Stand: 29.08.2017 10:46 Uhr

Nierensteine: Viel trinken senkt Risiko

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Nierensteine können wenige Millimeter klein oder mehrere Zentimeter groß werden.

Nierensteine entwickeln sich zur Volkskrankheit. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Fälle mehr als verdreifacht. In Deutschland leiden etwa fünf Prozent der Menschen an Nierensteinen, Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Nierensteine können lange Zeit unbemerkt bleiben, aber auch schmerzhafte Nierenkoliken und Harnstau verursachen. Im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung. Ein Großteil der Erkrankungen ließe sich verhindern. Die Ursachen für die Entwicklung von Nierensteinen sind eine genetische Veranlagung und der Lebensstil.

Herausoperierte Nierensteine.

Nierensteine: Viel trinken senkt Risiko

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Nierensteine können schmerzhafte Koliken verursachen und im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen. Wie lassen sich die Steine behandeln und verhindern?

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Zu wenig trinken erhöht Risiko für Nierensteine

Für mehr als die Hälfte der Nierenstein-Fälle sind nach aktuellen Studien fünf Faktoren verantwortlich:

  • zu wenig Wasser trinken
  • falsche Ernährung
  • zu viel Kalzium
  • süße Getränke
  • Übergewicht

Ein typischer Nierenstein-Erkrankter ist übergewichtig, unsportlich, isst viel rotes Fleisch und nimmt zu wenig Flüssigkeit zu sich. Eine Veränderung der Ess- und Lebensgewohnheiten kann das Risiko, dass sich ein Nierenstein bildet, um 40 Prozent reduzieren, sagen Experten.

Wie Nierensteine entstehen

Nierensteine entwickeln sich in Folge von ungesunden Ernährungsgewohnheiten, unzureichender Flüssigkeitsaufnahme und Stoffwechselstörungen.

  • 75 Prozent aller Nierensteine sind sogenannte Kalziumoxalatsteine. Sie entstehen durch eine stoffwechselbedingte übermäßige Ausscheidung von Kalzium und Oxalat über den Urin.
  • Bei weiteren zehn Prozent aller Nierensteine handelt es sich um ernährungsbedingte Harnsäuresteine. Sie entstehen vor allem durch die übermäßige Aufnahme von tierischen Eiweißen und Alkohol sowie durch Fastenkuren.
  • Sogenannte Phosphatsteine werden vor allem durch Harnwegsinfekte verursacht.
  • Die Ursache von seltenen Zystinsteinen sind angeborene Stoffwechselstörungen, bei denen es zu einer erhöhten Ausscheidung der schwerlöslichen Aminosäure Zystein im Urin kommt. Die im Urin gelösten Salze oder Harnstoffe kristallisieren und verklumpen.

Weitere Informationen
03:47

Interview: Was hilft bei Nierensteinen?

29.08.2017 20:15 Uhr
Visite

Nierensteine können schmerzhafte Koliken verursachen. Welche Ernährung kann verhindern, dass sich Steine bilden? Professor Klaus-Jürgen Jünemann gibt Tipps. Video (03:47 min)

Chat-Protokoll zum Thema Nierensteine

Wie entstehen Nierensteine und wie können sie behandelt werden? Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann hat am 29. August im Visite Chat Fragen dazu beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen. mehr

Nierensteine: Symptome und Diagnose

Nierensteine entstehen meist im Nierenhohlsystem und wandern über das Nierenbecken in die Harnleiter. Durch die Kontraktion der Muskulatur entstehen dabei die typischen kolik- und krampfartigen Schmerzen.

Verstopfen die Steine die Harnleiter, kann es zu einem behandlungsbedürftigen Harnaufstau kommen. Dann können sich Bakterien sehr schnell vermehren und zu einer Entzündung führen. In einigen Fällen steigen die Entzündungswerte so stark an, dass eine Blutvergiftung droht.

Mit einer Ultraschalluntersuchung kann ein Urologe Nierensteine sicher nachweisen.

Nierensteine behandeln

Kleinere Steine gehen in den meisten Fällen spontan ab. Ihre Ausscheidung kann durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, mit Medikamenten und durch körperliche Aktivität gefördert werden. Werden die Steine nicht spontan ausgeschieden, können sie mit "Extrakorporaler Stoßwellenlithotripsie" (ESWL) oder mit einem endoskopischen Verfahren wie Ureterorenoskopie und Nephrolithotomie zerstört werden.

  • Bei der ESWL werden die Steine durch elektromagnetische Stoßwellen von außen zertrümmert. Die Bruchstücke werden mit dem Urin ausgeschieden. Die Behandlung kann ohne Narkose erfolgen, ist aber nicht schmerzfrei. Sie dauert je nach Größe und Lokalisation des Steines etwa eine Stunde.

  • Bei der Ureterorenoskopie wird eine Spiegelung des gesamten Harntraktes vorgenommen. Steine können so lokalisiert und schonend entfernt werden. Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose.

  • Bei der perkutanen Nephrolithotomie erfolgt die Entfernung der Steine durch eine röntgen- oder ultraschallkontrollierte Punktion der betroffenen Niere durch die Haut. Auch dieser Eingriff erfordert eine Vollnarkose.

Nierensteine verhindern

In bis zu 50 Prozent der Fälle treten Nierensteine wiederholt auf. Daher sind vorbeugende (prophylaktische) Maßnahmen unerlässlich, um eine erneute Entstehung zu verhindern. Sinnvoll sind

  • eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von etwa zwei bis drei Litern pro Tag
  • eine ausgewogene Ernährung
  • die begleitende Gabe von Medikamente wie Allopurinol

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mit Video

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Interviewpartner

Interviewpartner im Studio:
Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann, Urologe
Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Arnold-Heller Straße 3, 24104 Kiel
Tel. (0431) 500-248 01, Fax (0431) 500-248 04
Internet: www.uksh.de/urologie-kiel/

Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Julia Fuchs, Urologin
Dr. Moritz Hamann, Urologe
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Arnold-Heller Straße 3, 24104 Kiel
Tel. (0431) 500-248 01, Fax (0431) 500-248 04
Internet: www.uksh.de/urologie-kiel/

PD Dr. Jan Lehmann, Urologe
Urologische Gemeinschaftspraxis Prüner Gang
Prüner Gang 15, 24103 Kiel
Internet: www.urologie-pruener-gang.de

Weitere Informationen:
Das Nierenportal
Deutsche Gesellschaft für Nephrologie
Internet: www.dgfn.eu

Deutsche Nierenstiftung
Grafenstraße 13, 64283 Darmstadt
Internet: http://nierenstiftung.de
Infomaterial zum Thema "Nierensteine"

Dieses Thema im Programm:

Visite | 29.08.2017 | 20:15 Uhr

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