Stand: 18.03.2019 12:57 Uhr

Was tun bei Arthrose im Sprunggelenk?

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Arthrose im Sprunggelenk ist meist keine Alterserscheinung, sondern Folge einer Verletzung.

Das Sprunggelenk ist das am stärksten belastete Gelenk des menschlichen Körpers. Beim Gehen oder Springen trägt es zum Teil mehr als das Fünffache des Körpergewichts. Arthrose im Sprunggelenk ist in der Regel keine Alterserscheinung, sondern in den meisten Fällen eine Folge von Verletzungen. Bleiben konservative Therapien ohne Erfolg, kann eine Versteifung des Sprunggelenks oder der Einsatz eines Kunstgelenks sinnvoll sein.

Ein Modell von einem Fussgelenk.

Was tun bei Arthrose im Sprunggelenk?

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Bei fortgeschrittener Arthrose im Sprunggelenk können Ärzte das Gelenk versteifen oder ein künstliches Gelenk einsetzen. Wann ist welche Therapie sinnvoll?

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Aufbau des Sprunggelenks

Das Sprunggelenk verbindet Wade und Fuß miteinander. Es setzt sich aus zwei Teilgelenken zusammen - dem oberen und dem unteren Sprunggelenk. Nur beide zusammen ermöglichen, dass der Fuß sich heben, senken und drehen lässt.

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Arthrose im Sprunggelenk: Was hilft?

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Bei fortgeschrittener Arthrose im Sprunggelenk kann eine Versteifung des Gelenks oder der Einsatz eines Kunstgelenks helfen. Über die Therapien informiert Orthopäde Dr. Christian Gauck. Video (04:17 min)

Auslöser für Verletzungen am Sprunggelenk

Zu den häufigsten Auslösern für Verletzungen am Sprunggelenk gehört Umknicken. Auch Brüche oder Bänderverletzungen können direkt oder indirekt über Instabilitäten des Knöchels zu einer voranschreitenden Zerstörung des Knorpelgewebes führen.

Symptome bei Verletzungen am Sprunggelenk

Typische Symptome für Verletzungen des Sprunggelenks sind anlauf- und belastungsabhängige Schmerzen und eine zunehmenden Verformung des Gelenks. Mit fortschreitender Erkrankung nimmt die Beweglichkeit immer weiter ab - bis hin zur natürlichen Versteifung.

Das Ausmaß der Schmerzen muss nicht unbedingt mit dem Grad der Arthrose im Sprunggelenk übereinstimmen. Selbst eine ausgeprägte Arthrose kann zu relativ geringen Schmerzen führen oder sogar beschwerdefrei verlaufen.

Prothese für das Sprunggelenk

Ist nur ein Teil des Sprunggelenks geschädigt, kann eine Prothese eingesetzt werden. Voraussetzungen dafür sind

  • ein gerader hinterer Fuß, der beim Laufen auch gerade aufgesetzt werden kann
  • genügend fester Knochen zur Verankerung der Prothese
  • intakte und stabile Bänder

Liegt in beiden Teilen des Sprunggelenks eine Arthrose vor, würde eine Prothese nicht genügend Stabilität bringen. Auch bei ausgeprägten Fehlstellungen oder starker Osteoporose ist der Einsatz einer Prothese nicht geeignet.

Die Operation zum Einsatz eines Kunstgelenks wird über einen Schnitt an der Vorderseite des Sprunggelenks vorgenommen. Die Gelenkflächen werden entfernt und durch die Prothesen ersetzt. Ein Kunststoff-Gleitkern sorgt für die Verbindung der neuen Gelenkflächen untereinander. Die Haltbarkeit der Prothesen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Problematisch bleibt jedoch der Wechsel einer Prothese im Falle eine Lockerung. Austauschmöglichkeiten, wie sie bei Hüft- oder Knieprothesen bereits möglich sind, existieren nicht, sodass dann möglicherweise doch die Versteifung des Gelenkes nötig ist.

Versteifung: Gefahr der Überbelastung

Sind beide Teile des Sprunggelenks betroffen, ist die Versteifung die Therapie der Wahl. Dabei werden Restknorpel und kaputter Knochen entfernt, bis nur noch gesunder Knochen übrig bleibt. Dann fixiert der Operateur Sprung- und Schienbein mit Schrauben oder Platten und versteift dadurch das Gelenk. Anders als bei einer Prothese kann der Chirurg auch mit Knochenersatzmaterialien arbeiten, in denen die Schrauben oder Platten Halt finden.

Für eine Versteifung sprechen

  • eine Fehlstellung des gesamten Gelenks
  • instabile Bänder
  • eine Arthrose in beiden Anteilen des Sprunggelenks

Nach der Versteifung sind Betroffene in der Regel zunächst beschwerdefrei. Mit der Zeit können veränderte Bewegungsabläufe aber zu Fehl- und Überbelastungen der umgebenden Gelenke in Fuß, Knie und Hüfte führen. Auch geschmeidiges Barfußlaufen ist mit einem versteiften Sprunggelenk nicht mehr möglich, weil die Titanplatte im Gelenk das Abrollen des Fußes verhindert. Mit speziellen Einlagen oder Schuhen mit Abrollsohle können die Betroffenen aber in der Regel normal und ohne Schmerzen laufen.

Weitere Informationen

Wie die richtige Ernährung bei Arthrose hilft

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Experten zum Thema

Dr. Christian Gauck, Leitender Oberarzt
Abteilung Gelenkchirurgie/Orthopädie
Helios ENDO-Klinik Hamburg
Holstenstraße 2
22767 Hamburg
www.helios-gesundheit.de

Prof. Dr. Ralf Skripitz, Chefarzt
Zentrum für Endoprothetik, Fußchirurgie, Kinder- und Allgemeine Orthopädie
Roland Klinik Bremen
Niedersachsendamm 72-74
28201 Bremen
www.roland-klinik.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 19.03.2019 | 20:15 Uhr

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