Stand: 15.02.2020 15:47 Uhr  - Die Ernährungs-Docs

Ernährung bei Sodbrennen

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Diese Lebensmittel sollte man bei Sodbrennen besser meiden.

Bei Sodbrennen gilt die Devise: lieber vier bis fünf kleine Mahlzeiten statt zwei, drei große. Die letzte Mahlzeit sollte spätestens drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen stattfinden. Außerdem sollte bei der Ernährung darauf geachtet werden, viel Eiweiß, also zum Beispiel Milchprodukte, helles Fleisch, Nüsse oder Hülsenfrüchte zu sich zu nehmen. Auf Süßes und allzu Fettiges sollten Betroffene dagegen besser verzichten.

Wenig Süßes und Saures

Schädliche Zuckermengen stecken oft in Fertigprodukten wie Fruchtjoghurts, Pudding und Eis - ungünstig sind aber auch Weißmehlprodukte wie etwa Kuchen oder helle Brötchen. Heißhunger auf Süßes lässt sich durch Bittertropfen vertreiben: auf den Handrücken träufeln, schnuppern - der Appetit ist wie weggeblasen.

Auch säurehaltige Nahrungsmittel wirken reizend auf die empfindliche Schleimhaut. Das gilt für saures Obst ebenso wie beispielsweise für Kaffee und Sprudel oder Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure.

Leinsamen-Aufguss lindert

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Leinsamen haben viele gute Wirkungen. Besonders helle Leinsamen helfen bei Sodbrennen.

Zur Schonung der Speiseröhre und Magenschleimhaut hilft oft ein Leinsamen-Aufguss. Dazu 1 EL (ca. 10 g) helle Leinsamen (Goldleinsamen) in einem Teesäckchen verpackt in einen Becher geben, mit kochend heißem Wasser übergießen und 20 Minuten quellen lassen. Teesäckchen mithilfe eines Teelöffels ausdrücken und dann entfernen. Den leicht nussig schmeckenden Aufguss in kleinen Schlucken über den Tag verteilt trinken. Am wirkungsvollsten sind bei vielen Menschen frisch geschrotete Leinsamen.

Säureschutzsud "KüKaLeiWa"

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"Kükaleiwa" heißt das Säureschutzgetränk aus Kümmelsamen, Kartoffel, Leinsamen und Wasser.

Dieser Sud wird über den Tag verteilt getrunken. Er schützt die Schleimhaut der Speiseröhre. Man benötigt:
2 TL Kümmelkörner
2 mittelgroße Kartoffeln, in grobe Stücke geschnitten
2 TL Leinsamen
2 Liter Wasser

Alles zusamen in einem großen Topf aufsetzen und 20 Minuten kochen, dann abseihen, dabei den Sud auffangen. Diesen Sud - man erhält etwa anderthalb Liter - innerhalb von zwei Tagen in Abständen von einigen Stunden trinken. 

Tipp: Kamillen-Rollkur

Auch die Heilpflanze Kamille beruhigt die Schleimhaut. Für eine sogenannte Rollkur gießen Sie morgens 1 EL lose Kamillenblüten mit 250 ml kochendem Wasser auf und lassen sie 20 Minuten ziehen. Auf nüchternen Magen trinken und dann jeweils 5 Minuten auf den Rücken, auf beide Seiten und auf den Bauch legen. Am besten zwei Wochen lang jeden Morgen durchführen.

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Lebensmittel im Überblick

EmpfehlenswertNicht empfehlenswert
Getreide, Brot, Beilagenfein geschrotetes Vollkornbrot, Vollkorn-Knäckebrot, Vollkornbrötchen, Zwieback; Porridge;
Vollkornnudeln, Hartweizennudeln, Vollkornreis, Kartoffeln, Kartoffelbrei
sehr frisches Brot, Weißbrot, Toastbrot, Laugengebäck, sehr grobe Vollkornbrote;
Pommes, Kroketten, Kartoffelpuffer, Kartoffelsalat mit Mayonnaise
Süßes und SnacksSüßigkeiten, fette und süße Backwaren, Eiscreme, süße Molkereiprodukte (s. u.); Chips, Flips, Kräcker und Salzgebäck
Obst
(2 Portionen/Tag)
säurearmes Obst: Apfel (Jonagold, Cox, Gala, Gloster, Golden Delicious), Aprikose, Banane, Birne, Erdbeeren (frisch), Mango, Honigmelone, Marillen, Papaya, Pflaume, Pfirsich, Wassermelone, Weintraubensäurereiches Obst: Mandarine, Grapefruit, Pampelmuse, Orange, Sauerkirschen, Kiwi, Nektarine, Ananas, Zitrone; stark gezuckerte Obstkonserven und Obstmus.
nach individueller Verträglichkeit: Beeren, Avocado
Gemüse
(3 Portionen/Tag)
alle Salatsorten, Möhren, Gurke, Tomate, Fenchel, Aubergine, Artischocken, pürierte Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen), Spinat, Zucchini, Spargel, Blumenkohl- und Brokkoli-Röschen, Kürbis, Kohlrabi, Rote Bete, SteckrübeNach individueller Verträglichkeit: pikanter Gurkensalat, Kohlgemüse/-salate, Knoblauch, Lauch, Meerrettich, Rotkraut, Sauerkraut, Paprika(gemüse), Pilze, Zwiebeln
Nüsse und Samennach individueller Verträglichkeitgesalzene Nüsse
Fette und Öle
(ca. 1-2 EL Öl/Tag)
Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl und ButterFette Brühen, Soßen und Suppen, große Mengen an Streich- und Kochfett, Mayonnaise
Getränke
(ca. 2 Liter/Tag)
stilles Wasser, ungezuckerter TeeWasser mit Kohlensäure, Fruchtsaft, Softdrinks, Kakao, Alkohol.
Nach individueller Verträglichkeit: Kaffee (in Maßen), sehr kalte oder sehr heiße Getränke
Fisch und MeeresfrüchteForelle, Heilbutt, Kabeljau, Karpfen, Scholle, Seezunge, Steinbutt; Garnelen, KrabbenFisch in Mayonnaise oder Sahne eingelegt;
Aal, Hering, Makrele;
Panierter oder geräucherter Fisch
Wurstwaren und Fleischmagere Sorten wie Aspik, Corned Beef, Putenbrustaufschnitt, Kassler, Koch- und Lachsschinken;
Hühnerfleisch, Putenfleisch
in Maßen: Schweinefilet, Schweinerücken, Rinderfilet
fette Sorten wie Leberwurst, Mettwurst, Weißwurst, Salami, Schinkenspeck, Mortadella, Fleischwurst; Bockwurst, Bratwurst, Blutwurst, Fleischkäse/Leberkäse, Nackenfleisch,
Bauchspeck, Eisbein;
paniertes und frittiertes Fleisch
EierEier, fettarm zubereitetfette Eierspeisen
Milch und Milchprodukte,
Käse
Milch 1,5 % Fett, Buttermilch, Magerquark, Naturjoghurt 1,5 % Fett;
Käse 30-40 % Fett i. Tr.: Schnittkäse, Weichkäse, Feta, Frischkäse; besonders mager: Harzer Käse, körniger Frischkäse
Milch 3,5 % Fett, Naturjoghurt 3,5 % Fett, Sahnequark, Mascarpone, Sahne, Schmand und Creme fraiche;
Käse > 45 % Fett i. Tr.: Schnittkäse, Weichkäse, Mozzarella und Frischkäse;
gesüßte Fertigprodukte wie Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark
Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch
Gewürzegetrocknete oder tiefgefrorene Kräutersehr vorsichtig dosieren: Chili, Curry, Knoblauch-/Zwiebelpulver, Pfeffer, Cayennepfeffer, Paprika rosenscharf, Senf
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