Stand: 20.01.2020 21:00 Uhr  - Die Ernährungs-Docs

Eine Fettleber erkennen und behandeln

Weit verbreitet und selten bemerkt: Knapp ein Viertel aller Erwachsenen hierzulande ist von Leberverfettung betroffen - und die Zahl nimmt stetig zu. Von den stark Übergewichtigen und den Diabetikern haben rund 85 Prozent eine Fettleber, und bereits jedes dritte übergewichtige Kind leidet an dieser Krankheit. Man unterscheidet dabei drei Stufen:

  • Stufe 1: reine Fettleber ohne entzündliche Reaktion
  • Stufe 2: Fettleber mit entzündlicher Reaktion (Steatohepatitis, entwickelt jeder zweite Betroffene)
  • Stufe 3: Leberzirrhose (Fettzirrhose, etwa zehn Prozent der Fälle)

Die Fettleber gesund fasten

Die Ernährungs-Docs -

Steffen M. hat eine Fettleber. Er isst nicht viel, aber fast nur das Falsche: Fertiggerichte, Brot, süße Getränke. Frisch kochen und backen ist nun angesagt, außerdem Intervallfasten.

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Wer eine Fettleber hat, für den steigt das Risiko der Entwicklung von Typ-2-Diabetes, Leberentzündungen und Leberkrebs. Bluthochdruck, Herz- und Gefäßkrankheiten gehen ebenfalls häufig mit der Leberverfettung einher.

Ein Experte am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hat einen Selbsttest entwickelt, mit dem Sie Ihr Fettleber-Risiko in ein paar Minuten online bestimmen können.

Ursachen: falsche Ernährung und mangelnde Bewegung

Die Leberverfettung ist eine Zivilisationskrankheit, ihre Ursachen liegen großteils in der modernen Lebensweise: falsche Ernährung - besonders zu viele Kohlenhydrate - und mangelnde Bewegung. Übergewicht, aber auch Alkoholmissbrauch und bestimmte Medikamente begünstigen die Krankheit.

Allerdings sind auch schlanke Menschen nicht davor gefeit. Eiweißmangel - zum Beispiel durch Unterernährung - kann ebenfalls auf Dauer zu einer Fettleber führen. Das Risiko erhöht sich auch während der Schwangerschaft, nach einer teilweisen Leberentfernung oder nach Operationen, die Teile des Dünndarms ausschalten.

Symptome der Fettleber zeigen sich erst sehr spät

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So sieht eine Fettleber aus: überdimensioniert, hart, gelblich.

Die Krankheit kann über Jahre völlig unbemerkt verlaufen. Die Leber lagert Fett ein und schwillt an - in schweren Fällen bis auf die doppelte Größe. Doch das Organ leidet im Verborgenen: Die Belastung der Leber zeigt sich allenfalls durch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Selbst die sogenannten Leberwerte (GOT, GPT) geben im ersten Stadium bei einer Blutuntersuchung noch keinen Hinweis. Erst wenn die Fettleber sich entzündet, steigen die Leberwerte und es treten mitunter Symptome einer Gelbsucht auf. Da eine verfettete Leber ihren Aufgaben bei der Stoffwechselkontrolle nicht mehr richtig nachkommen kann, entgleisen allmählich die Blutzucker- und Blutfettwerte.

Nach der Verfettung drohen Entzündung, Vernarbung, Zirrhose

Wenn das vermehrte Fett im Laufe der Zeit zu einer Entzündung der Leber führt, drohen schwerwiegende Folgen: Das Lebergewebe kann sich verhärten, vernarben und schließlich sogar zu einer Leberzirrhose entwickeln. Dann kommt möglicherweise nur noch eine Lebertransplantation infrage. Doch im ersten Stadium lässt sich alles noch zurückdrehen: Um eine Fettleber zu entfetten und zu heilen, reicht es aus, fünf bis sieben Prozent des Körpergewichts abzunehmen.

Möglichkeiten der Diagnose einer Fettleber

Oft kann der Arzt eine vergrößerte Leber (Hepatomegalie) schon ertasten. Die Bestätigung der Diagnose "Fettleber" ist möglich durch:

  • Ultraschall (Sonografie) des Oberbauchs und
  • Blutentnahme mit Bestimmung der Leberenzyme: Erhöhung der Gamma-GT (GGT) bei reiner Fettleber - Stufe 1 -, Erhöhung von GPT und GOT bei bereits entzündeter Fettleber.

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Ultraschallbild einer Fettleber.

Aus den Blutwerten für GGT und Triglyceride errechnet der Arzt unter Zuhilfenahme von BMI (Körpergröße-Gewicht-Verhältnis) und Taillenumfang den sogenannten Fettleber-Index (FLI). Liegt dessen Wert über 60 und ist die Leber im Ultraschall vergrößert, darf die Diagnose Fettleber als gesichert gelten. Nur in seltenen Fällen wird noch eine Punktion der Leber (Leberbiopsie) vonnöten sein - das ist die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe bei lokaler Betäubung zur mikroskopischen Untersuchung.

Ob das Lebergewebe schon durch eine Entzündung vernarbt ist und eine Tendenz zur Fibrose vorliegt, kann der Arzt mit einem Fibroscan untersuchen, einer Art Ultraschall. Er misst damit die Elastizität der Leber.

Ernährungsumstellung ist einziger Behandlungsansatz

Medikamente gegen Leberverfettung gibt es nicht. Aber eine Umstellung der Ernährung kann viel bewirken. In der Regel ist die Einlagerung von Fett (überwiegend von Triglyceriden) in die Leberzelle reversibel - kann also rückgängig gemacht werden. Häufig genügen schon eine ausgewogene, gesunde Ernährungsweise und der Verzicht auf Alkohol, damit sich die Fetteinlagerungen vollständig zurückbilden. Erfolgreich ist vor allem eine Ernährung mit weniger Kohlenhydraten - auch als "Low Carb" bekannt.

Wichtig: Zwischen den Mahlzeiten braucht die Leber Pausen. Die alte Regel, lieber viele kleine Mahlzeiten zu essen, kann die Leberzellen überfordern.

Fasten für die Leber

Bei fortgeschrittener Fettleber oder starkem Übergewicht (Adipositas) sollte zudem kalorienreduziert gegessen werden. Intervallfasten hilft dabei, das Gewicht zu reduzieren und den Stoffwechsel zu normalisieren.

Gestärkt wird die Leberfunktion durch den präbiotischen Nährstoff Inulin. Er gehört zu den Ballaststoffen und steckt unter anderem in vielen Wurzelgemüsen. Ein gehäufter Teelöffel am Tag kann sich positiv auswirkgen auf

  • Darmflora
  • Leberfunktion
  • Blutfette

In manchen Fällen wird der Arzt ein kurzzeitiges "Leberfasten" mit speziellen Eiweiß-Drinks verordnen, bevor die eigentliche Kostumstellung beginnt.

Und nicht vergessen: genügend Bewegung - moderate reicht, Hochleistungssport ist nicht nötig. Aber 10.000 Schritte am Tag sollten es mindestens sein.

Logi-Methode

Logi steht für "Low Glycemic and Insulinemic Diet": eine Ernährung, die den Blutzucker- und Insulinspiegel niedrig hält. Entscheidend sind also wenig Kohlenhydrate. Die sogenannte Logi-Ernährungspyramide hat vier Ebenen:

  • Die Basis bilden stärkearme Gemüse, Salate, Obst und hochwertige Öle: Sie sollten den Großteil der Ernährung ausmachen, mindestens die Hälfte jeder Mahlzeit.
  • Auf der zweiten Ebene finden sich Eiweißquellen wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte oder pflanzliche Alternativen - sie gehören zur täglichen Nahrungsaufnahme.
  • Die dritte Ebene beinhaltet Vollkornprodukte (Basmati-, brauner Reis, Nudeln): davon pro Mahlzeit nur wenig konsumieren.
  • An der Spitze der Pyramide befinden sich Getreideprodukte aus Weißmehl, mehlige Kartoffeln und Süßwaren. Da sie den Blutzucker-Haushalt stark belasten, soll man sie selten oder gar nicht essen.

Wichtig: Zwischen den Mahlzeiten braucht die Leber Pausen. Die alte Regel, lieber viele kleine Mahlzeiten zu essen, kann die Leberzellen überfordern.

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 20.01.2020 | 21:00 Uhr

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