Kein Schutzkonzept: Landeselternrat kritisiert Schulöffnung

Stand: 22.05.2021 09:38 Uhr

Der Landeselternrat begrüßt die Pläne der Landesregierung, bei einer Inzidenz unter 50 wieder alle Schülerinnen und Schüler in die Schulen zurück zu holen. Doch es gibt auch viel Kritik.

Laut Landeselternrat reichen die aktuellen Schutzkonzepte für einen Präsenzunterricht in voller Klassenstärke nicht aus. "Wir dürfen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen", mahnt der Landeseltenrat. "Aus unserer Sicht dürfen Schulen ohne krisensichere Klassenzimmer nicht vollumfänglich öffnen." Den Erziehungsberechtigten bereitet demnach Sorge, dass Klassenräume und Schulbusse wieder mit der gesamten Schülerzahl belegt werden, "ohne notwendige Anpassungen des Infektionsschutzes zu beachten". Für die kommenden Zeit fordert der Landeselternrat zum Beispiel Luftfilteranlagen.

Impfungen für Schüler ungeklärt

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler seien noch nicht geimpft und die Impfaussichten seien noch ungeklärt, weil die Zulassung fehle, heißt es weiter. "Die geplante Eile zur priorisierten Impfung von Kindern und Jugendlichen ohne ausreichend wissenschaftlich belegte Langzeitfolgen lässt den Rückschluss zu, dass man die Investition für ein ergänzende wirksames Infektionsschutzkonzept sparen will".

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Selbsttests reichen nicht aus

Auch stellt der Landeselternrat die Teststrategie für die Schulen infrage: Die Selbsttestungen seien "eher unzureichend" im Vergleich zu den offiziell bestätigten Testungen in den Testzentren, "die sogar zusätzliche Freiheiten im weiteren Tagesverlauf ermöglichen". Der Landeselternrat beklagt, dass noch immer keine Erleichterungen im Unterricht für die Schülerinnen und Schüler erkennbar seien. "Möglich wären Trennwände statt Masken, keine Masken auf dem Pausenhof", so das Gremium. "Dies könnten kleine Schritte in eine spürbare Normalität sein."

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Digitalisierung vorantreiben

Laut Landeselternrat haben Corona-Pandemie und Homeschooling aber dazu geführt, dass die Schulen in Niedersachsen große Fortschritte beim digitalen Lernen gemacht haben. Schulleitungen, Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte hätten das schnell umgesetzt, sagte die Vorstandsvorsitzende Cindy-Patricia Heine. "Zumindest dort, wo die digitalen Infrastrukturen es möglich machen." Auch nach der Pandemie sollten digitale Lernplattformen zur Kommunikation genutzt werden. "Da müssen alle Entscheidungsträger massiv investieren und vorantreiben, damit das im Flächenland Niedersachsen auch zuverlässig flächendeckend gelingt", fordert Heine. Verzögerungen beim Breitband-Ausbau dürfe es nicht geben.

Fazit: Kleinere Klassen, mehr Sport

Als Fazit aus der Zeit der Pandemie fordert der Landeselternrat kleinere Klassen. "Ein effektiveres und intensiveres Lernen hat manchen Lernrückstand kleiner werden lassen", sagte Heine. Auch eine dritte Sportstunde sei nötig. "Der Bewegungsmangel hat sich durch Corona noch weiter verschärft."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.05.2021 | 12:00 Uhr

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