Ein Teller mit Gemüse, Beeren, Kiwi, einem Ei, Fisch, Nüssen und einem Schälchen Öl. © NDR

Fibromyalgie: Fasten und antioxidative Ernährung

Stand: 08.02.2021 18:16 Uhr

Ein Baustein zur Linderung der Symptome bei Fibromyalgie sollte eine Umstellung der Ernährung auf überwiegend entzündungshemmende, also antioxidative Nahrungsmittel sein.

Es gibt Hinweise darauf, dass der sogenannte "oxidative Stress" bei Fibromyalgie-Erkrankten besonders hoch ist und seine Verringerung die Schmerzen lindert.

"Pegane" Ernährungsweise

Hilfreich kann eine Phase mit sogenannter peganer Ernährung sein - eine Kombination aus Steinzeitdiät ("paläo" - Pflanzen und Fleisch/Fisch, aber keine Milchprodukte, keine Backwaren, alles möglichst frisch und unverarbeitet) und veganer Ernährung (rein pflanzlich). Auf den Teller kommen dann zu drei Vierteln Gemüse, zur Abwechslung auch etwas Obst wie zuckerarme Beerenfrüchte und Kiwis. Das restliche Viertel der Ernährung besteht aus Fisch, Eiern, Nüssen, Samen und guten Ölen, nur wenig Fleisch. Zu meiden sind Fertigprodukte, Produkte mit Zucker oder Weizen, weitgehend auch Milch und Kuhmilchprodukte.

Wenn die Beschwerden abklingen, können Joghurt und andere Milchprodukte wieder eingeführt werden.

Fasten zur Zellreinigung

Wasser, Tee, Gemüsesaft und Fastenbrühe stehen auf einem Tisch, daneben das Schild "300 Kcal". © NDR
Beim Fasten sind nur kalorienarme Getränke erlaubt.

Regelmäßige Fastentage oder gar Heilfasten regen den Selbstreinigungsprozess der Zellen an und können so Schmerzen verringern. Fibromyalgie steht häufig im Zusammenhang mit Übergewicht - eine Gewichtsreduzierung verbessert meist das Krankheitsbild, auch hierbei hilft das Fasten.

Die wichtigsten Tipps

  • Wer unter Fibromyalgie leidet, sollte vor allem entzündungshemmende Nahrungsmittel zu sich nehmen. Gemüse und Obst wie Beerenfrüchte und Kiwis sowie grüner Tee enthalten viele antioxidative Stoffe, die freie Radikale einfangen.
  • Fleisch dagegen fördert Entzündungsprozesse, da es viel Arachidonsäure enthält. Deswegen sollten Betroffene möglichst wenig Fleisch essen. Auch Milchprodukte sind einzuschränken - nicht oder zumindest nicht täglich verzehren.
  • Fisch, Eier, Hülsenfrüchte oder Lupinenprodukte liefern ausreichend Proteine.
  • Von Zucker, Weizen und Kuhmilchprodukten ist abzuraten, da sie chronische niedrigschwellige Entzündungen begünstigen.
  • Öle mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren wie Leinöl (insbesondere mit DHA-Zusatz) oder Walnussöl liefern wertvolle Fette. Diese stecken auch in Nüssen und Samen.
  • Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Schokolade bewirken unter Umständen muskuläre Unruhe und sollten deswegen nur in geringen Maßen konsumiert werden.
  • Magnesium verbessert die Muskelfunktion und ist hilfreich bei Stress- und Erschöpfungszuständen. Es steckt in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten wie Erbsen und Linsen, in Bohnen, Kartoffeln, Nüssen und Sonnenblumenkernen.

Lebensmittel im Überblick

EmpfehlenswertNicht empfehlenswert
Brot, Getreide und Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln, Reis (1 handtellergroße Portion/ Tag)Vollkornbrot;
Haferflocken, Müsli ohne Zucker;
Vollkornnudeln, Vollkornreis, Pellkartoffeln
Weizenprodukte; Weißbrot, Toastbrot, Croissant, Knäckebrot, Zwieback, Weizen- und Milchbrötchen, Laugengebäck;
Hartweizennudeln, geschälter Reis, Pommes, Kroketten, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer
Snacks und Knabberkram
(max. 1 kl. Handvoll/Tag)
ab und zu: mind. 70%-ige ZartbitterschokoladeSüßigkeiten, süße Backwaren, süße Milchprodukte (s. u.), Eiscreme, Chips, Salzgebäck
Obst
(1-2 Portionen/Tag - eine
große Handvoll reicht aus)
Zuckerarme ObstsortenNur ab und zu: zuckerreiches Obst wie Banane, Kaki (Sharon), Weintrauben, Süßkirsche, Ananas, Mango, Honigmelone und Birne;
nicht: gezuckerte Obstkonserven, kandiertes Trockenobst und Obstmus
Gemüse
(3 mal 2 Handvoll/Tag)
alle Salatsorten, Pilze, Kräuter und Gemüse; HülsenfrüchteGemüsemischungen mit Butter oder Sahne
Nüsse und Samen
(ca. 40 g/Tag)
Mandeln, Walnüsse, Pistazien, Haselnüsse, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Pinienkerne, Kürbiskerne, Leinsamen, Chia-Samen;
in Maßen: Sonnenblumenkerne
Erdnüsse und gesalzene Nüsse
Fette und Öle
(ca. 2 EL/Tag)
Leinöl*), Weizenkeimöl*), Chia-Öl*), Hanföl*); Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl;
zum Braten: Kokosöl;
*) Herstellung unter Ausschluss von Sauerstoff, Hitze und Licht ("Oxyguard"/"Omega-safe"-Verfahren). Optimal wirken Leinöl und Weizenkeimöl kombiniert.
Schweine- und Gänseschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl
Getränke
(ca. 2 Liter/Tag)
Wasser, ungezuckerter Tee - besonders grüner Tee und Kräutertee; wenig Kaffee (frisch gebrüht, ohne Milch)Sojadrink, Fruchtsaft, Softdrinks, Milchmixgetränke (s. u.); Alkohol
Fisch und Meeresfrüchte
(2 Portionen/Woche)
Aal, Forelle, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Makrele, Sardine/Sardellen, Scholle, Seezunge, Steinbutt; Schalentiere wie Flusskrebs, Garnele, Hummer, Shrimps, KrabbenFisch in Mayonnaise oder Sahne eingelegt, panierter Fisch
Wurstwaren und Fleisch
(max. 1 kl. Portion/Woche)
gelegentlich: Putenbrustaufschnitt, Hühnerfleisch;
seltener: Rinderfilet, Kalbfleisch, Wild; Corned Beef
Alle übrigen Wurstwaren, generell Schweinefleisch (wegen des hohen Gehalts an Arachidonsäure) - ob Aufschnitt, Koch-, Grill-, Brat- oder Bockwurst;
paniertes Fleisch
Eier,
Milch und Milchprodukte,
Käse
Eier (2-3/Woche);
selten: fettarme Milch oder Milchprodukte (Buttermilch, Joghurt, Quark, Käse); statt Milchprodukten z. B. Lupinenjoghurt, Pflanzendrinks (Hafer, Dinkel, Mandel)
Vollfette Milch und Milchprodukte, gesüßte Milchprodukte
Weitere Informationen
Ein Teller mit Geflügelspieße und Süßkartoffelspalten und ein Schälchen mit Erdnusssoße stehen auf dem Tisch. © NDR Foto: Claudia Timmann

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 08.02.2021 | 21:00 Uhr

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