Stand: 03.08.2020 17:25 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Daten im Restaurant: Mehr als 90 Beschwerden

Auf einem Tisch in einem Restaurant ist eine kleine Tafel, die auf Hygiene- und Abstandsregeln hinweist. © dpa - Bildfunk Foto: Martin Schutt
Abstand halten reicht nicht, Restaurant-Gäste müssen auch Kontaktdaten hinterlassen. Das sorgt teilweise für Ärger. (Archivbild)

Ohne Daten kein Restaurantbesuch: Damit Behörden mögliche Corona-Infektionsketten nachvollziehen können, müssen auch in Niedersachsen Restaurant- und Café-Gäste ihre Kontaktdaten hinterlassen. Dazu gehören unter anderem Telefonnummer und Anschrift. Doch das läuft nicht immer zur Zufriedenheit der Besucher ab. Bisher sind im Zusammenhang mit den Gästelisten bereits mehr als 90 Beschwerden bei der Landesdatenschutzbeauftragten eingegangen.

Videos
Eine Person schreibt mit Kugelschreiber auf einen Zettel, der auf einem Klemmbrett befestigt ist.
2 Min

Corona-Gästelisten: Dehoga kritisiert Polizei

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Niedersachsen kritisiert, dass die Polizei Corona-Gästelisten auswerten kann. Die Gewerkschaft der Polizei sieht das anders. 2 Min

Abfragen schießen teilweise über das Ziel hinaus

Die Gäste hätten sich mehrheitlich über offen ausliegende Listen beschwert, so ein Sprecher. In anderen Fällen seien mehr Daten abgefragt worden als in der Corona-Verordnung vorgesehen - zum Beispiel zum gesundheitlichen Befinden. In Einzelfällen hätten die Betroffenen auch die rechtswidrige Nutzung der personenbezogenen Daten bemängelt, unter anderem zur privaten Kontaktaufnahme.

Zettel zerreißen reicht nicht

Offen ausliegende Listen, aus denen ersichtlich werde, welche anderen Gäste bedient wurden, seien ein klarer Datenschutzverstoß, so der Sprecher. Die Listen müssten so geführt werden, dass Unbefugte sie nicht einsehen können. Das gelte auch für das spätere Aufbewahren der Listen. Die Daten müssten drei Wochen in einem abschließbaren Schrank oder Raum ohne Publikumsverkehr aufbewahrt und spätestens einen Monat nach Erfassung geschreddert oder gelöscht werden. Es reiche nicht, die Zettel einfach zu zerreißen, heißt es. Weitergegeben werden dürften sie zudem nur an das Gesundheitsamt - nach schriftlicher Aufforderung. Zuletzt hatte es Diskussionen darum gegeben, dass die Polizei in einigen Städten Zugriff auf die Informationen hatte.

Kontrolle nur nach Beschwerden

Die Behörde habe nicht genügend Personal, um proaktiv den datenschutzkonformen Umgang mit den Corona-Gästelisten zu überprüfen, heißt es. Wenn es eine Beschwerde gebe, werde dem Fall aber nachgegangen.

Weitere Informationen
Ein Formular zur Erhebung der Kontaktdaten liegt in einem Café auf einem Tisch. © picture alliance/Hauke-Christian Dittrich/dpa Foto: Hauke-Christian Dittrich

Dehoga kritisiert Polizei-Zugriff auf Gästelisten

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Niedersachsen will verhindern, dass die Polizei Corona-Kontaktdaten auswertet. Kürzlich waren Fälle aus Bremen und Hamburg bekannt geworden. mehr

Claudia Schröder vom niedersächsischen Gesundheitsministerium spricht bei einer Landespressekonferenz. © NDR

Land stellt Corona-Vorgaben für Gastronomie vor

Der Gaststättenbesuch wird nur nach vorheriger Angabe von Kontaktdaten möglich sein. Darüber hinaus müssen Gastwirte zahlreiche Hygieneregeln einhalten, um wieder öffnen zu dürfen. mehr

Menschen in einer Diskothek © Colourbox Foto:  ArenaCreative

Niedersachsen und der neue Corona-Alltag

Erst Sportfans, dann Partygänger: Das Land plant in Kürze weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Derweil verschärft der Landkreis Cloppenburg seine Allgemeinverfügung. mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Corona: Niedersachsen hat 109 Neu-Infizierte

Wie geht es Niedersachsen mit der Corona-Pandemie, was ist heute passiert? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen und Nachrichten zu den Covid-19-Fällen im Land. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 02.08.2020 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Polizeiwagen © picture alliance Foto: Marius Becker

"Erschreckende Ergebnisse" bei Corona-Kontrollen

Im Landkreis Cloppenburg hat die Polizei in der Nacht zu Sonntag zahlreiche Verstöße gegen die verschärften Corona-Regeln festgestellt. Unter anderem wurde eine Musikkneipe geschlossen. mehr

Eine abgesperrte Straße in Georgsmarienhütte. © Nordwestmedia TV

Bombenräumung: Rund 2.500 Menschen betroffen

Wegen einer Bombenräumung sind in Georgsmarienhütte mehr als 1.500 Wohnungen evakuiert worden. Um kurz vor 12 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen, nun ist der Sprengmeister im Einsatz. mehr

Symbolbild Polizei, Wagen und Uniformierter © dpa

Vor laufender Kamera: Polizist schlägt jungen Mann

In einem im Internet kursierenden Video ist zu sehen, wie ein Polizist einem jungen Mann in Göttingen kräftig ins Gesicht schlägt. Die Polizei hat ein Strafverfahren eingeleitet. mehr

Die Aufschrift "Oberlandesgericht Generalstaatsanwaltschaft Nds. Anwaltsgerichtshof" steht vor dem Eingang des Oberlandesgerichts. © dpa-Bildfunk Foto: Silas Stein/dpa

Celle: Ermittlungen gegen 94-jährigen Ex-KZ-Wächter

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat die Ermittlungen gegen einen 94-jährigen früheren KZ-Wachmann übernommen. Dem Mann wird mögliche Beihilfe zum Mord an Gefangenen vorgeworfen. mehr