Stand: 24.10.2019 10:44 Uhr

Herzmuskelverdickung erkennen und behandeln

Mehr Muskeln? Das gilt in den meisten Fällen als erstrebenswert. Doch im Fall unseres Herzens ist dies eine gefährliche Entwicklung, die unbedingt medizinisch behandelt werden muss. Normalerweise hat das erwachsene menschliche Herz ein Gewicht von rund 300 Gramm, und der Muskel, der die beiden Herzkammern trennt, misst 11 Millimeter Stärke. Eine Zunahme der Herzmuskelmasse - Herzmuskel-Hypertrophie genannt - zeigt meist an, dass das Herz zu viel arbeiten muss. Gleichzeitig ist die körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Eine Ausnahme sind Leistungssportler aus dem Ausdauerbereich. Bei ihnen führt eine Vergrößerung des Herzens zu besserer Leistungsfähigkeit.

Ursache meist Bluthochdruck

Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass die Muskelmasse der linken Herzkammerwand zunimmt. Der häufigste Auslöser ist Bluthochdruck. Der erhöhte Druck in den Arterien macht es für das Herz schwieriger, mit dem Pumpschlag die Aortenklappe aufzustemmen und das Blut in den Körper auszuwerfen. Das Herz versucht, diese erhöhte Anstrengung durch Muskelwachstum zu kompensieren.

Mögliche Ursache ist auch ein von Geburt an oder nach einer Herzentzündung verengter Übergang zur Hauptschlagader (Aorta). Denn ist die Herzklappe zu eng (Aortenklappen-Stenose) beziehungsweise der Durchfluss behindert, dann kann das Blut nicht problemlos aus der linken Herzkammer in den Körper strömen. Die Herzkammerwand reagiert auf den erhöhten Gegendruck und die verstärkte Anstrengung mit Muskelwachstum.

Nur in wenigen Fällen ist die rechte Herzkammer betroffen, etwa bei Lungengefäßhochdruck. Einen Sonderfall stellt die hypertrophe Kardiomyopathie dar: Hier ist der Herzmuskel aufgrund einer erblichen Veranlagung verdickt. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf.

So entsteht eine Herzmuskelverdickung

Symptome kommen schleichend

Bei den meisten Menschen macht sich eine krankhafte Herzwandverdickung früher oder später durch eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit bemerkbar. Die Herzkammer kann nicht mehr genügend Blut aufnehmen, ihre Wand wird mit der Zeit nicht nur dicker, sondern auch steifer. Denn zwischen die Muskelfasern lagert sich auch nichtmuskuläres Fasergewebe ein. Die verringerte Elastizität des Muskels führt zu einer verminderten Pumpleistung, die sich oft als Kurzatmigkeit bemerkbar macht.

Weitere Symptome, die möglicherweise auf einen verdickten Herzmuskel hinweisen:

  • Schwindel
  • Ohnmachtsanfälle
  • chronische Müdigkeit
  • dicke Beine (Ödeme)
  • häufiges Wasserlassen
  • Herzrhythmusstörungen

Beschwerden im fortgeschrittenen Stadium

Im weiteren Verlauf treten die Symptome nicht nur unter Belastung, sondern auch im Ruhezustand auf. Ab einem Gewicht von etwa 500 Gramm können die Herzkranzgefäße das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Dieses Missverhältnis von Sauerstoffbedarf des Herzmuskels und Sauerstoffangebot äußert sich oft durch Brustschmerzen, bekannt als Angina pectoris. Spätestens jetzt besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Herzmuskelverdickung zeigt sich oft im Ultraschall

Eine Herzmuskel-Hypertrophie lässt sich in der Regel durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens erkennen. Liefert diese sogenannte Echokardiografie nicht genügend Erkenntnisse, kann der Arzt zusätzlich ein MRT (Magnetresonanztomograpfie) des Herzens anordnen.

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Mithilfe eines Modells erklärt Ernährungs-Doc Jörn Klasen, welche Gefahr von einer Herzmuskelverdickung ausgeht.

Außerdem geben die Laborwerte einer Blutentnahme dem Arzt Aufschluss über mögliche Ursachen der Erkrankung. Bei Verdacht auf Bluthochdruck als Auslöser muss sich der Patient einer 24-Stunden-Blutdruckmessung unterziehen. Ein nächtliches Screening mit einer Messapparatur zeigt, ob eine Schlaf-Apnoe die Herzmuskelverdickung bewirkt hat.

Rechtzeitige Behandlung wichtig

Eine Herzwandverdickung lässt sich nicht rückgängig machen - mit Ausnahme des Sportlerherzens. Wird sie aber rechtzeitig erkannt, lässt sich mithilfe einer geeigneten Therapie ein Fortschreiten der Erkrankung aufhalten. Ohne Maßnahmen wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) entwickeln, die einen Herzinfarkt oder gar Herztod zur Folge haben kann.

Die Therapie richtet sich nach dem individuellen Auslöser für die Verdickung. Liegt ein Herzklappenfehler vor, so wird dieser Defekt meistens durch einen operativen Eingriff behoben. Ist ein zu hoher Blutdruck die Ursache für die Herzmuskelverdickung, muss der Patient wahrscheinlich Medikamente gegen den Bluthochdruck einnehmen. Außerdem ist Ausdauersport hilfreich - geeignete Bewegung hilft sehr gut, den Blutdruck zu senken und damit das Herz zu entlasten.

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Auch wirkt Blutspenden bei vielen Menschen blutdrucksenkend. Deswegen kann es sinnvoll sein, drei- bis viermal im Jahr zur Blutspende zu gehen.

Den Blutdruck mit gezielter Ernährung senken

Auch gezielte Ernährung hilft, den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. Betroffene sollten mindestens zwei Liter täglich trinken und darauf achten, dass sie nicht mehr als drei Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen. Außerdem tabu: Fertiggerichte, Weizen und Süßes. Stattdessen gehören vegetarische, eiweißreiche Gerichte mit entzündungshemmenden Gewürzen auf den Speiseplan. Zudem kann bei Übergewicht Intervallfasten positive Auswirkungen haben.

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 16.07.2018 | 21:00 Uhr

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