Stand: 25.09.2020 16:12 Uhr

"Fridays for Future" ist wieder auf der Straße

Demonstranten von Fridays for Future tragen eine Eisbären-Figur. © dpa Bildfunk Foto: Peter Steffen
"Fridays for Future" hatte zu zahlreichen Aktionen in vielen Orten aufgerufen, darunter in Hannover.

Tausende Menschen sind am Freitag auch in Niedersachsen für das Klima auf die Straße gegangen: Die Bewegung "Fridays for Future" hatte den ersten globalen Klimastreik seit Beginn der Corona-Pandemie ausgerufen. Die größte Protestveranstaltung war für Hannover angekündigt - es kamen allerdings deutlich weniger Menschen als erwartet. Mit rund 20.000 Demonstrierenden war gerechnet worden, laut Polizei versammelten sich etwa 3.000. An insgesamt acht Stellen legten sie den Cityring in der Innenstadt lahm, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Auf Bühnen traten Redner und Musikgruppen auf. Mit der Blockade wollten die jungen Aktivisten Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) an sein Wahlkampfversprechen erinnern, Hannovers Innenstadt bis 2022 autofrei zu machen, so die Organisatoren. "Wir streiken im Zeichen der Verkehrs- und Mobilitätswende", sagte Zora Altensinger, örtliche Sprecherin von "Fridays for Future".

VIDEO: "Fridays for Future"-Aktivisten sind zurück (2 Min)

Demos, Menschenketten, Fahrrad-Streiks

"Fridays for Future" hatte für heute Aktionen in mehr als 60 Orten in Niedersachsen und Bremen angekündigt. Die Vorgaben der Veranstalter wurden laut Polizei überall eingehalten. In Bremen kamen nach Polizeiangaben rund 2.700 Menschen zusammen. In Göttingen waren es demnach etwa 2.500, in Osnabrück rund 800. Weitere Demonstrationen gab es unter anderem in Oldenburg und Braunschweig sowie auch in kleineren Städten wie Visselhövede im Landkreis Rotenburg, Sulingen (Landkreis Diepholz) und Stadthagen (Landkreis Schaumburg). Neben Demonstrationen waren Menschenketten, Fahrrad-Streiks und Kunstaktionen geplant. Im März hatte die Bewegung ihre Proteste wegen der Corona-Pandemie ins Netz verlegt.

Unterstützung von Landesbischof Meister

Ein prominenter Redner sprach den Klimaschützern auf der Kundgebung in Hannover Mut zu: Hannovers Landesbischof Ralf Meister. "Ihr seid die Hoffnungszeichen für eine Welt, die euch so dringend braucht", sagte der evangelische Theologe. Die Bewegung müsse sich gegenüber Leugnern und Verschwörungsideologen behaupten: "Ihr müsst weiter Menschen im Weg stehen, damit die Ignoranten nicht drumherum kommen, zu erkennen, was ihr erkannt habt." Schon im vergangenen Jahr hatte der Bischof den Klimastreik begleitet. Zwei Sprecherinnen der Bewegung waren zudem bei der Synode der evangelischen Landeskirche zu Gast.

Forderungen von "Fridays for Future"

Die Klimaaktivisten von "Fridays for Future" treten für die Einhaltung der Ziele des Pariser Klima-Abkommens und des 1,5-Grad-Celsius-Ziels ein. Konkret fordern sie auf ihrer Website:

Die "Nettonull" von Treibhausgasen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Land nicht mehr CO2 produzieren soll, als Natur oder Speichersysteme kompensieren können. Um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten, sei es entscheidend, Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren, schreiben die Klimaaktivisten. Deshalb müssten folgende Maßnahmen sofort ergriffen werden:

  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • Ein Viertel der Kohlekraft abschalten
  • Eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgas-Emissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen solle den Kosten entsprechen, die dadurch zukünftigen Generationen entstehen. Das seien rund 180 Euro pro Tonne CO2.

"Klimapolitische Ignoranz" Antrieb für Straßen-Demos

Die Entscheidung für einen Protest während der Corona-Pandemie sei nicht leicht gefallen, sagte die Aktivistin Luisa Neubauer im Vorfeld. Aber: "Angesichts anhaltender klimapolitischer Ignoranz wollen und müssen wir offensichtlich wieder auf die Straßen gehen."

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 25.09.2020 | 19:30 Uhr

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