Stand: 23.07.2020 15:20 Uhr  | Archiv

Mit dem Rad von Hamburg nach Bremen

Von Hansestadt zu Hansestadt, vorbei an Wiesen, Wäldern, Flüssen und schönen Dörfern: Der Radfernweg zwischen Hamburg und Bremen macht das möglich. 150 Kilometer lang ist die meist flache und einfache Strecke, die überwiegend auf asphaltierten Wegen verläuft und so auch ideal für Familien mit Kindern ist.

Ideale Wochenend-Tour

Zwei Radfahrer vor dem Rathaus in Bremen ©  imago / imagebroker
Wer die Radtour in Bremen beginnt, sollte einen Abstecher in die Innenstadt mit dem schönen Rathaus einplanen.

Interessant sind neben der reizvollen Landschaft zwischen Elbe und Weser die vielen Sehenswürdigkeiten, die an der Route liegen und sich gut für einen Stopp eignen. Mit längeren Pausen lässt sich der Weg gut in drei bis vier Tagen zurücklegen, wer schneller unterwegs ist, braucht für die gesamte Strecke lediglich ein Wochenende. Wer Gegenwind scheut sollte den Weg von Bremen in Richtung Hamburg fahren, da der Wind meist von Westen kommt. Die Radtour lässt sich auch problemlos abkürzen. So bietet sich beispielsweise in den Orten Scheeßel und Lauenbrück die Möglichkeit, in den Regionalzug zu steigen, der zwischen Hamburg und Bremen verkehrt.

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Ein blaues Fachwerkhaus im Freilichtmuseum Kiekeberg.

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Vom Hamburger Hauptbahnhof führt der Radweg zunächst über die Nord- und Süderelbe nach Harburg und von dort in die Nordheide - in den Landkreis Harburg mit den Gemeinden Rosengarten und Hollenstedt. In Rosengarten-Ehestorf liegt ein erstes schönes Ausflusgziel - das Freilichtmuseum Kiekeberg. In 30 historischen Gebäuden können Kinder und Erwachsene auf anschauliche Weise vieles über die Lebensweise und Kultur der Menschen in der Region erfahren.

Sittensen: Geschichte der Handwerkskunst erleben

Von der Heide führt der Radweg weiter in die Samtgemeinde Sittensen im Landkreis Rotenburg/Wümme. Neun Gemeinden gehören zu dieser Region, die landschaftlich durch Wiesen, Wälder und Moore geprägt ist. In Sittensen selbst lohnt ein Stopp am Mühlenteich. Dort liegt der alte Kern des Dorfes mit einer restaurierten Wassermühle aus dem 16. Jahrhundert, einem Handwerkermuseum, der Kirche St. Dionysius und dem Heimathaus - einem Ensemble alter Bauten mit Backhaus und Schafstall. Eine schön gelegene alte Wassermühle mit Teich und Biergarten gibt es auch in Groß Meckelsen im Ortsteil Kuhmühlen.

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Eine Holzbrücke im Tister Bauernmoor führt über sumpfiges Gelände © NDR Foto: Janine Kühl

Über Bohlen und Brücken durchs Tister Moor

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Abstecher ins Tister Bauernmoor

Naturfreunde sollten auf ihrer Radtour außerdem einen Abstecher ins Naturschutzgebiet Tister Bauernmoor einplanen. Hier wachsen nicht nur besondere Pflanzen wie Sonnentau und Moosbeeren. Die renaturierten Moorflächen bieten auch vielen Vögeln Rast- und Brutplätze. Ein Wanderweg führt durchs Moor und vorbei an zwei Aussichtstürmen, von denen Besucher übers Moor schauen und seine Bewohner eingehend beobachten können, ohne sie in ihrem Lebensraum zu stören.

Kloster und Hügelgräber bei Zeven

Von Sittensen führt der Radweg - zum Teil entlang der Oste - über Heeslingen weiter nach Zeven. Heeslingen liegt direkt im Ostetal und hat zwei interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten: Die frühromanische Feldsteinkirche, die die älteste erhaltene dieser Art im Elbe-Weser-Raum ist, und das Bördenheimathaus, ein altes Fachwerk-Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert.

Wegen der schönen Lage an der Ahe, einem großen Wald- und Naherholungsgebiet, wird Zeven auch "Stadt am Walde" genannt. Mittelpunkt des Ortes sind das Museum im ehemaligen Benediktinerinnenkloster und die St. Viti-Kirche. Ein Besuch lohnt auch im Königin-Christinen-Haus, dem alten Gästehaus des Klosters. Es zeigt die Wohnkultur des 17. Jahrhunderts. Zu dem Haus gehört ein Skulpturengarten.

Ein Beleg für die frühe Besiedlung der Region sind die zahlreichen stein- und bronzezeitlichen Hügelgräber. Die Überreste einer großen Anlage sind außerhalb von Zeven zwischen den Orten Oldendorf und Badenstedt zu finden. 74 Gräber gibt es auf diesem Hügelfriedhof "Steinalkenheide".

Künstlerdorf Fischerhude

Haus im Museumsdorf Fischerhude © NDR Foto: NDR/Harald Ganswindt
Mit seinen alten Fachwerkhäusern und hohen Bäumen ist Fischerhude ein besonders stimmungsvolles Etappenziel.

Bevor die Radtour in Bremen endet, führt der Weg noch durch Fischerhude, ein schönes, kleines Dorf mit romantischen Kopfsteinpflaster-Gassen, Fachwerkhäusern sowie netten Garten-Cafés und Restaurants. Außerdem bietet der Ort interessante Ausstellungen und Galerien, denn hier leben und arbeiten traditionell viele Künstler. Der Maler Wilhelm Heinrich Rohmeyer ließ sich bereits 1904 in Fischerhude nieder. Weitere Künstler folgten. Der wohl bekannteste ist Otto Modersohn, der 1908 aus der Künstlerkolonie Worpswede hierher kam. Ein nach ihm benanntes Museum in einer Fachwerkscheune zeigt eine wechselnde Auswahl seiner Werke.

Durchs Blockland in die Bremer Innenstadt

Von Fischerhude sind es noch 23 Kilometer bis ins Zentrum von Bremen. Die Strecke verläuft durch das reizvolle Blockland, Bremens kleinsten Stadtteil, der eigentlich ein Dorf und von Landwirtschaft geprägt ist. Am Stadtwald entlang und durch den Bürgerpark gelangt man schließlich in die Innenstadt und zum Bremer Hauptbahnhof.

Gut ausgeschilderte Strecke

Der Radfernweg Hamburg - Bremen ist in beiden Richtungen gut ausgeschildert. Neben den Hinweisschildern zu den Ortschaften ist die Strecke mit dem Logo des Radweges, auf dem die beiden roten Kennzeichen HH und HB auf weißem Grund abgebildet sind, zu erkennen.

Radfernweg Hamburg-Bremen

Länge: 150 km
Schwierigkeit: leicht, kaum Steigungen
Höchster Punkt: 133 m
Orte an der Strecke: Hamburg - Harburg - Ehestorf - Hollenstedt - Heidenau - Sittensen - Heeslingen - Zeven - Wilstedt - Fischerhude - Borgfeld - Bremen

Weitere Informationen auf der Website des Radfernweges Hamburg-Bremen.

Karte: Radfernweg Hamburg-Bremen (grober Verlauf)

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