Stand: 30.01.2018 13:41 Uhr

Gefährliche Hirnentzündung durch Herpes-Viren

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Herpes-Viren können eine Hirnhautentzündung hervorrufen.

Herpes-simplex-Viren (HSV) sind als Erreger der "Bläschenkrankheit" an Lippen und Genitalien bekannt, doch in seltenen Fällen, vor allem bei Menschen mit geschwächter Abwehr, können sie auch lebensbedrohende Erkrankungen wie eine HSV-Sepsis oder eine Hirnentzündung (HSV-Enzephalitis) verursachen. Die Herpes-Viren gelangen meist über die Nase in den menschlichen Körper und wandern über die Riechschleimhaut und den Riechnerven zunächst ins Frontalhirn, von wo aus sie sich weiterverbreiten.

Mann auf Liege

Abenteuer Diagnose: Herpes-simplex-Enzephalitis

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Herpes-simplex-Viren lösen die "Bläschenkrankheit" an Lippen und Genitalien aus. In seltenen Fällen können sie zu einer lebensbedrohlichen Sepsis oder Hirnentzündung führen.

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Symptome von Schwäche bis Bewusstseinstrübung

Die Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und Schwindel, nach einigen Tagen tritt hohes Fieber auf. Hinzu kommen extreme Schwäche und Müdigkeit, Sprach- und Gedächtnisstörungen, Desorientiertheit und Bewusstseinstrübung. Mitunter kommt es auch zu epileptischen Anfällen.

Diagnose durch verschiedene Verfahren

Um eine sichere Diagnose stellen zu können, entnehmen die Ärzte Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmarkskanal, das im Labor auf Entzündungszeichen und Viren untersucht wird. Daneben führen sie eine Computer- oder eine Kernspintomografie durch und zeichnen die Hirnstromkurven (EEG) auf.

Therapie mit Aciclovir und Breitspektrumpenicillin

Bei Verdacht auf eine Herpes-simplex-Enzephalitis wird sofort das Medikament Aciclovir verabreicht, um keine Zeit zu verlieren, bis die Diagnose vorliegt. Bis eine bakterielle Ursache ausgeschlossen ist, wird zusätzlich ein Breitspektrum-Penicillin wie zum Beispiel Amoxillin verabreicht. Bei Aciclovir-resistenten Herpesviren besteht die Möglichkeit einer Behandlung mit dem virenhemmenden Medikament Foscarnet.

Ohne Behandlung versterben vier von fünf Patienten an einer HSV-Enzephalitis. Selbst mit der richtigen Therapie überlebt jeder fünfte Betroffene die Erkrankung nicht, jeder dritte leidet unter neurologischen Folgen wie Lähmungen.

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Wenn Antikörper eine Gehirnentzündung auslösen

Meist sind Viren oder Bakterien Auslöser einer Gehirnentzündung. Bei der Autoimmunen Enzephalitis attackieren bestimmte Antikörper Nervenzellen im Gehirn und zerstören sie. mehr

Experten zum Thema

Prof. Dr. Stefan Jäckle, Chefarzt Medizinische Klinik
Dr. André Schröder, Facharzt für Innere Medizin
Prof. Dr. Gerrit Krupski-Berdien, Chefarzt Diagnostische und interventionelle Radiologie
Dr. Werner Günther, Facharzt für Nervenheilkunde
Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift
Hamburger Straße 41
21465 Reinbek
www.krankenhaus-reinbek.de

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Visite | 30.01.2018 | 20:15 Uhr

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