Stand: 02.03.2020 15:48 Uhr

Corona: Hamsterkäufe in Niedersachsen nehmen zu

Ein relativ leeres Supermarktregal während der ersten Coronavirus-Fälle in Deutschland © imago images Foto: Rene Traut
In zahlreichen Supermärkten gibt es wegen der Hamsterkäufe zeitweise Lücken in den Regalen. (Archivbild)

Nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Niedersachsen häufen sich auch hier im Land die Hamsterkäufe von besorgten Bürgern. Die Kunden decken sich vor allem mit haltbaren Lebensmitteln wie Konserven, Reis und Nudeln sowie Getränken ein. Wie NDR 1 Niedersachsen nach stichprobenartigen Besuchen berichtet, sind in diversen Supermärkten auch die Regale mit Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier leergefegt.

Supermärkte stocken Bestände auf

Die Handelsketten bestätigen diesen Trend. Deutschlandweit würden in einigen Regionen und Filialen deutlich erhöhte Abverkäufe verzeichnet, teilte eine Sprecherin des Discounters Lidl am Montag mit. Einzelne Einkäufe größerer Mengen könnten auch dazu führen, dass Artikel zeitweise in den Märkten vergriffen sind, erklärte Aldi Nord Die Supermarktkette Rewe registriert einem Sprecher zufolge insbesondere einen erhöhten Bedarf an länger haltbaren Lebensmitteln. Hygiene- und Sanitärwaren würden ebenfalls stark nachgefragt. Die Belieferungen der Märkte seien aus diesem Grund enger getaktet worden. Auch Großhandelskonzern Metro hat seine Lagerbestände aufgestockt. Nach Einschätzung des Handels drohen aber keine Engpässe bei der Warenversorgung.

VIDEO: Coronavirus: Zwischen Panik und Gelassenheit (8 Min)

Spahn rät von Hamsterkäufen ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält die Hamsterkäufe für übertrieben. An bestimmten Stellen werde der Alltag zwar "eingeschränkt werden müssen", sagte Spahn. Es bestehe aber kein Anlass, davon auszugehen, dass die Lebensmittel knapp werden.

Diebe klauen 1.200 Mundschutzmasken

Der Engpass bei manchen Hygieneartikeln bringt auch Kriminelle auf den Plan. Im Krankenhaus in Sulingen (Landkreis Diepholz) sind bereits in der vergangenen Woche 20 Pakete mit insgesamt 1.200 Mundschutz-Masken gestohlen worden. Die Polizei vermutet, dass die Masken, die normalerweise lediglich 14 Cent pro Stück wert sind, zu deutlich überhöhten Preisen im Internet angeboten werden könnten. Die Ermittler haben deshalb angekündigt, die einschlägigen Portale in den kommenden Tagen aufmerksam zu beobachten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.03.2020 | 16:00 Uhr

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