Stand: 06.03.2018 09:30 Uhr

Herzmuskelverdickung erkennen und behandeln

Mehr Muskeln? Das gilt in den meisten Fällen als erstrebenswert. Doch im Fall unseres Herzens ist dies eine gefährliche Entwicklung, die unbedingt medizinisch behandelt werden muss. Normalerweise hat das erwachsene menschliche Herz ein Gewicht von rund 300 Gramm, und der Muskel, der die beiden Herzkammern trennt, misst 11 Millimeter Stärke. Eine Zunahme der Herzmuskelmasse - Herzmuskel-Hypertrophie genannt - zeigt meist an, dass das Herz zu viel arbeiten muss. Gleichzeitig ist die körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Eine Ausnahme sind Leistungssportler aus dem Ausdauerbereich. Bei ihnen führt eine Vergrößerung des Herzens zu besserer Leistungsfähigkeit.

Jörn Klasen und Patient stehen in der Hausboot-Küche. © NDR

Blutdrucksenkend essen bei Herzmuskelverdickung

Die Ernährungs-Docs

Heino L.s Herzmuskel ist krankhaft verdickt - zu hoher Blutdruck verschlimmert das Problem. Werden salzarmes Essen, Gewichtsreduktion und eine Gesangstherapie ihm helfen?

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Ursache

Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass die Muskelmasse der linken Herzkammerwand zunimmt. Der häufigste Auslöser ist Bluthochdruck. Der erhöhte Druck in den Arterien macht es für das Herz schwieriger, mit dem Pumpschlag die Aortenklappe aufzustemmen und das Blut in den Körper auszuwerfen. Das Herz versucht, diese erhöhte Anstrengung durch Muskelwachstum zu kompensieren.

Mögliche Ursache ist auch ein von Geburt an oder nach einer Herzentzündung verengter Übergang zur Hauptschlagader (Aorta). Denn ist die Herzklappe zu eng (Aortenklappen-Stenose) beziehungsweise der Durchfluss behindert, dann kann das Blut nicht problemlos aus der linken Herzkammer in den Körper strömen. Die Herzkammerwand reagiert auf den erhöhten Gegendruck und die verstärkte Anstrengung mit Muskelwachstum.

Nur in wenigen Fällen ist die rechte Herzkammer betroffen, etwa bei Lungengefäßhochdruck. Einen Sonderfall stellt die hypertrophe Kardiomyopathie dar: Hier ist der Herzmuskel aufgrund einer erblichen Veranlagung verdickt. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf.

So entsteht eine Herzmuskelverdickung

Symptome

Bei den meisten Menschen macht sich eine krankhafte Herzwandverdickung früher oder später durch eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit bemerkbar. Die Herzkammer kann nicht mehr genügend Blut aufnehmen, ihre Wand wird mit der Zeit nicht nur dicker, sondern auch steifer. Denn zwischen die Muskelfasern lagert sich auch nichtmuskuläres Fasergewebe ein. Die verringerte Elastizität des Muskels führt zu einer verminderten Pumpleistung, die sich oft als Kurzatmigkeit bemerkbar macht.

Weitere Symptome, die möglicherweise auf einen verdickten Herzmuskel hinweisen:

  • Schwindel
  • Ohnmachtsanfälle
  • chronische Müdigkeit
  • dicke Beine (Ödeme)
  • häufiges Wasserlassen
  • Herzrhythmusstörungen

Im weiteren Verlauf treten die Symptome nicht nur unter Belastung, sondern auch im Ruhezustand auf. Ab einem Gewicht von etwa 500 Gramm können die Herzkranzgefäße das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Dieses Missverhältnis von Sauerstoffbedarf des Herzmuskels und Sauerstoffangebot äußert sich oft durch Brustschmerzen, bekannt als Angina pectoris. Spätestens jetzt besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 07.03.2017 | 21:00 Uhr

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Ernährungs-Therapie

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