Stand: 08.01.2019 13:43 Uhr

In Hamburg unter Palmen wandeln

Wie sieht die Baumtomate aus? Wie schnell wächst Bambus? Und welche Kakteen tragen leckere Früchte? Antworten finden sich in den Tropengewächshäusern von Planten un Blomen in Hamburg, nur wenige Minuten vom Dammtorbahnhof entfernt. Ein Rundgang führt durch fünf unterschiedlich temperierte und mit Glastüren voneinander getrennte Häuser, die sich jeweils einer bestimmten Pflanzenart oder einem Lebensraum widmen. Der Eintritt ist frei.

Die Gärtnerin muss stachelige Opuntien zurückschneiden, die im Kakteenhaus zur Baumgröße emporwachsen. © NDR/Doclights

Dschungel unter Glas

NaturNah -

Die Luft ist warm und feucht in den Schaugewächshäusern im Hamburger Park Planten un Blomen. Gärtnerinnen und Gärtner haben hier ein botanisches Kunstwerk geschaffen.

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Tropische Nutzpflanzen und lebende Fossilien

Besucher betreten zunächst das feucht-warme Tropenhaus, das einen Eindruck vom Ökosystem Regenwald und seiner faszinierenden Pflanzenvielfalt vermittelt. Palmen, Orchideen, aber auch tropische Nutzpflanzen wie Kakao- und Bananenpflanze sind dort zu Hause. Weiter geht es in die Pflanzenwelt der Urzeit: Das Palmfarnhaus gibt einen Eindruck davon, wie die Erde zur Zeiten der Dinosaurier ausgesehen hat. Einst waren die Palmfarne eine wichtige Nahrungsquelle für die Urzeitechsen, heute sind viele der rund 150 verbliebenen Arten vom Aussterben bedroht.

Pflanzen aus verschiedensten Teilen der Erde

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Im Palmfarnhaus wachsen Pflanzen, deren Vorfahren bereits den Dinosauriern als Nahrung dienten.

Den Pflanzenarten der Mittelmeerregion und anderer subtropischer Regionen der Erde widmet sich das anschließende Subtropenhaus. Dort treffen die Besucher auf viele bekannte Pflanzen wie die Zitrone oder den Papyrus. Der nächste Bereich - das Farnhaus - ist den Sporenpflanzen vorbehalten. Ihre Blütezeit hatte diese Pflanzenart bereits vor rund 300 Millionen Jahren. Damals prägten Schachtelhalme und andere Farnpflanzen die Vegetation und erreichten - anders als heute - baumartige Dimensionen.

Tropengewächshäuser

Jungiusstraße 4 (Planten un Blomen)
20355 Hamburg
Tel.: (040) 42 838 29 21

Anfahrt:
Bahnhof Dammtor oder U-Bahn Stephansplatz

Öffnungszeiten:
Nov bis Feb: Mo-Fr 9-15.45 Uhr, Sa, So und feiertags 10 -15.45 Uhr
März bis Okt: Mo-Fr 9 -16.45 Uhr, Sa, So und feiertags 10 -17.45 Uhr

Eintritt frei

Am Ende der Reise geht es in die trockensten Regionen der Erde: Im Sukkulentenhaus wachsen unterschiedliche Kakteen, Dickblattgewächsen und Sukkulenten. Sie zeigen, dass sich selbst in Wüste und Halbwüste eine erstaunliche Pflanzenvielfalt entwickelt hat. 

Regelmäßige Führungen

Regelmäßig finden in den Tropengewächshäusern Führungen statt. Besucher können hier etwa die Tropenapotheke kennenlernen, also diejenigen Pflanzen, die zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden können. Oder sie begeben sich auf Darwins Spuren und erkunden Pflanzen, die wie die Palmfarne bereits in längst vergangenen Erdepochen wuchsen.

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Die 1963 erbauten Gewächshäuser kommen ganz ohne Stützen im Innenraum aus. Heute stehen sie unter Denkmalschutz.

Die Tropengewächshäuser wurden zur Internationalen Gartenbauausstellung 1963 komplett neu angelegt. Die Vorgängerbauten waren im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Als der Botanische Garten, zu dem die Gewächshäuser gehören, im Rahmen der Umbauten vom Planten un Blomen zur Internationalen Gartenbauausstellung 1973 nach Klein Flottbek verlegt wurde, blieben die Schaugewächshäuser dem Park erhalten. Eine Besonderheit ist ihre technische Konstruktion: Die Verglasung ist an außen liegenden Profilen aufgehängt, der gesamte Innenraum bleibt dadurch frei von tragenden Stützen. Sowohl die Schaugewächshäuser als auch die benachbarten Mittelmeerterrassen im Park stehen unter Denkmalschutz.

Ab in den Dschungel!

Karte: Der Park Planten un Blomen
Weitere Informationen

Willkommen im tropischen Norden

Lust auf tropische Wärme und exotische Pflanzen? Kein Problem: Zahlreiche botanische Gärten sorgen mit ihren Gewächshäusern für Regenwald-Atmosphäre im Norden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NaturNah | 08.01.2019 | 18:15 Uhr

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