Stand: 14.06.2019 12:54 Uhr  | Archiv

Tierbiss: Gefährliche Infektionen verhindern

Eine Hand mit einer Katzenbissverletzung © Fotolia.com Foto: mydegage
Katzenbisse sind nicht harmlos. Sie können zu schweren Entzündungen führen.

Viele Menschen kraulen gern Nachbars Hund oder streicheln eine zutrauliche Katze. Doch das kann böse Folgen haben: In Deutschland verzeichnen die Krankenkassen bis zu 50.000 Tierbisse pro Jahr. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher, denn viele gehen mit einer Bisswunde nicht zum Arzt. Dabei können Tierbisse zu einer schweren Blutvergiftung und zu einer Amputation von Gliedmaßen führen.

Gefährliche Bisse von Hunden und Katzen

Hunde zerreißen und quetschen mit einem Biss häufig das komplette Gewebe. Zusätzlich kann sich die Wunde durch eingebrachte Keime infizieren. Nach Katzenbissen an der Hand kommt es bei 30 bis 50 Prozent der Betroffenen zu schweren Infektionen. Das Problem: Katzen haben Zähne wie Injektionsnadeln, die bei einem Biss tief eindringen. Die obere Hautschicht verheilt schnell, aber in tiefen Schichten kann unbemerkt eine Entzündung entstehen, zum Beispiel mit dem gefährlichen Keim Pasteurella multocida. Im Gewebe können sich die Keime stark vermehren. Oft wirken Antibiotika nicht schnell genug - die Entzündung gerät außer Kontrolle.

Operation kann schwere Infektionen verhindern

Immer wieder kommt es vor, dass Ärzte Tierbisse unterschätzen und die Wunden nicht richtig versorgen. In diesen Fällen landen viele Betroffene später mit einer bereits ausgebreiteten Infektion in der Klinik. Bei Bissen an der Hand oder typischen Symptomen wie heißen Schwellungen, blauen oder roten Streifen auf der Haut müssen Betroffene sofort operiert werden:

  • Chirurgen schälen die Wunde aus und entfernen das von Keimen befallene Gewebe. Anschließend bekommt der Patient einige Tage Antibiotika über einen Tropf. So lässt sich die Entzündung in der Regel zurückdrängen.
  • Hat das Tier auch Haut und Nerven verletzt, müssen diese in einer komplizierten OP wieder zusammengenäht werden.
  • In ganz schweren Fällen müssen die Ärzte Gliedmaßen - zum Beispiel den ganzen Unterarm - amputieren, um eine Blutvergiftung (Sepsis) zu verhindern.

Nach Tierbiss sofort ins Krankenhaus gehen

Häufig bleiben nach einem Tierbiss dauerhafte Schäden, etwa Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Solche schweren Folgen lassen sich durch eine sofortige Behandlung nach dem Biss verhindern. Nach einem Biss von Hund oder Katze sollten Betroffene sofort ins Krankenhaus gehen.

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Dr. Paul Preisser, Facharzt für Chirurgie/Unfallchirurgie/Plastische Chirurgie/Handchirurgie, Leiter der Klinik für Handchirurgie
Dr. Okka Pfisterer, Fachärztin für Chirurgie/Handchirurgie
Klinik für Handchirurgie
Agaplesion Diakonie Klinikum
Hohe Weide 17, 20259 Hamburg
(040) 790 20-24 01
www.d-k-h.de

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Visite | 02.07.2019 | 20:15 Uhr

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