Xylit, Stevia, Erythrit: Alternativen zu Zucker

Stand: 27.02.2020 15:54 Uhr

Auf der Suche nach süßen Alternativen zum bekannten Haushaltszucker bieten sich verschiedene Ersatzstoffe an. Sie wollen mit weniger Kalorien punkten wollen. Unterschiede gibt es besonders im Geschmack.

Jeder Bundesbürger verbraucht im Schnitt rund 34 Kilogramm Zucker pro Jahr. Doch zu viel Zucker macht krank. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Höchstmenge von 18 Kilogramm Zucker im Jahr oder 50 Gramm pro Tag. Das entspricht 17 Stück Würfelzucker - als Obergrenze. Auch wer im Haushalt keinen Zucker verwendet, nimmt über süße Getränke wie Limonaden oder Fruchtsäfte, Süßigkeiten, Fertiggerichte und selbst Müsli, Fruchtjoghurt oder Krautsalat reichlich Zucker zu sich. Kalorienarme Alternativen versprechen Süße ohne schlechtes Gewissen.

Stevia - die Süße aus den Tropen

Stevia-Pulver und Stevia-Flüssigkeit
Zuckerersatzstoffe kommen als Pulver oder Flüssigkeit in den Handel.

Die bekannteste Alternative zum Zucker heißt Stevia und ist seit 2011 als Süßungsmittel in der Europäischen Union zugelassen. Es wird aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen, die in tropischen und subtropischen Regionen Südamerikas wächst. Ein Naturprodukt ist der Zuckerersatz Stevia jedoch nicht. Der Rohstoff wird intensiv behandelt, um daraus den Süßstoff Steviolglykoside zu gewinnen. Stevia ist rund 300 Mal süßer als Zucker, enthält aber nahezu keine Kalorien und wirkt sich kaum auf den Blutzucker aus. Auch Kariesbakterien können nichts mit dem Stoff anfangen, er ist also zahnfreundlich. Nachteil: Stevia hat häufig einen metallischen, lakritzartigen, leicht bitteren Beigeschmack - besonders bei hoher Dosierung. Zum Backen eignet es sich wegen des geringen Volumens nicht so gut.

Xylit - neutraler Geschmack bei halben Kalorien

Der Zuckerersatz Xylit ist völlig geschmacksneutral. Er steckt seit Langem in vielen zuckerfreien Kaugummis, süßt ähnlich stark wie Zucker, enthält aber nur etwa 50 Prozent der Kalorien. Chemisch betrachtet gehört Xylit nicht zu Kohlenhydraten, sondern zu Zuckeralkoholen. Ausgangsstoffe sind Birkenholz und andere Hölzer sowie Stroh und Reste von Maiskolben. In einem komplexen Verfahren gewinnt die Industrie daraus den Süßstoff. So wird Xylit auch als Birken- oder Holzzucker bezeichnet. In großen Mengen wirkt Xylit stark abführend. Auf Produkten, die mehr als zehn Prozent des Stoffes enthalten, muss ein entsprechender Hinweis stehen.

Sorbit - kaum Vorteile für die Kalorienbilanz

Auch Sorbit zählt zu den Zuckeralkoholen. Das weiße Pulver wird unter Einsatz von Enzymen aus Glucose (Traubenzucker) hergestellt, wirkt leicht abführend und muss ebenso gekennzeichnet werden wie Xylit. Sorbit enthält zwar nur rund 60 Prozent der Kalorien von Zucker, süßt allerdings auch nur halb so stark. Da es der Körper ohne Insulin abbaut, wird Sorbit häufig in Lebensmitteln für Diabetiker verwendet. Die Nahrungsmittel-Industrie setzt Sorbit auch als Feuchthaltemittel ein. In der Natur kommt es in den Früchten der Eberesche, in Äpfeln, Birnen und Pflaumen vor.

Erythrit - der Kalorienzwerg

Mit nur 20 Kilokalorien auf 100 Gramm ist Erythrit im Vergleich mit Zucker (400 Kilokalorien) klar im Vorteil. Obwohl Erythrit bei der Süßkraft nicht ganz mithalten kann, bleibt ein deutliches Kalorien-Minus. Käse und Früchte wie Weintrauben, Birnen und Melonen enthalten natürliches Erythrit. Industriell wird es meist per Fermentierung aus Mais gewonnen. Auch Erythrit hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und eignet sich für Diabetiker.

Schaden die Ersatzstoffe der Gesundheit?

Bei allen zugelassenen Ersatzstoffen gibt es keine Belege für gesundheitliche Risiken, wenn sie in üblichen Mengen verzehrt werden. Süßstoffe gehören zu den Lebensmittel-Zusatzstoffen, die in der EU vor ihrer Zulassung auf gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft werden und dem Verbraucher Vorteile bringen müssen. Dennoch kommt das Bundeszentrum für Ernährung zu der Einschätzung: "Besser ist es jedoch, seine Ernährungsgewohnheiten insgesamt zu überdenken und generell möglichst wenig zu süßen."

Natürliche Alternativen zum Zucker

Üblicher Haushaltszucker wird aus Rüben hergestellt. Die Alternative Rohrzucker stammt von der Zuckerrohr-Pflanze und wird nach einem ähnlichen Verfahren produziert. Für den süßen Geschmack sorgt jeweils der Stoff Saccharose, auch Kalorien und Nährstoffe sind gleich. Das gilt auch weitgehend für den bräunlichen Rohzucker oder Rohrohrzucker. Alternativen zum weißen Zucker wie Ahornsirup, Agaven-Dicksaft und Apfelsüße bestehen aus Frucht-Dicksäften und enthalten große Mengen Fruchtzucker. Sie bieten zwar mehr Mineralstoffe, aber kaum weniger Kalorien und sind deutlich teurer als Zucker.

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