Stand: 17.09.2018 16:33 Uhr  | Archiv

Vitamin-B12-Mangel: Wenn die Nerven leiden

Blutprobe in einem Reagenzglas © fotolia.com Foto: Shawn Hempel
Ein Mangel an Vitamin B12 lässt sich mit einer Blutprobe nachweisen.

Ein Mangel an Vitamin B12 ist weit verbreitet: In Deutschland hat jeder Zehnte zu wenig Vitamin B12 im Blut. Im Alter von über 65 Jahren ist sogar jeder Vierte betroffen. Fehlt Vitamin B12, kommt es zu Nervenschäden. Mögliche Folgen sind Müdigkeit, Schwäche, Blutarmut und Nervenstörungen. Die Ursachen für einen Vitamin-B12-Mangel sind ebenso vielfältig wie die Symptome.

VIDEO: Vitamin-B12-Mangel: Wenn die Nerven leiden (6 Min)

Vitamin B12 für Stoffwechsel, Blut und Nerven

Der Körper benötigt Vitamin B12 für den Energiestoffwechsel, zur Bildung von Blutzellen und zum Aufbau der Nervenhüllen. Vitamin B12 ist eines der wenigen Vitamine, die der Mensch nicht selber bilden kann. In größeren Mengen steckt es in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milcherzeugnissen. Im Körper freigesetzt wird Vitamin B12 durch Magensäure und Verdauungsenzyme. Ein spezielles Protein ("Intrinsic Factor") transportiert das Vitamin zu den Dünndarmzellen. Von dort gelangt es ins Blut und zu den Nerven.

Wie kommt es zu Vitamin-B12-Mangel?

Häufige Ursachen für einen Mangel an Vitamin B12 sind

  • Mangel des Proteins Intrinsic Factor
  • chronische Entzündung von Magen oder Darm
  • Einnahme von Medikamenten gegen Diabetes oder zu viel Magensäure
  • regelmäßiger Alkoholkonsum

Mit zunehmendem Alter sinkt außerdem die Leistungsfähigkeit des Magen-Darm-Trakts. Vitamine können dann nicht mehr so gut aufgenommen werden.

Symptome für Vitamin-B12-Mangel erkennen

Der Körper hat in der Leber große Vitamin-B12-Depots. Ein Mangel fällt deshalb erst Jahre nach Beginn der Unterversorgung auf. Die Symptome sind nicht immer leicht zu diagnostizieren:

  • Sensibilitätsstörungen bis hin zu Lähmungen
  • brennende Zunge
  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • Gangunsicherheit, erhöhte Sturzneigung
  • Muskelschwäche
  • Müdigkeit, Konzentrationsschwäche
  • Kopfschmerzen
  • Depression
  • Verwirrtheit
  • Haarausfall
  • Blutarmut

Vitamin-B12-Mangel mit der richtigen Ernährung behandeln

Die richtige Ernährung kann einen Mangel an Vitamin B12 verhindern. Vor allem bei älteren Menschen sollten Fleisch, Milch und Eier auf dem Speiseplan stehen. Auch Veganer sollten auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 achten.Wird ein Vitamin-B12-Mangel rechtzeitig entdeckt und unter ärztlicher Aufsicht ausgeglichen, können sich geschädigte Nerven wieder erholen. Die Diagnose stellt der Arzt mit einer Blutuntersuchung.

Überdosierung von Vitamin B12 erhöht das Lungenkrebsrisiko

Erst nach der ärztlichen Diagnose sollten Betroffene Vitaminpräparate oder Nahrungsergänzungsmittel als Ersatz einnehmen. Denn künstlich zugeführte Vitamine können unerwünschte Nebenwirkungen haben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass eine dauerhafte Überdosierung von Vitamin B12 das Lungenkrebsrisiko erhöht.

Weitere Informationen
Tabletten © Fotolia.com Foto: BillionPhotos.com

Nahrungsergänzungsmittel: Vorsicht bei B-Vitaminen

Auch Gesunde greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln und hoffen, ihrem Körper damit etwas Gutes zu tun. Doch wie sinnvoll sind Vitamine und Mineralien aus der Packung? mehr

Ampulle mit Blutprobe für Vitamin-D-Test © fotolia.com Foto: arun011

Vitamin-D-Mangel erkennen und beheben

Mindestens 30 Prozent der Deutschen haben im Winterhalbjahr zu wenig Vitamin D im Blut. Wer in Norddeutschland lebt, hat durch die geringere Sonneneinstrahlung ein noch höheres Risiko. mehr

Experten zum Thema

Herr Dr. Uwe Jahnke, Chefarzt 
Schön Klinik Neustadt
Neurologie. Klinische Neurophysiologie
Am Kiebitzberg 10, 23730 Neustadt/Holstein
Tel. (04561) 54 45 74 00
https://www.schoen-kliniken.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 18.09.2018 | 20:15 Uhr

Mehr Gesundheitsthemen

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht einen Covid-19-Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. © dpa-Bildfunk Foto: Sven Hoppe

Corona: Wie wirkt die Impfung?

Wie wirkt die Impfung gegen das Coronavirus und welche Nebenwirkungen gibt es? mehr

Ein Tropfen hängt an einer Nadelspitze. Dahinter das Wort "Impfung". © picture alliance/Friso Gentsch/dpa Foto: Friso Gentsch

Corona-Impfzentren: Wo und wann wird jetzt geimpft?

Die Impfzentren im Norden sind eingerichtet. Doch wer ist wann an der Reihe und wie kann man sich anmelden? Ein Überblick. mehr

Diagnostik anhand einer Mammodraghie-Aufnahme © dpa/picture alliance Foto: Jan-Peter Kasper

Familiärer Brustkrebs: Krankheitsrisiko durch Genmutation

Eine erbliche Veranlagung für Brustkrebs erhöht das Risiko zu erkranken. Welche Untersuchungen stehen Betroffenen zu? mehr

In einer Grafik sind Lebensmittel in einem Kopf abgebildet. © Colourbox

Essen für die Psyche: Abnehmen hilft bei Depressionen

Forscher vermuten, dass es eine Verbindung zwischen dem Darm und dem Hirn gibt. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr