Stand: 29.08.2019 14:52 Uhr

Die größten Irrtümer über Zucker

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Wir brauchen keine Extra-Portion Zucker. Aus Brot zum Beispiel kann der Körper es selbst herstellen.

Brauner Zucker enthält Mineralstoffe, Traubenzucker macht fit, Fruchtzucker schadet nicht und Honig ist gesünder als Zucker. Stimmt das wirklich? Vieles, was wir über Zucker zu wissen meinen, ist tatsächlich falsch. Was sind die zehn häufigsten Irrtümer rund um den süßen Stoff und was ist richtig?

Braucht man täglich eine Mindestmenge Zucker?

Der Mensch braucht überhaupt keinen zusätzlichen Zucker, um in Schwung zu kommen. Unser Gehirn und andere Organe benötigen zwar Glukose, auch Traubenzucker genannt, um gut funktionieren zu können. Aber die kann unser Körper aus vielen Nahrungsmitteln selbst produzieren, zum Beispiel aus Brot, Kartoffeln oder Getreide. Zucker gehört also nicht zu den Grundnahrungsmitteln.

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Brauner Zucker: sieht gesünder aus als weißer Haushaltszucker, ist es aber nicht.
Ist brauner Zucker gesünder als weißer Zucker?

Brauner Zucker sieht zwar natürlicher aus als weißer, aber das macht ihn noch lange nicht gesünder. Es gibt drei Arten von braunem Zucker: Vollzucker, Vollrohrzucker und Braunzucker. Vollzucker ist nicht raffinierter Zucker aus Zuckerrüben. Vollrohrzucker wird aus Zuckerrohr hergestellt und bei Braunzucker handelt es sich um karamellisierten Zucker, der mit Sirup braun gefärbt wird.

Während es sich bei eingefärbtem Zucker um unseren herkömmlichen Haushaltszucker (Saccharose) handelt, enthalten Vollzucker und Vollrohrzucker mehr Mineralstoffe. Experten halten den Unterschied aber für sehr gering, so dass er gesundheitlich keine Rolle spielt.

Welche Namen kann Zucker tragen?

Es ist nicht immer einfach zu erkennen, ob ein Produkt tatsächlich Zucker enthält. Die Lebensmittelhersteller zum Beispiel dürfen mehr als 60 verschiedene Bezeichnungen auf der Packung für Zucker angeben. Hier eine Übersicht:

  • Saccharose: Herkömmlicher Haushaltszucker, der weder Vitamine noch Mineralstoffe, sondern nur Kalorien enthält. Er besteht aus Glukose und Fruktose.
  • Laktose: Der Milchzucker ist ein natürlicher Bestandteil von Milch und Milchprodukten.
  • Glukose: Dabei handelt es sich um Traubenzucker. Er wird aus Kartoffel- oder Maisstärke gewonnen, ist aber zum Beispiel auch einer der Hauptbestandteile von Honig.
  • Fruktose: Fruchtzucker ist ein natürlicher Bestandteil von Früchten wie Kernobst und Beeren. Fruktose wird in der Lebensmittelindustrie aber auch als Süßungsmittel für Fertigprodukte, Soßen oder Ketchup verwendet.
  • Glukose-Fruktosesirup: Auch Isoglukose genannt. Er besteht aus Glukose und Fruktose. Diese Zuckerart wird größtenteils aus Mais- und Weizenstärke hergestellt und in Getränken und für Obstkonserven verwendet. Lautet die Bezeichnung Fruktose-Glukosesirup, weist das darauf hin, dass der Fruchtzuckeranteil (Fruktose) höher ist als der Traubenzuckeranteil (Glukose).
  • Honig: Wird oft als gesunde Alternative zu Haushaltszucker gesehen. Doch Honig besteht zu fast 80 Prozent aus Saccharose. Mit Honig werden zum Beispiel Müslis gesüßt.
  • Maltodextrin: Das Gemisch aus Zucker und Stärke wird unter anderem als Verdickungsmittel (etwa bei Suppen oder Wurstwaren) und Streckmittel (zum Beispiel von Kaffeeröstern) verwendet.
  • Glukosesirup: Wird aus Stärke hergestellt und besteht aus Glukose und Fruktose. Eingesetzt wird er unter anderem als Bindemittel bei der Herstellung von Pralinen, Schokoriegeln und Frühstücksflocken.
  • Invertzuckersirup: Dabei handelt es sich um in Wasser gelösten Haushaltszucker. Der Sirup wird etwa bei der Herstellung von Eiscreme verwendet.
  • Dicksäfte und Pflanzensirup: Als Süßungsmittel werden zudem stark konzentrierte, eingedickte Säfte verwendet - entweder als Sirup oder als Dicksaft. Es gibt zum Beispiel Birnen-, Traubendicksaft oder Agavendicksaft sowie Ahorn- oder Dattelsirup. Eine weitere Variante ist Sirup aus Reis und anderen Getreidesorten.

Ist Honig gesünder als Zucker?

Der natürliche Geschmack täuscht: Zwar enthält Honig Spuren von Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen, aber zu 80 Prozent besteht er aus Fruchtzucker, Traubenzucker und anderen Zuckerarten. Der Rest ist Wasser, weshalb Honig eigentlich nur eine übersättigte Zuckerlösung ist. Daher ist es falsch, zu glauben, dass Honig wichtig für den täglichen Vitamin- oder Mineralstoffhaushalt ist.

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Ist Zucker der beste Energielieferant?

Nein. Fett etwa hat einen mehr als doppelt so hohen Energiewert wie Zucker. Zum Vergleich: Ein Gramm Fett enthält neun Kilokalorien, ein Gramm Zucker nur vier. Der beste Energielieferant ist und bleibt ein ausgewogenes Essen mit Ballaststoffen, Eiweißen und Vitaminen. Und das hält auch am längsten satt.

Ist Zucker ein Vitamin- und Kalziumräuber?

Es ist allerdings ein Mythos, dass Zucker dem Körper Kalzium raubt und damit die Knochen "weichmacht". Diese Annahme geht auf falsche Folgerungen aus Versuchen in den 1920er-Jahren zurück. Zwar braucht der Körper zum Verdauen von Zucker das Vitamin B1, dieses baucht er aber auch zum Verdauen von anderen Kohlenhydraten. Und bei einer ausgewogenen Ernährung nimmt der Mensch sowieso immer genügend Vitamin B1 zu sich.

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Ist Traubenzucker gesund und macht er fit?

Zwar steigert Traubenzucker die Konzentration und macht munter. Dieser Effekt ist aber nur von kurzer Dauer, denn der Körper schüttet große Mengen Insulin aus, nachdem ihm Traubenzucker zugeführt wurde. Danach sinkt der kurzfristig erhöhte Blutzuckerspiegel wieder drastisch ab. Und das bewirkt dann genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen wollte - man fühlt sich schlapp.

Die in Vollkornprodukten enthaltenen Kohlenhydrate werden langsam zu Traubenzucker umgewandelt und sorgen daher für einen konstanten Blutzuckerspiegel.

Ist Fruchtzucker gesund?

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Es hieß lange, Fruchtzucker sei gesünder als Traubenzucker. Er wurde besonders für Diabetiker empfohlen. Heute ist bekannt, dass diese Annahme falsch war. Fruchtzucker ist - neben Traubenzucker - ein Bestandteil von Saccharose (Haushaltszucker). Er kommt, genau wie Traubenzucker, auch in Früchten vor.

Ein gesundes Süßungsmittel ist Fruchtzucker nicht, denn in großen Mengen, kann er die Leber schädigen und zu einer Fettleber führen. Daran leiden mittlerweile schon Kinder. Obst sollte dennoch Bestandteil der Ernährung bleiben, denn es enthält zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe und Vitamine.

Bedeutet "zuckerfrei" wirklich "ohne Zucker"?

"Zuckerfrei" heißt nicht wirklich frei von jeglichem Zucker. Denn außer unserem Haushaltszucker gibt es noch weitere Zuckerarten wie Trauben-, Frucht- und Milchzucker. Vom gesundheitlichen Standpunkt aus unterscheiden sich diese Sorten nicht vom Haushaltszucker. "Zuckerfreie" Lebensmittel sind nur solche, die weniger als 0,5 Gramm pro 100 Gramm oder 100 Milliliter enthalten. "Ohne Zuckerzusatz" hingegen darf nur verwendet werden, wenn kein süßender Stoff zugesetzt wurde.

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Dieses Thema im Programm:

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