Schematische Zeichnung einer Bauspeicheldrüse im menschlichem Körper. © fotolia Foto: weyo

Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung: Symptome und Behandlung

Stand: 25.03.2023 09:35 Uhr

Die Symptome einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung können zunächst mit anderen Krankheiten verwechselt werden. Ultraschall- und Blutuntersuchung ermöglichen jedoch eine sichere Diagnose.

Eine akute Pankreatitis bleibt auf keinen Fall unbemerkt: Die damit einhergehenden Bauchmerzen treten plötzlich auf und sind in der Regel so stark, dass meist innerhalb kurzer Zeit ein Arzt gerufen wird. Die meisten Betroffenen kommen umgehend für eine stationäre Behandlung ins Krankenhaus.

Typische Symptome für eine akut entzündete Bauchspeicheldrüse

Die Symptome einer akuten Pankreatitis können zunächst mit anderen Krankheitsbildern verwechselt werden. Ein durch ein Geschwür hervorgerufener Magendurchbruch, eine entzündete Gallenblase oder auch ein Herzinfarkt rufen ähnliche Symptome hervor.

Neben den Schmerzen im Oberbauch, die auch auf den Rücken ausstrahlen können, kommt es zu Übelkeit und Erbrechen. Durch den damit verbundenen Flüssigkeitsverlust treten häufig Kreislaufprobleme auf. Zudem reagiert der Körper auf den Entzündungsprozess in der Bauchspeicheldrüse mit Fieber.

Diagnose: Lipase-Bluttest und Ultraschall-Untersuchung

Um eine Diagnose zu stellen, wird der Bauch getastet - bei einer akuten Pankreatitis ist er aufgebläht. Bereits in der allgemeinmedizinischen Praxis, spätestens aber im Krankenhaus wird eine Blutprobe entnommen und auf eine erhöhte Anzahl des Enzyms Lipase untersucht. Lipase wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und gelangt von dort normalerweise in den Darm. Bei einer Pankreatitis befindet sich dieses Enzym in hoher Konzentration im Blut. Neben der Blutuntersuchung zeigt sich bei einer Ultraschalluntersuchung, ob die Bauchspeicheldrüse entzündet ist.

Behandlung: Ist eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung heilbar?

Symptome wie Schmerzen und Übelkeit werden durch Medikamente gelindert, aufgrund der heftigen Schmerzen werden manchmal auch Opioide - wie Morphin - eingesetzt. Um den bei einer akuten Pankreatitis auftretenden Flüssigkeitsverlust auszugleichen, wird intravenös Flüssigkeit zugeführt.

Für die akute Pankreatitis gibt es keine medikamentöse Behandlung. Wenn Gallensteine die Ursache für die Beschwerden sind, werden diese zeitnah entfernt. Um eine spätere Neubildung von Gallensteinen zu verhindern, wird meist die Gallenblase operativ entfernt - , wenn es der Zustand des Patienten zulässt. Wenn auslösende Faktoren wie Gallensteine und hoher Alkoholkonsum gefunden und beseitigt wurden, kann sich die Bauchspeicheldrüse wieder erholen. Dann sind später keine weiteren Behandlungen notwendig.

Was darf man bei einer Pankreatitis essen?

Früher wurde bei einer akuten Pankreatitis strenges Fasten verordnet - heute dürfen die Patienten etwas essen, sobald sie Hunger haben und die Beschwerden nachgelassen haben. Damit sich die Bauchspeicheldrüse erholen kann, wird dabei am Anfang meist auf feste Nahrung verzichtet - nach wenigen Tagen und wenn sich der Patient nicht mehr übergeben muss, ist auch feste Nahrung möglich. Dabei sollte mit leicht verdaulichen und fettarmen Lebensmitteln begonnen werden. Bei anhaltenden und heftigen Beschwerden kann eine künstliche Ernährung über eine Sonde notwendig werden.

Zysten, Nekrose: Diese Komplikationen können bei einem schweren Verlauf auftreten

Bei 15 bis 20 Prozent der Patienten kommt es im Verlauf einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung zu Komplikationen. Häufig bilden sich dabei an der Bauchspeicheldrüse Blasen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Man spricht dabei von Pseudozysten. Größere Pseudozysten können reißen und sich entzünden. Darum werden sie von außen durch eine Nadel abgesaugt. Kleinere Pseudozysten bleiben unbehandelt und verschwinden von selbst wieder. Im Verlauf einer akuten Pankreatitis kann Gewebe der Bauchspeicheldrüse absterben, man spricht hier von einer Nekrose. Wenn sich dieses abgestorbene Gewebe entzündet, werden Antibiotika eingesetzt.

Bekommt man die Entzündung durch Antibiotika nicht in den Griff, muss das abgestorbene Gewebe abgeleitet werden. Sonst wird es lebensbedrohlich für den Patienten. Früher bedeutete das eine offene Operation, die allerdings 40 - 70 Prozent der Operierten nicht überlebten. Heute kann man den Eingriff minimalintensiv durchführen. Das hat die Sterblichkeit deutlich reduziert. Das abgestorbene, infizierte Gewebe liegt genau neben dem Magen. Durch eine Öffnung in der Magenwand stellen die Ärzte eine Verbindung her. Sie setzen einen Stent, ein Metallgeflecht, ein. Darüber läuft der Eiter in den Magen ab. Hier kann er keinen Schaden mehr anrichten.

Bei einem sehr schweren Verlauf kann die Entzündung der akuten Pankreatitis auf andere Organe und den gesamten Organismus übergreifen (SIRS: systemisches inflammatorisches Response-Syndrom). In der Folge kann es zu Organversagen kommen und eine Stabilisierung auf der Intensivstation notwendig werden.

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28.03.2023 | 20:15 Uhr

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