Stand: 07.10.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Fehldiagnose bei Knieschmerz vermeiden

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Beschwerden im Knie können vielfältige Ursachen haben.

Es drückt, es knirscht, es schmerzt oder sticht - Beschwerden im Knie sind so vielfältig wie die möglichen Ursachen. Das Knie ist ein kompliziertes Gelenk und das macht den Weg zur richtigen Diagnose oft schwierig. Fehldiagnosen und unnötige Operationen sind gerade bei Kniebeschwerden nicht selten.

Zu den häufigsten Ursachen gehören Probleme mit der Kniescheibe, mit den Kreuzbändern und Meniskusverletzungen. Doch es gibt auch ganz andere Krankheiten, die sich durch Knieschmerzen bemerkbar machen können. Dazu gehören zum Beispiel die Rheumatoide Arthritis, aber auch Gicht, Schuppenflechte, die durch Zecken verbreitete Borreliose oder Infektionskrankheiten.

Genaue Beschreibung der Schmerzen bringt erste Spur

Wesentliche Hinweise auf die Ursache der Beschwerden gibt meist schon das Patientengespräch. Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Arzt sich genug Zeit nimmt, damit der Patient seine Schmerzen so genau wie möglich beschreibt. Vier einfache Fragen bringen den Arzt in der Regel auf die richtige Spur:

Antworten auf diese Fragen bringen Aufschluss

1. Wie lange bestehen die Schmerzen schon so?
2. Wie genau haben die Beschwerden begonnen beziehungsweise wobei sind diese das erste Mal aufgetreten?
3. Was hat sich seitdem getan, wie hat sich der Schmerz entwickelt?
4. Welche Untersuchungen sind bereits durchgeführt worden?

Anschließend tastet der Arzt das Knie ab, prüft die Beweglichkeit und punktiert eventuell einen etwaigen Erguss, um die Gelenkflüssigkeit im Labor auf Anzeichen für Rheuma, eine Infektion oder einen Zeckenbiss untersuchen zu lassen.

Hinzu kommen diverse Blutuntersuchungen auf Entzündungs- und Rheumafaktoren, bei Verdacht auf Gicht auch auf erhöhte Harnsäurewerte sowie Röntgenaufnahmen des schmerzenden Kniegelenks. Bei Bedarf werden zusätzlich Kernspin- oder Computertomografie, Ultraschall- oder nuklearmedizinische Untersuchungen (Knochenszintigrafie) eingesetzt, um der Ursache der Beschwerden auf die Spur zu kommen.

Bei Unsicherheit zweite Meinung einholen

Gibt es Anzeichen für mechanische Probleme wie eine Meniskus- oder Kreuzbandverletzung, ermöglicht die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) den direkten Blick ins Gelenk und mitunter sogar die Glättung oder Reparatur des Schadens. Bei allen technischen Möglichkeiten bleibt aber das Gespräch und genaue Zuhören des Arztes der wichtigste Teil der Diagnostik. Patienten sollten deshalb ihrem Körper vertrauen und einen Arzt suchen, der das Problem ernst nimmt und versteht. Wer unsicher ist, sollte spätestens beim Stichwort "OP" eine zweite Meinung einholen, um einen unnötigen Eingriff zu vermeiden.

Interviewpartner

Im Studio:
Prof. Dr. Oliver Dierk
Sportorthopäde und Chirurg
Ltd. Arzt der Orthopädischen Abteilung im Albertinen-Krankenhaus Hamburg
Klinik für Orthopädie u. Unfallchirurgie
Süntelstraße 11a
22457 Hamburg
Tel. (040) 558 81
Internet: www.albertinen.de/krankenhaeuser/albertinen_krankenhaus/zentren_kliniken_institute/
orthopaedie_unfallchirurgie

Orthopädie-Zentrum Hamburg
Poststraße 2-4, 20354 Hamburg
Tel. (040) 351 05 50, Fax (040) 35 10 55 77
Internet: www.orthopaedie-zentrum-hamburg.de

Im Beitrag:
Dr. Pontus Harten
Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie
Sophienblatt 1
24103 Kiel
Tel. (0431) 600 50 07
Internet: www.rheumapraxiskiel.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 07.10.2014 | 20:15 Uhr

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