Stand: 01.04.2019 10:41 Uhr

Fettleber erkennen und behandeln

Weit verbreitet und selten bemerkt: Knapp ein Viertel aller Erwachsenen hierzulande ist von Leberverfettung betroffen - und die Zahl nimmt stetig zu. Von den stark Übergewichtigen und den Diabetikern haben rund 85 Prozent eine Fettleber, und bereits jedes dritte übergewichtige Kind leidet an dieser Krankheit. Man unterscheidet dabei drei Stufen:

  • Stufe 1: reine Fettleber ohne entzündliche Reaktion
  • Stufe 2: Fettleber mit entzündlicher Reaktion (Steatohepatitis, entwickelt jeder zweite Betroffene)
  • Stufe 3: Leberzirrhose (Fettzirrhose, etwa zehn Prozent der Fälle)

Eine Modellleber aus Plastik liegt auf einem Tisch.

Fettleber erkennen und behandeln

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Etwa ein Viertel der Erwachsenen hat - oft ohne es zu wissen - eine Fettleber. Sie gilt als Vorstufe von Diabetes, lässt sich aber zum Glück gerade ernährungsmedizinisch gut behandeln.

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Wer eine Fettleber hat, für den steigt das Risiko der Entwicklung von Typ-2-Diabetes, Leberentzündungen und Leberkrebs. Bluthochdruck, Herz- und Gefäßkrankheiten gehen ebenfalls häufig mit der Leberverfettung einher.

Ursachen: falsche Ernährung und mangelnde Bewegung

Die Leberverfettung ist eine Zivilisationskrankheit, ihre Ursachen liegen großteils in der modernen Lebensweise: falsche Ernährung - besonders zu viele Kohlenhydrate - und mangelnde Bewegung. Übergewicht, aber auch Alkoholmissbrauch und bestimmte Medikamente begünstigen die Krankheit.

Wie entsteht eine Fettleber?

Allerdings sind auch schlanke Menschen nicht davor gefeit. Eiweißmangel - zum Beispiel durch Unterernährung - kann ebenfalls auf Dauer zu einer Fettleber führen. Das Risiko erhöht sich auch während der Schwangerschaft, nach einer teilweisen Leberentfernung oder nach Operationen, die Teile des Dünndarms ausschalten.

Symptome der Fettleber zeigen sich erst sehr spät

Hintergrundwissen: Leber

Die Leber ist das wichtigste Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Drei Millionen Leberzellen können mehr als 500 biochemische Prozesse durchführen. Sie entgiften den Körper, produzieren und speichern Eiweiße und verwerten Fette.

Die Krankheit kann über Jahre völlig unbemerkt verlaufen. Die Leber lagert Fett ein und schwillt an - in schweren Fällen bis auf die doppelte Größe. Doch das Organ leidet im Verborgenen, äußert seine Qual allenfalls durch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Selbst die sogenannten Leberwerte (GOT, GPT) geben im ersten Stadium bei einer Blutuntersuchung noch keinen Hinweis. Erst wenn die Fettleber sich entzündet, steigen die Leberwerte an, und es treten mitunter Symptome einer Gelbsucht auf. Da eine verfettete Leber ihren Aufgaben bei der Stoffwechselkontrolle nicht mehr richtig nachkommen kann, entgleisen allmählich die Blutzucker- und Blutfettwerte.

Möglichkeiten der Diagnose einer Fettleber

Oft kann der Arzt eine vergrößerte Leber (Hepatomegalie) schon ertasten. Die Bestätigung der Diagnose "Fettleber" ist möglich durch:

  • Ultraschall (Sonografie) des Oberbauchs und
  • Blutentnahme mit Bestimmung der Leberenzyme: Erhöhung der Gamma-GT (GGT) bei reiner Fettleber - Stufe 1 -, Erhöhung von GPT und GOT bei bereits entzündeter Fettleber.

Aus den Blutwerten für GGT und Triglyceride errechnet der Arzt unter Zuhilfenahme von BMI (Körpergröße-Gewicht-Verhältnis) und Taillenumfang den sogenannten Fettleber-Index (FLI). Liegt dessen Wert über 60 und ist die Leber im Ultraschall vergrößert, darf die Diagnose Fettleber als gesichert gelten. Nur in seltenen Fällen wird noch eine Punktion der Leber (Leberbiopsie) vonnöten sein - das ist die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe bei lokaler Betäubung, zur mikroskopischen Untersuchung.

Ernährungsumstellung ist einziger Behandlungsansatz

Medikamente gegen Leberverfettung gibt es nicht. Aber eine Umstellung der Ernährung kann viel bewirken. In der Regel ist die Einlagerung von Fett (überwiegend von Triglyceriden) in die Leberzelle reversibel - kann also rückgängig gemacht werden. Häufig genügen schon eine ausgewogene, gesunde Ernährungsweise und der Verzicht auf Alkohol, um die Fetteinlagerungen vollständig rückzubilden. Erfolgreich ist vor allem eine Ernährung nach Logi, also mit wenig Kohlenhydraten - auch als "Low Carb" bekannt.

Logi-Methode

Logi steht für "Low Glycemic and Insulinemic Diet": eine Ernährung, die den Blutzucker- und Insulinspiegel niedrig hält. Entscheidend sind also wenig Kohlenhydrate. Die sogenannte Logi-Ernährungspyramide hat vier Ebenen:

  • Die Basis bilden stärkearme Gemüse, Salate, Obst und hochwertige Öle: Sie sollten den Großteil der Ernährung ausmachen.
  • Auf der zweiten Ebene finden sich Fleisch, Fisch und Milchprodukte - sie gehören zur täglichen Nahrungsaufnahme.
  • Die dritte Ebene beinhaltet Vollkornprodukte (Basmati-, brauner Reis, Nudeln): davon pro Mahlzeit nur wenig konsumieren.
  • An der Spitze der Pyramide befinden sich Getreideprodukte aus Weißmehl, mehlige Kartoffeln und Süßwaren. Da sie den Blutzucker-Haushalt stark belasten, soll man sie selten oder gar nicht essen.

Bei fortgeschrittener Fettleber oder starkem Übergewicht (Adipositas) sollte zudem kalorienreduziert gegessen werden. Intervallfasten hilft dabei, das Gewicht zu reduzieren und den Stoffwechsel zu normalisieren.

Gestärkt wird die Leberfunktion durch den präbiotischen Nährstoff Inulin. Er gehört zu den Ballaststoffen und steckt unter anderem in vielen Wurzelgemüsen. Ein gehäufter Teelöffel am Tag wirkt sich nicht nur positiv auf die Darmflora aus, sondern auch auf die Leberfunktion und beeinflusst schlechte Blutfette positiv.

In manchen Fällen wird der Arzt ein kurzzeitiges "Leberfasten" mit speziellen Eiweiß-Drinks verordnen, bevor die eigentliche Kostumstellung beginnt.

Und nicht vergessen: genügend Bewegung - moderate reicht, Hochleistungssport ist nicht nötig. Aber 10.000 Schritte am Tag sollten es sein!

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Dieses Thema im Programm:

Visite | 04.02.2019 | 21:00 Uhr

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