Nahaufnahme des Gesichts einer älteren Frau mit Pigmentflecken. © panthermedia Foto: rosedepositmyphotos

Pigmentflecken, Altersflecken, Alterswarzen: Was hilft?

Stand: 04.11.2022 11:53 Uhr

Zu viel UV-Strahlung, Hormon- und Stoffwechselstörungen, bestimmte Medikamente oder eine angeborene Neigung führen oft zu Pigment- und Altersflecken oder Alterswarzen. Helfen Cremes und Hausmittel?

Mit den harmlosen, aber von vielen als unschön wahrgenommenen Hautveränderungen möchten sich Betroffene oft nicht abfinden. Hausmittel, Laser oder Cremes stehen zur Bekämpfung der Flecken und Alterswarzen zur Verfügung. Wie entstehen Pigmentflecken?

Wie entstehen Pigmentflecken?

Auch schon junge Menschen, hauptsächlich Frauen, können Pigmentflecken haben oder plötzlich bekommen. Denn in jungen Jahren kann die Melaninproduktion unregelmäßig ablaufen. Einigen Betroffenen ist die Neigung zu Pigmentflecken angeboren - bei anderen sind Medikamente wie die Anti-Baby-Pille oder Antibiotika schuld. Auch Hormon- und Stoffwechsel-Störungen können zu Verfärbungen der Haut führen.

Was verursacht Altersflecken?

Sonnenflecken, auch Altersflecken genannt, zeigen sich meist in der zweiten Lebenshälfte überall dort, wo der Körper im Laufe der Jahre zu viel Sonne abbekommen hat: Vor allem im Gesicht, am Dekolleté und an den Händen treten die gelblich-braunen Flecken auf. In der äußeren Hautschicht (Epidermis) legen sich Melanozyten - das sind die Zellen, die das braune Farb-Pigment Melanin produzieren - auf die Hautzellen, um diese vor UV-Strahlen zu schützen. Ist die Gefahr gebannt, wird das Melanin wieder abgebaut. Doch über die Jahre kommt der Körper mit dem Aufräumen nicht mehr hinterher: Melanin-Reste verbleiben als braune Flecken in der Haut.

Wie lassen sich Pigment- und Altersflecken entfernen?

Der beste Schutz vor Flecken und Warzen ist guter Sonnenschutz. Sind Pigment- oder Altersflecken jedoch schon entstanden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese zu entfernen:

  • Hausmittel gegen Pigment- und Altersflecken: Eine Mischung aus Zwiebelsaft und Apfelessig soll die braunen Stellen verblassen lassen. Auch Zitrone ist beliebt, denn der hohe Säuregehalt durchdringt die Hautschichten und entfernt die ungewünschten Flecken. Doch Expertinnen und Experten raten davon ab, denn solche Hausmittel zum Bleichen, können stark reizen - was in einigen Fällen sogar zu Folgeschäden führen kann, wie zum Beispiel zu kleinen Narben.
  • Die Behandlung per Laser ist erfolgversprechender: Dessen gebündelte Energieteilchen treffen auf die pigmentierten Hautstellen und die Hitze lässt die Melanin-Ansammlungen in winzige Teilchen zerplatzen. Diese werden durch körpereigene Immunzellen abtransportiert. Die Behandlung muss eventuell mehrmals wiederholt werden, um alle Flecken zu erwischen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Flecken an den behandelten Arealen wiederkommen. Jedoch können sich anschließend an anderen Stellen neue Hautveränderungen entwickeln. Die gelaserten Stellen können sich zudem entzünden und es können Narben entstehen. Die Laserbehandlung ist kostspielig: Eine Sitzung kostet zwischen 150 und 200 Euro. Da die Flecken harmlos sind, müssen Betroffene den kosmetischen Eingriff selbst zahlen. Denn es besteht beispielsweise bei Sonnenflecken kein relevantes Risiko für die Entwicklung von Hautkrebs und auch nicht für die Entwicklung anderer Hauterkrankungen aus diesen Flecken.
  • Auch bleichende Cremes, Seren oder Fluids sollen die Flecken unsichtbar machen. Der Erfolg hängt dabei vom Hauttyp der Betroffenen ab und davon, wie stark die Pigment- oder Altersflecken ausgeprägt sind. In frei verkäuflichen Kosmetika sind starke Bleichmittel verboten, daher hat die Wirksamkeit dieser Produkte Grenzen. In verschreibungspflichtigen Präparaten hingegen sind stärkere Bleichmittel erlaubt - zum Beispiel die Vitamin-A-Säure Tretinoin und das Phenol-Derivat Hydrochinon. Allerdings kann es dabei zu Nebenwirkungen kommen: Vitamin-A-Säure kann die Haut sehr stark reizen - und der Wirkstoff Hydrochinon steht im Verdacht, unter bestimmten Bedingungen Krebs auszulösen. Ein weiteres Risiko bei Hydrochinon ist nach längerer Anwendung, dass sich die Haut braun bis grausilbrig verfärbt. Daher sollte man bei verschreibungspflichtigen Produkten genau die Anweisungen des Arztes befolgen.

Wie entstehen Alterswarzen?

Warum einige Menschen Alterswarzen bekommen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Es wird angenommen, dass auch dabei zu viel Sonne eine Mitschuld trägt. Bei den Alterswarzen handelt es sich um Ansammlungen von Hornhautzellen, die sich in der obersten Hautschicht zu einer winzigen Kugel verbunden haben. Das sieht nicht hübsch aus, die Warzen sind aber absolut harmlos. Dennoch sollten Betroffene einen Arzt draufschauen lassen, denn es gibt einige Hautveränderungen, die Alterswarzen ähneln, aber bösartig sind - zum Beispiel Hautkrebs.

Wie wird man Alterswarzen los?

Wenn harmlose Alterswarzen stören, kann man ihnen ebenfalls mit einem Laser zu Leibe rücken: Dabei wird das verhornte Gewebe mit dem Laser gelöst und dann vorsichtig von der Haut gekratzt. Die Kosten von 40 bis 120 Euro müssen Betroffene selbst zahlen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine Warze an der gelaserten Stelle wiederkommt - allerdings können sich an anderen Arealen neue Warzen entwickeln.

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Visite | 08.11.2022 | 20:15 Uhr

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