HaNDL-Syndrom: Symptome erkennen und behandeln

Stand: 06.10.2020 12:17 Uhr

Das HaNDL-Syndrom ist eine Erkrankung mit wiederkehrenden Kopfschmerzen und neurologischen Ausfällen. Meist verschwindet die Erkrankung nach kurzer Zeit von allein.

Die Abkürzung HaNDL steht für Headache attacks with Neurological Deficits and CSF Lymphocytosis. Auf Deutsch heißt das etwa: Kopfschmerzanfälle mit neurologischen Ausfällen und bestimmten Entzündungszellen im Gehirn. Die Erkrankung wurde erstmals 1981 beschrieben, die Ursache ist bisher unbekannt. Das HaNDL-Syndrom wird auch als Pseudomigräne mit Pleozytose (PMP) bezeichnet.

Verschiedene neurologische Symptome wechseln sich ab

Typisch für das HaNDL-Syndroms ist, dass immer wieder unterschiedliche neurologische Symptome auftreten, darunter häufig

  • halbseitige Lähmungen
  • Gefühlsstörungen
  • Sprechstörungen
  • Sehstörungen
  • andere Nervenstörungen

Diagnostik mit CT und MRT meist nicht möglich

Die Diagnostik ist schwierig, denn bildgebende Untersuchungsverfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) zeigen bei einem HaNDL-Syndrom kaum Auffälligkeiten. Auch die Hirnstromkurven (EEG) zeigen meist nur unspezifische Veränderungen.

Schwere Erkrankungen ausschließen

Bei plötzlich einsetzenden Kopfschmerzen und neurologischen Ausfällen sollte der Arzt zunächst andere, schwere Erkrankungen ausschließen, zum Beispiel:

  • Subarachnoidalblutung
  • Hirnhautentzündung
  • Hirnentzündung
  • Schlaganfall
  • Sinusvenenthrombose
  • Hirntumor
  • Gefäßerkrankungen
  • Migräne mit Aura

Nach zwei bis drei Wochen verschwindet das HaNDL-Syndrom in der Regel von allein.

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Markus Naumann, Klinikdirektor
Priv.-Doz. Dr. Antonios Bayas, Leitender Oberarzt und Leiter des MS-Schwerpunktes
Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie
Universitätsklinikum Augsburg
Stenglinstraße 2
86156 Augsburg
www.uk-augsburg.de

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