Stand: 21.09.2020 14:44 Uhr

Antientzündliche Ernährung bei Nasenpolypen

Die Ursachen für Nasenpolypen sind oft nicht klar einzugrenzen. Als wichtigster Risikofaktor gilt allerdings eine wiederkehrende Schleimhautentzündung in Nase oder Nasennebenhöhlen durch Infekte oder Allergien. Hier kann man mit der Ernährung vorbeugen und gegenwirken.

VIDEO: Nasenpolypen: Weizen und Zucker befeuern Entzündung (13 Min)

Immunsystem stärken

Bittermittel und Hagebuttenpulver stärken das Immunsystem und beugen so Entzündungen vor. Fleisch, vor allem Schweinefleisch, und sehr histaminhaltige Lebensmittel sollte man dagegen nur sparsam konsumieren. Sie enthalten entzündungsfördernde Substanzen. Das gilt auch für industriell hergestellte Fertigprodukte, etwa Fruchtjoghurts. Die Emulgatoren E433 und E466, die Lebensmittel häufig zugesetzt werden, um Konsistenz und Haltbarkeit zu verbessern, stehen in Verdacht, Entzündungen im Körper zu fördern.

Die wichtigsten Faktoren

  • Falls eine Unverträglichkeit bzw. eine Allergie vorliegt (medizinisch testen lassen), die entsprechenden Auslöser (z. B. Gluten, Histamin o. Ä.) meiden beziehungsweise eine Desensibilisierungstherapie aufnehmen.
  • Viel trinken (2 Liter pro Tag), bevorzugt Kräutertees wie Brennnessel, Schachtelhalm oder Fenchel, um die Schleimhäute feucht zu halten. Auch bis zu drei Tassen Kaffee, frisch gemahlen, gebrüht und ohne Zusatz, sind empfehlenswert.
  • Fertiggerichte und Fertigprodukte wie Fruchtjoghurts, Säfte etc. meiden: Sie enthalten meist zu viel Zucker und Emulgatoren.
  • Wenig Snacks essen - wenn, am ehesten einen grünen Smoothie, Nüsse, dunkle Schokolade.
  • Bittermittel (aus der Apotheke) und entzündungshemmende Lebensmittel (Gemüse Obst und Gewürze wie Kreuzkümmel, Koriander und Muskat, aber auch fetter Seefisch wie Lachs) können die Immunabwehr unterstützen, wenn sie in der Küche regelmäßig zum Einsatz kommen.
  • Probiotika (z. B. Milchsäurebakterien, z. B. in Kefir, Sauerkrautsaft) und Präbiotika (Ballaststoffe) helfen der Darmflora und damit - über das Immunsystem - der Nase.
  • Auf ausreichend Vitamin D achten für eine starke Immunabwehr und täglich mindestens 30 Minuten an der frischen Luft spazieren gehen (8.000-10.000 Schritte).

Lebensmittel im Überblick

EmpfehlenswertNicht empfehlenswert
Brot, Getreide und Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln, ReisIn Maßen: Vollkornbrot, Vollkorngetreideprodukte, insbesondere aus Hafer, Gerste, Dinkel, Roggen (glutenhaltig) oder Scheingetreide wie Buchweizen, Amarant, Quinoa (glutenfrei);
Haferflocken, Müsli ohne Zucker;
Vollkornnudeln, Vollkornreis, Pellkartoffeln
Weißbrot, Toastbrot, Zwieback, Weizen- und Milchbrötchen, Croissant;
Hartweizennudeln; geschälter Reis, Pommes, Kroketten, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer;
Fertiggerichte, Fast Food
Snacks und Knabberkram
(bei Bedarf 1 kleine Handvoll "Luxus" am Tag, max. 25 g)
gelegentlich ein Stück dunkle Zartbitterschokolade (mind. 75 % Kakao)Süße Backwaren, Süßigkeiten, süße Milchprodukte (s. u.), Salzgebäck, Chips, Flips
Obst
(1-2 Portionen am Tag)
Apfel, Aprikosen, Marillen, Brombeeren, Clementinen, Erdbeeren (frisch), Grapefruit, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Sauerkirschen, Kiwi, Nektarine, Papaya, Orange, Pflaumen, Pfirsiche, Stachelbeere, Wassermelone, Zwetschgengezuckerte Obstkonserven und Obstmus, kandiertes Trockenobst
In Maßen, da zuckerreich: Banane, Kaki (Sharon), Weintrauben, Kirsche, Ananas, Mango, Honigmelone und Birne
Gemüse
(3 Portionen am Tag)
keine Einschränkungen
Nüsse und Samen
(ca. 40 g am Tag)
keine Einschränkungen außer s. rechtsErdnüsse und gesalzene Nüsse
Fette und Öle
(ca. 2 EL am Tag)
Olivenöl, Rapsöl, Hanföl, Walnussöl, Leinöl*), Weizenkeimöl*);
in Maßen: Butter
Schweine- und Gänseschmalz, Butterschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl
Getränke
(ca. 2 Liter am Tag)
Wasser, ungezuckerter Tee (Brennnessel, Schachtelhalm, Fenchel) und bis 3 Tassen frisch gemahlener, frisch gebrühter KaffeeFruchtsaft, Softdrinks, Milchmixgetränke, Alkohol
Fisch und Meeresfrüchte
(2 Mal pro Woche, insg. 200-250 g)
keine Einschränkungen außer s. rechtsPanierter Fisch
Wurstwaren und Fleisch
(2-3 Mal pro Woche, insg. 200-250 g)
Magerer Aufschnitt wie Corned Beef, Putenbrustaufschnitt, Hühnerfleisch, Putenfleisch,
Rinderfilet
Leberwurst, Mettwurst, Weißwurst, Salami, Schinkenspeck, Mortadella, Fleischwurst, Bockwurst, Bratwurst, Blutwurst, Fleischkäse/Leberkäse, Nackenfleisch, Bauchspeck und Ähnliche; paniertes Fleisch
Eier,
Milch- und Milchprodukte,
Käse
Eier in allen Variationen;
Milch bis 3,5 % Fett, Buttermilch, Speisequark bis 20 % Fett, Naturjoghurt bis 3,5 % Fett;
Käse bis 45 % Fett i. Tr.: Schnittkäse, Weichkäse, Fetakäse, Mozzarella
Mayonnaise;
Creme fraiche;
Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch

*) Herstellung unter Ausschluss von Sauerstoff, Hitze und Licht ("Oxyguard"/"Omega-safe"-Verfahren). Optimal wirken Leinöl und Weizenkeimöl kombiniert.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 21.09.2020 | 21:00 Uhr

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