Klaus Florian Vogt © ARD Studio New York Foto: Antje Passenheim

Schleswig-Holsteiner in New York: Klaus Florian Vogt an der Met

Stand: 17.11.2021 14:48 Uhr

Als Wagner-Tenor hat Klaus Florian Vogt Weltkarriere gemacht. In den vergangenen sechs Wochen stellte der Schleswig-Holsteiner den Ritter Walther von Stolzing in Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" auf der New Yorker Met-Bühne dar.

Klaus Florian Vogt © dpa | Christian Charisius Foto: Christian Charisius
Beitrag anhören 4 Min

von Antje Passenheim

"Das ist natürlich was Besonderes! Allein das Ausmaß dieses Hauses, die Größe und diese Entfernung bis zur letzten Reihe. Dieses Erlebnis hat man in keinem anderen Haus", schwärmt Klaus Florian Vogt. Sieben Wochen hat er als draufgängerischer Ritter Stolzing in der Met mit dem Schwert in der Hand für die Liebe gekämpft.

"Prinz Charming" und die New Yorker "Opernfreaks"

Sein Debüt als Stolzing hat der Schleswig-Holsteiner 2007 bei den Bayreuther Festspielen gehabt. Auch im schnellen und lauten Manhattan schrecken sechs Stunden Oper in der ersten Spielzeit nach dem Corona-Lockdown die Wagner-Fans nicht ab. "Man merkt einfach, dass das Publikum unglaublich froh und glücklich ist, dass sie wieder so etwas wahrnehmen können", sagt Vogt. "Ich kenne ein paar Opernfreaks, die sechs Mal in so ein Stück gehen. Die sind sehr froh, dass sie da wieder hingehen können."

Klaus Florian Vogt © dpa | Christian Charisius Foto: Christian Charisius
Sieben Wochen hat Klaus Florian Vogt den Ritter Walther von Stolzing in Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" auf der New Yorker Met-Bühne dargestellt.

Das Opernhaus ist privat finanziert. Es setzt auf konservative Produktionen - etwas Neues für den Wagner-Interpreten: "Ich kenne 'Meistersinger' eigentlich mit unheimlich viel Action auf der Bühne. Und dann muss man sich daran gewöhnen, dass man auch mal längere Zeit an einem Ort steht." Auch an das funkelnde amerikanische Gewand: "Ja, das ist auch mal schön, wie 'Prinz Charming' auszusehen." Zumal der Ritter mit dem blonden, wallenden Haar den Vorteil einer natürlichen Heldenfrisur hat. Für "fancy" New York wie geschaffen: "Ich möchte mir einfach so oft wie möglich ersparen, eine Perücke aufzusetzen. Deshalb schneide ich meine Haare nicht kurz", erklärt Vogt.

Auch Vogts Familie in Manhattan

Ein Held ist er nur auf der Bühne gern - der Opern-Superman mag keinen Star-Rummel. Deshalb liebt er New York und seine Leichtigkeit. In die erwachende Stadt hat Vogt seine Familie mitgebracht. In Deutschland touren sie gern im Wohnmobil - in Manhattan mögen sie das Touristenprogramm: "Mich fasziniert natürlich nach wie vor der Central Park oder das Rockefeller Center, dann nach Downtown zu gehen und den Battery Park anzuschauen."

Doch Corona hat die Stadt auch verändert, merkt der Deutsche: "Ich finde, die Stadt hat sich im Vergleich zu den letzten Malen nicht so gut entwickelt. Man bemerkt wieder sehr viele Obdachlose in der Stadt." Viele Restaurants und Schaufenster bleiben dunkel. Doch der unprätentiöse Wagner-Held setzt auch hier auf ein Happy End - er freut sich auf seinen nächsten Besuch.

Ab Dezember wieder in Deutschland zu erleben

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland ist Vogt ab 1. Dezember als Paul in Erich Wolfgang Korngolds Oper "Die tote Stadt" an der Bayerischen Staatsoper in München zu sehen. Diesmal kein Held, betont er, sondern eine gebrochene Figur: "Das ist eine Partie, die ich sehr gerne mag. Das ist ein tolles Stück, und darauf bin ich gespannt."

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 17.11.2021 | 10:20 Uhr