Bambusgeschirr: Schadstoffe in Bechern und Tellern?

Stand: 17.07.2022 13:52 Uhr

Geschirr aus Bambus gilt als umweltfreundlich und nachhaltig. Tatsächlich besteht Bambusware aber zu einem gewissen Teil aus Schadstoffen, Melamin und Formaldehyd, die durch Hitze und Säure freigesetzt werden können.

Bambusgeschirr wie die beliebten Coffee-to-go-Becher gilt als umweltfreundliche Plastikalternative. Je nach Hersteller bestehen die Bambusbecher allerdings oft nicht einmal zur Hälfte aus Bambus. So sorgt Melaminharz, in das geschredderte Bambusfasern vor allem als Füllstoff gemischt werden, für eine gute Stabilität des Materials.

Freisetzung von Melamin und Formaldehyd durch Hitze und Säure

Das Gefährliche an dem Geschirr ist, dass durch den Kontakt mit säurehaltigen Lebensmitteln - wie Phosphorsäure in Cola oder Fruchtsäuren in Säften - sowie mit über 70 Grad Celsius heißen Speisen und Flüssigkeiten aus dem Melaminharz gesundheitlich bedenkliche Mengen an Melamin und Formaldehyd freigesetzt werden können. Dabei wirken Säuren und Hitze gemeinsam wie ein Beschleuniger und lösen Melamin und Formaldehyd schneller und in größerer Menge aus dem Material heraus. Werden melaminhaltige Produkte nicht erhitzt oder mit heißen oder säurehaltigen Speisen oder Getränken befüllt, gelten sie als sicher.

Bambusholz ist aufgrund seiner Faserstruktur und des hölzernen Aussehens gut von Bambus-Harz-Mischungen, die wie Kunststoff aussehen, zu unterscheiden. Von reinen Bambusprodukten geht keine Gefahr aus.

Bestandteile werden als gesundheitsschädlich eingestuft

Melaminharze oder auch Melamin-Formaldehyd-Harze sind polymere Kunststoffe aus Melamin und Formaldehyd. Löst sich Formaldehyd zum Beispiel aus einem Kochlöffel, der in kochendes Wasser getaucht wird, gelangt es nicht nur über direkten Kontakt in Speisen und Lebensmittel, sondern durch den Wasserdampf auch in die Raumluft.

Formaldehyd wird von der EU als potenziell krebserregend (Kategorie 1B) eingestuft. Es kann zu Krebs in der Nase und im Rachen führen, zudem Haut und Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Melamin kann zu Nierensteinen und Nierenschäden führen, wenn es ins Essen gelangt.

Keine Kennzeichnungspflicht für Inhaltsstoffe

Ob Produkte diese bedenklichen Stoffe enthalten und wie hoch der Bambusanteil an den Produkten ist, können Verbraucher meist nicht erkennen. Da Bambusgeschirr immer eine stumpfe Optik hat, ist nicht ersichtlich, ob das Material bereits gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt hat.

Bei anderem Melamingeschirr ist das einfacher: die ursprünglich glänzende Oberfläche wird stumpf, wenn es zu heiß geworden ist und giftige Stoffe abgegeben hat.

Gesundheitlich unbedenkliche Alternativen

Mehrwegbecher gibt es auch aus gesundheitlich unbedenklichen Materialien wie Edelstahl, Porzellan, Glas oder auch schadstofffreien und hitzebeständigen Kunststoffen wie Polypropylen.

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Visite | 26.07.2022 | 20:15 Uhr

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