Stand: 21.08.2020 10:45 Uhr

Schönheit ohne Falten: Was bringen Cremes und Hyaluron?

Ein Mann trägt Creme im Gesicht auf. © Colourbox
Die Schönheitsindustrie bietet eine Vielzahl von Produkten an - auch für Männer.

Jung, straff, glatt - so eine Haut wünscht sich wohl jeder. Doch mit dem Alter machen sich Falten breit. Die Kosmetikindustrie verspricht Abhilfe. Das Produktangebot ist riesig und bietet reichlich Auswahl für fast jedes Alter und jeden Geldbeutel. Auch die beworbene Wirkstoffpalette ist groß. Die wohl bekanntesten Anti-Falten-Wirkstoffe sind da Co-Enzym Q10, Vitamin A (Retinol), Vitamin E, C und B sowie Hyaluronsäure und Kollagen.

VIDEO: Die Tricks der Schönheitsindustrie (44 Min)

Anti-Falten-Cremes: Rezepturen wohlgehütetes Hersteller-Geheimnis

Dabei sollen das Co-Enzym Q10 und die Vitamine vor allem die hautschädigende  Wirkung der freien Radikale hemmen, während Hyaluronsäure und Kollagen vorhandene Falten auffüllen sollen. Doch die genauen Rezepturen und Wirkstoffmengen der Anti-Falten-Cremes gehören zu den wohlgehüteten Geheimnissen der Hersteller. Nicht selten werden auf der Packung von Anti-Falten-Cremes mess- und sichtbare Ergebnisse versprochen: "Gemilderte Falten in einer Woche" heißt es bei einem Anbieter, "deutlich jüngere Haut nach 28 Tagen" beim nächsten. Andere machen Versprechen für die Zukunft wie "beugt Falten vor".

Tiefe Falten lassen sich nicht einfach wegcremen

Ein aufpolsternder, glättender Effekt lässt sich mit der einen oder anderen Creme zwar erreichen. Wunder darf man aber nicht erwarten. Tiefe Falten lassen sich nicht einfach wegcremen, entsprechende Versprechen in der Werbung sollten Verbraucher also kritisch hinterfragen. In der Leitlinie "Dermokosmetika gegen Hautalterung" der Gesellschaft für Dermopharmazie heißt es unter anderem: "Zahlreiche Kosmetika mit Anti-Aging-Anspruch versprechen viel, doch unterstützen oft nur wenige wissenschaftliche Daten die ausgelobte Wirkung."

Sonnenschutz beugt Falten vor

Eine teure Anti-Falten-Creme ist also keine Garant für glattere Haut. Wichtiger ist, die Haut im Alltag mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Dabei sollte die passende Pflege ausgewählt werden, denn die Haut von 20-Jährigen hat andere Bedürfnisse als die von 60-Jährigen. Mit zunehmendem Alter sollte die Creme in der Regel etwas reichhaltiger werden. Jede Haut ist außerdem anders beschaffen. Auch darauf sollten Verbraucher achten, denn eine Mischhaut braucht eine andere Pflege als eine sehr trockene Haut. Ein hoher Sonnenschutz, viel Flüssigkeit und ausreichend Schlaf können Falten nachweislich vorbeugen. Ungünstig sind dagegen Alkohol, Nikotin, Stress und eine schlechte Ernährung.

Pralle Lippen durch Hyaluron?

Einer Frau wird eine Substanz mit einer Injektionsspritze in die Lippe injiziert (Themenfoto). © colourbox Foto: Zhanna Tretiakova
Immer mehr Frauen und auch Männer lassen sich die Lippen mit Hyaluron aufspritzen.

Um ihren Lippen eine schönere Form zu geben, lassen sich immer mehr Frauen und auch Männer die Lippen mit Hyaluron aufspritzen. Auch an anderen Stellen des Gesichts wird Hyaluronsäure eingesetzt: zum Beispiel gegen Nasolabialfalten (Nasenlippenfurche) oder sogenannte Marionettenfalten, die vom Mundwinkel hinunter zum Kinn verlaufen. Die Spritze durchdringt dabei die Haut, daher ist es aus rechtlicher Sicht eine Injektion, die in Deutschland nur Ärzte und Heilpraktiker verabreichen dürfen. Weil der Körper das Hyaluron mit der Zeit wieder abbaut, muss für den gewünschten Effekt nach einigen Monaten nachgespritzt werden.

Behandlung mit möglichen Nebenwirkungen und Risiken

Da es sich um einen medizinisch nicht notwendigen Eingriff handelt, haben die Behandelnden eine besondere Aufklärungspflicht. Sie müssen dem Patienten nach einem solchen Gespräch die Gelegenheit geben, den Eingriff noch einmal zu überdenken und sich dagegen zu entscheiden. Auf mögliche Nebenwirkungen muss hingewiesen werden. Werden Hygieneregeln nicht befolgt oder wird minderwertige Hyaluronsäure verwendet, kann die Behandlung ernste Folgen haben: Die Haut kann absterben, die Lippe kann sich verformen oder es können sich Knötchen bilden. Die Kosten für die Behebung solcher Folgeschäden übernimmt in der Regel nicht die Krankenkasse. Gegen die sogenannte Zornesfalte in der Stirn sollte übrigens in keinem Fall Hyaluronsäure verabreicht werden, denn es können empfindliche Gefäße verletzt werden, so dass Patienten sogar erblinden könnten.

Keine wirkliche Alternative: Der Hyaluron-Pen

Viele Kosmetikerinnen werben für eine Behandlung mit einem Hyaluron-Pen. Dieser ist frei verkäuflich und innerhalb weniger Stunden kann man auch ein Zertifikat erwerben, um ihn zu verwenden. Mit hohem Tempo schießt der Pen die Hyaluronsäure auf die Lippen. Dabei dringt sie in der Regel nicht tief unter die Haut ein. Ob es sich daher um eine Injektion handelt, ist umstritten. In Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ist die Rechtslage aber inzwischen geklärt: Dort wird die Benutzung des Hyaluron-Pens der Heilkunde zugerechnet. Damit ist sie - wie die Anwendung einer Hyaluron-Spritze - Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten. Die meisten Ärzte bevorzugen jedoch die Verwendung einer Spritze, weil sich mit ihr genauer und gezielter arbeiten lässt.

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Dieses Thema im Programm:

Die Tricks | 24.08.2020 | 21:00 Uhr

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