Sendedatum: 01.03.2011 20:15 Uhr  | Archiv

Herzinfarkt: Im EKG häufig nicht erkannt

Brustschmerz, Beklemmung, Atemnot, Schweißausbrüche: Das sind typische Symptome eines Herzinfarkts, wie ihn pro Jahr mehr als 200.000 Bundesbürger erleiden. Doch nicht alle Herzinfarkte werden im Elektrokardiogramm (EKG) erkannt und das kann fatale Folgen haben: Fast ein Drittel der Patienten mit akuten Brustschmerzen werden nicht frühzeitig richtig behandelt und sterben noch vor der Einweisung in die Klinik.

VIDEO: Herzinfarkt: Im EKG häufig nicht erkannt (6 Min)

Wählen Betroffene bei typischen oder untypischen Beschwerden rechtzeitig den Notruf 112 und schaffen es in die Klinik, ist in vielen Fällen eine Blutuntersuchung erforderlich, um Klarheit zu bringen: Zweimal müssen die Laborwerte Biomarker (Troponin) für eine Herzstörung anzeigen - erst dann steht fest, ob ein Kathetereingriff notwendig ist. Doch auch wenn EKG und Biomarker unauffällig sind, kann ein Infarkt vorliegen oder drohen.

Cardiogoniometrie: Dreidimensionale Aufnahmen

Eine neue Diagnosetechnik soll nun mehr Klarheit schaffen: Die sogenannte Cardiogoniometrie (CGM) soll in kürzerer Zeit zeigen, ob eine Herzschädigung vorliegt - mit einer höheren Treffsicherheit. Bei diesem Verfahren, einem erweiterten EKG, werden Elektroden auch auf dem Rücken angelegt. So wird der Körper des Patienten dreidimensional erfasst. In zwölf Sekunden erhält der Arzt über eine graphische Darstellung auf dem Computer-Monitor Hinweise, ob Veränderungen des Herzmuskelgewebes vorliegen und kann somit einen drohenden Herzinfarkt erkennen - und schnell behandeln. Allerdings liefert dieses Verfahren auch falsch positive Befunde. Das heißt, es diagnostiziert Ergebnisse, die Katheteruntersuchungen nach sich ziehen, die medizinisch nicht notwendig sind.

Die CGM-Untersuchung wird derzeit noch nicht von den gesetzlichen Kassen bezahlt. Private Kassen zahlen meist nach vorheriger Abklärung.  Das CGM-Verfahren wird aber als IGeL-Leistung in einigen Praxen und Kliniken für circa 26 Euro angeboten.

Interviewpartner im Studio:

Prof. Dr. Stephan Willems
Direktor der Klinik für Kardiologie mit Schwerpunkt Elektrophysiologie
Universitäres Herzzentrum Hamburg GmbH (UHZ)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 24 38
Fax (040) 741 05 58 62

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Britta Goldmann
Klinik und Poliklinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie
Universitäres Herzzentrum Hamburg GmbH (UHZ)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 24 38
Fax (040) 741 05 58 62

PD Dr. med. habil. Ralph Tölg
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie
Segeberger Kliniken GmbH
Herzzentrum
Am Kurpark 1
23795 Bad Segeberg
Tel. (04551) 802 48 01
Fax: (04551) 802 48 05

Segeberger Klinik in Norderstedt
Tel. (040) 525 95 00

 

Autorin des Fernsehbeitrags:
Jutta Rosbach

Dieses Thema im Programm:

Visite | 01.03.2011 | 20:15 Uhr

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