Uhr

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