Stand: 29.10.2019 09:38 Uhr

Reformationstag: Protestanten erinnern an Luther

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Martin Luther leitete am 31. Oktober 1517 mit seinen 95 Thesen die Reformation ein.

Der Reformationstag ist ein Gedenktag der evangelischen Christen. Am 31. Oktober 1517 hatte der Augustinermönch und Theologe Martin Luther in Wittenberg 95 Thesen veröffentlicht, um die katholische Kirche zu reformieren. Unter anderem ging es um den sogenannten Ablasshandel, der es Christen ermöglichte, sich von Sünden freizukaufen. Luther kritisierte diese Praxis. Die Auseinandersetzung über die Thesen führte später zur Gründung der protestantischen Kirche als Gegenentwurf zur römisch-katholischen. Ob Luther seine Thesen tatsächlich an die Tür der Wittenberger Schlosskirche genagelt hat, wie oft berichtet wird, ist historisch nicht gesichert. Sicher ist jedoch, dass er für seine Veröffentlichung den Tag vor Allerheiligen wählte, einen wichtigen Gedenktag der katholischen Kirche.

Martin Luther leitet Zeitalter der Reformation ein

Die Reformation, zu der Martin Luthers Thesen den Startschuss gaben, gilt jedoch weit über die Veränderungen in der Kirche hinaus als Impuls für Neuerungen in vielen Bereichen der Gesellschaft - von der Sprache über Moralvorstellungen bis zu den Besitzverhältnissen zwischen Adel und Bauern. Auch der verheerende Dreißigjährige Krieg wird als Folge der Reformation gesehen.

Szene aus Heimatkunde aus dem Hamburg Journal. © Hamburg Journal

Heimatkunde: Reformation

Hamburg Journal -

In Hamburg gibt es etwa 120 verschiedene Religionsgemeinschaften. Jeder dritte Hamburger gehört der evangelischen Kirche an und feiert am 31. Oktober den Reformationstag.

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Reformationstag: Seit 2018 Feiertag im ganzen Norden

Der Reformationstag am 31. Oktober ist der jüngste Feiertag, der im ganzen Norden gilt. Erst seit 2018 ist er in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen ein gesetzlicher Feiertag. In Mecklenburg-Vorpommern und den vier anderen ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde er bereits bei der Wiedervereinigung als Feiertag eingeführt.

Weitere Informationen

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Kritik an der Wahl des Reformationstags

Die Entscheidung der vier norddeutschen Landesparlamente für den Reformationstag war umstritten. Die katholische Kirche lehnte dies mit dem Hinweis ab, die Reformation stehe für die Spaltung des Christentums. Kritik kam auch von Vertretern des Judentums und anderer religiöser Vereinigungen. Vor allem Vertreter jüdischer Gemeinden begründeten ihre ablehnende Haltung unter anderem mit einer antisemitischen Schrift des Reformators Luther, in der dieser die Vertreibung der Juden gefordert habe. Die Arbeitgeber beklagten wegen des zusätzlichen freien Tages Millionenverluste für die Wirtschaft. Als Alternativen zum Reformationstag waren unter anderem der Buß- und Bettag, der Europatag am 9. Mai und der internationale Frauentag am 8. März im Gespräch.

Auch am 31. Oktober: Halloween

Viele Menschen verbinden den 31. Oktober inzwischen mit Halloween. Der uralte Brauch der Kelten, an diesem Tag ihren Jahreswechsel zu feiern, ist mit dem Umweg über die USA zu einem Anlass für Verkleidungs- und Gruselpartys geworden. Gruppen von Kindern ziehen durch die Straßen und fordern von Nachbarn und Geschäftsleuten "Süßes oder Saures".

Gedenktage im November

Allerheiligen: Gesetzlicher Feiertag in fünf Bundesländern am 1. November. Gedenktag der katholischen Kirche für alle vom Papst heilig gesprochenen Menschen und jene, die ihren Glauben konsequent leben.
Allerseelen: Gedenktag der katholischen Kirche für alle Verstorbenen und ihre Seelen am 2. November. Kein gesetzlicher und kein "stiller" Feiertag.
Volkstrauertag: Gesetzlicher Feiertag am vorletzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres. 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Gedenken an die Toten des Ersten Weltkriegs eingeführt.
Buß- und Bettag: Evangelischer Feiertag, der der Besinnung und kritischen Lebensbilanz dienen soll. Als gesetzlicher Feiertag 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung abgeschafft (Ausnahme: Sachsen). Termin: mittwochs zwischen Volkstrauertag und Totensonntag.
Totensonntag: "Stiller Feiertag", an dem evangelische Christen der Verstorbenen gedenken. Termin: eine Woche vor dem 1. Adventssonntag.

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Die Evangelische und Katholische Radiokirche ist verantwortlich für die kirchlichen Sendungen im NDR: Programminformationen, Manuskripte und Podcasts. mehr

Dieses Thema im Programm:

31.10.2019 | 23:30 Uhr

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