Sodbrennen mit der richtigen Ernährung verhindern

Stand: 18.01.2022 10:55 Uhr

Die Ernährung spielt eine große Rolle bei der Refluxkrankheit. Kleine Mahlzeiten, wenig Fett und Zucker, nicht zu spät essen - das schützt Magen und Speiseröhre vor Sodbrennen.

Die wichtigste Maßgabe bei Sodbrennen: lieber vier bis fünf kleine Mahlzeiten essen statt zwei, drei große. So wird der Magen nicht überlastet. Etwa vier Stunden vor dem Schlafengehen sollten Betroffene nichts mehr essen, damit die Nahrung vor dem Hinlegen den Magen großteils schon passiert hat.

Süßes und allzu Fettiges führt häufig zu Beschwerden - ungünstig sind zum Beispiel Schokolade, Salate mit Mayonnaise oder fettiges Fleisch. Auch viele Kohlsorten, Zwiebeln und Knoblauch wirken eher reizend und müssen mit Vorsicht genossen werden. Beruhigend für den Magen ist dagegen Eiweiß, zum Beispiel aus Milchprodukten, hellem Fleisch oder (je nach individueller Verträglichkeit) Nüssen. Auch ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse und Vollkornprodukte - aber nicht zu grobe - helfen der Verdauung.

Wenig Süßes und Saures essen

Schädliche Zuckermengen stecken oft in Fertigprodukten wie Fruchtjoghurts, Pudding und Eis. Ebenso können Weißmehlprodukte wie etwa Kuchen oder helle Brötchen Reflux-Beschwerden verschlimmern. Heißhunger auf Backwaren und Süßes lässt sich durch Bittertropfen vertreiben: auf den Handrücken träufeln, schnuppern - der Appetit ist wie weggeblasen.

Vorsicht geboten ist außerdem bei säurehaltigen Nahrungsmitteln, sie wirken reizend auf die empfindliche Schleimhaut. Das gilt für saures Obst ebenso wie beispielsweise für Kaffee und Sprudel oder Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure. Ähnlich verhält es sich mit scharfen Aromen - Chili oder rohe Zwiebeln beispielweise sind bei Reflux nicht zu empfehlen.

Leinsamen-Aufguss lindert Sodbrennen

Zwei große Löffel mit Leinsamen © Colourbox
Leinsamen haben viele gute Wirkungen. Besonders helle Leinsamen helfen bei Sodbrennen.

Zur Schonung der Speiseröhre und Magenschleimhaut hilft oft ein Leinsamen-Aufguss. Dazu 1 EL (ca. 10 g) helle Leinsamen (Goldleinsamen) in einem Teesäckchen verpackt in einen Becher geben, mit 150 ml kochend heißem Wasser übergießen und 20 Minuten quellen lassen. Teesäckchen mithilfe eines Teelöffels ausdrücken und dann entfernen. Den leicht nussig schmeckenden Aufguss in kleinen Schlucken über den Tag verteilt trinken. Am wirkungsvollsten sind bei vielen Menschen frisch geschrotete Leinsamen. Die Anwendung sollte sich über vier bis sechs Wochen erstrecken.

Säureschutz-Suppe "KüKaLeiWa"

Silbenpuzzle "Kükaleiwa" liegt auf dem Tisch, dahinter Kümmelsamen, Kartoffel, Leinsamen und Wasser. © NDR
"Kükaleiwa" heißt das Säureschutzgetränk aus Kümmelsamen, Kartoffel, Leinsamen und Wasser.

Dieser Sud wird über den Tag verteilt getrunken. Er schützt die Schleimhaut der Speiseröhre. Man benötigt:
2 TL Kümmelkörner
2 mittelgroße Kartoffeln, in grobe Stücke geschnitten
2 TL Leinsamen
2 Liter Wasser

Alles zusamen in einem großen Topf aufsetzen und 20 Minuten kochen, dann abseihen, dabei den Sud auffangen. Diesen Sud - man erhält etwa anderthalb Liter - kühl aufbewahren und innerhalb von zwei Tagen in Abständen von einigen Stunden warm trinken (dazu jeweils etwa 150 ml erwärmen). Am besten immer schon 20 bis 30 Minuten vor dem Frühstück mit einer Portion beginnen. Die Anwendung kann beim ersten Mal über vier bis sechs Wochen erfolgen und bei Bedarf auch kurzfristig wiederholt werden.

Tipp: Kamillen-Rollkur

Auch die Heilpflanze Kamille beruhigt die Schleimhaut. Für eine sogenannte Rollkur gießen Sie morgens knapp 1 EL lose Kamillenblüten mit 250 ml kochendem Wasser auf und lassen sie 10 Minuten ziehen. Den Tee dann auf nüchternen Magen trinken und anschließend jeweils 5 Minuten auf den Rücken, auf beide Seiten und auf den Bauch legen. Dieses Prozedere mindestens acht Tage, am besten zwei Wochen lang jeden Morgen durchführen.

Lebensmittel bei Sodbrennen im Überblick

Brot, Getreide und Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln, Reis

2 handtellergroße Portionen/Tag

  • Empfehlenswert: fein geschrotetes Vollkornbrot, Vollkorn-Knäckebrot oder -brötchen, Zwieback; zarte Haferflocken, Porridge; Vollkornnudeln, Hartweizennudeln, Vollkornreis, Kartoffeln, Kartoffelbrei
  • Nicht empfehlenswert: sehr frisches Brot, Weißbrot, Toastbrot, Laugengebäck, sehr grobe Vollkornbrote; Pommes, Kroketten, Kartoffelpuffer, Kartoffelsalat mit Mayonnaise

 

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Holzwegweiser mit den Aufschriften "vielleicht", "falsch", "richtig" und "kommt drauf an". © Chris_pl/fotolia Foto: Chris_pl

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Gedünstete Forellenfilet mit Möhren und Kartoffeln auf einem Teller © NDR Foto: Claudia Timmann

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 17.01.2022 | 21:00 Uhr

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Ernährung

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