Stand: 10.02.2020 14:03 Uhr  - Die Ernährungs-Docs

Wiederkehrenden Aphthen durch Ernährung vorbeugen

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Diese Lebensmittel können bei empfindlichen Menschen die Entstehung von Aphthen fördern.

Die Ursachen für wiederkehrende, schmerzhafte Aphthen sind noch weitgehend unklar. Unter den möglichen Auslösern sind allerdings verschiedene Lebensmittel, die durch ihre Inhaltsstoffe oder ihre Konsistenz zur Bildung von Aphthen beitragen können. Auch treten die Schleimhautgeschwüre gehäuft bei einer Mangelversorgung mit Vitamin B12, Eisen oder Folsäure auf. Neben einer allgemein immunstärkenden Lebensweise mit genügend Bewegung und Stressabbau lohnt es sich daher, auf die Ernährung zu achten.

Die wichtigsten Tipps

  • Grundlegende Regel: drei Handvoll Gemüse und zwei Handvoll Obst am Tag. Obst und Gemüse liefern Ballaststoffe, Vitamine und entzündungshemmende sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Kohlenhydrate - zum Beispiel Brot, Nudeln - nur in Maßen essen. Wenn, dann am besten Vollkorn und gut kauen.
  • Zur Schonung des Immunsystems meiden: Weizen(-produkte), Schweinefleisch und -wurst, Kuhmilch (Trinkmilch), Zucker und Süßes, Fertiggerichte und andere industriell hochverarbeitete Lebensmittel.
  • Als mögliche Auslöser meiden: histaminhaltige Nahrungsmittel (Liste unten, rechte Spalte). Die Menge an Histamin, die Menschen mit Aphthen beschwerdefrei aufnehmen können (Toleranzschwelle), ist individuell verschieden.
  • Am besten Ernährungstagebuch führen, um die Auslöser zu identifizieren.
  • Zur Schonung der Mundschleimhaut Vorsicht mit scharfen Gewürzen und groben, kantigen Speisen (Brot-, Pizzakruste).
  • Auf Vitamine und Spurenelemente achten: B12 steckt in vielen tierischen Produkten (etwa Leber, Austern, Hering, Lachs, Eigelb, Käse), Eisen zum Beispiel in Vollkornflocken oder Vollkorn-Sauerteigbrot, Folsäure unter anderem in Haferkleie. Eisen und Folsäure zugleich finden sich in Hülsenfrüchten und frischen grünen Kräuter- und Gemüsesorten.
  • Trinken: gern ungesüßte Kräutertees wie Salbei-, Kamille-, Fenchel- oder Pfefferminztee und Wasser. Drei Tassen frisch gebrühter schwarzer Kaffee am Tag (ohne Milch und ohne Zucker) dürfen als entzündungshemmend gelten. Alkohol, insbesondere Rotwein, stark reduzieren.
  • Ein Gemisch aus Salbei- und Kamillentee eignet sich auch sehr gut zur Mundspülung (zweimal täglich).
  • Zur Stärkung einer gesunden Darmflora und Abwehrkraft eventuell Probiotika zuführen. Probiotische Bakterien stecken in Sauermilchprodukten wie Joghurt, Dickmilch, Buttermilch oder höher dosiert in speziellen Aufbau-Präparaten aus der Apotheke.

Videos: histaminarme Ernährung
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Lebensmittel im Überblick

EmpfehlenswertNicht empfehlenswert
Brot, Getreide und Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln, ReisBrot/ Brötchen aus Dinkel oder Roggen ohne Zusatzstoffe und ohne Hefe, Getreideflocken, -körner, Hirse, Buchweizen, Grieß, Stärke, weizenfreie Nudeln, Kartoffeln, ReisBrot/Brötchen mit Zusatzstoffen/ Käse/ Wurst, Paniermehl, Weizenkeime;
Fertigmüsli mit getrockneten Früchten oder mit Nüssen;
Backwaren aus Weizen (einige reagieren auch hierauf empfindlich)
Süßes und KnabberkramIn Maßen: Honig, aus geeignetem Obst selbst gemachte Konfitüre, Fruchtkaltschale, Fruchtquark oder Kompott, Fruchtbonbons, Fruchtgummi, Brausebonbons, Kaugummi, PopcornSchokolade und Süßwaren mit Schokolade, Mandeln oder Nüssen, z. B.  Schokocreme, Nuss-Nougat-Creme, Pudding mit Schokostückchen oder Nüssen, Erdnusscreme, Marmelade, Konfitüre, Nougat, Marzipan
Fertiggerichte und Convenience-ProdukteZutatenliste immer beachten! Carrageen (E407 z. B. in Milchprodukten oder Teigen) kann einen hohen Gehalt an biogenen Aminen aufweisen, Glutamate (E620-E625) behindern den HistaminabbauBack-, Soßen-, Suppenfertigmischungen mit Zusatzstoffen, Ketchup, Mayonnaise, Remoulade, Dressings, Feinkostsalate, Fleischextrakte,
Trockenhefe, Hefeextrakte, Würzsoßen, fermentierte Produkte auf Sojabasis wie z. B. Sojasoßen.
Obst
(2 Handvoll/Tag)
Alle (bis auf rechte Spalte), frisch oder tiefgekühlt  - z. B. Äpfel, Kirschen, Melone, Nektarinen, StachelbeerenAnanas, Birnen, Bananen, Erdbeeren, Himbeeren, Kiwi, Papaya, Trauben, Pflaumen, Zitrusfrüchte;
Oliven aus der Dose; Obstkonserven, getrocknetes Obst; überreifes Obst/Obst mit Druckstellen
Gemüse
(3 Handvoll/Tag)
Alle (bis auf rechte Spalte), frisch oder tiefgekühlt  - wie z. B. Blattsalate, Gurke, Karotten, diverse Kohlsorten, Kürbis, Steckrüben, weiße und grüne Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, ZucchiniAubergine, Avocado, Kohlrabi, Spinat, Tomaten , Pilze; Keimlinge, Sprossen, Soja;
milchsauer fermentiertes Gemüse wie z. B. Sauerkraut, Gewürzgurken und Mixed Pickles;
Gemüsekonserven
Nüsse und SamenKokosnuss, Macadamianüsse, Maroni, Pinienkerne, Kürbiskerne, SesamAlle anderen
Fette und ÖleButter, Margarine, pflanzliche Öle (raffiniert)Nussöle
GetränkeMineralwasser, Kräutertee, Rooibos-Tee; nach individueller Verträglichkeit in Maßen:
verdünnte Säfte aus geeigneten Obst- oder Gemüsesorten; schwarzer Kaffee
Kakao, Energydrinks; Tomatensaft, Orangensaft und Säfte aus anderem unverträglichen Obst/Gemüse, Sojamilch;
schwarzer Tee, grüner Tee, Brennnesseltee; Alkoholika (insbesondere Rotwein)
Fisch und MeeresfrüchteScholle, Kabeljau, Schellfisch, Rot- und Goldbarsch, Seelachs, Seehecht, Forelle -  frisch gefangen oder sofort tiefgefrorenThunfisch, Hering, Sprotte, Sardinen, Sardellen, generell Fischkonserven, Fisch geräuchert (z. B. geräucherte Makrele) und mariniert (Hering in Soße), Schalen- und Krustentiere, Muscheln
Wurstwaren und Fleischfrisches und tiefgekühltes Fleisch, selbst hergestellter Bratenaufschnitt und Frikadellen, Koch- und Brühwurst; generell und besonders bei Hackfleisch sehr auf Frische achten!Rohe, geräucherte oder gepökelte Fleisch- und Wurstwaren wie Salami, Schinken, Cervelatwurst, Landjäger, Bündnerfleisch, Fleischsalat; generell Schweinefleisch, Innereien; Fleischkonserven
Eiergekocht oder gebratenSoleier
Milch und Milchprodukte,
Käse
Quark, Hüttenkäse und Frischkäse, Mascarpone, Ricotta, saure und süße Sahne (ohne Carrageen!), Joghurt, Dick- und Buttermilch, Butterkäse, junger GoudaAlle lang gereiften Käse wie Parmesan, Gorgonzola, Blauschimmelkäse, Roquefort, Hartkäse wie Bergkäse, Emmentaler, Gruyère und Cheddar, Schnittkäse wie mittelalter Gouda, Tilsiter und Edamer, Weichkäse wie Camembert und Brie; Sauermilchkäse wie Handkäse und Harzer Käse
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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 10.02.2020 | 21:00 Uhr

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