Stand: 18.08.2020 09:14 Uhr

Kiesbeete sind ideal für sonnige Standorte

Kiesbeet mit Gräsern und Blumen © PantherMedia Foto: leungchopan
Stauden und Gräser wirken in einem Kiesbeet besonders attraktiv.

Mit Steinen ein Beet zu gestalten, liegt seit einiger Zeit im Trend. In der Kritik stehen triste Schottergärten ohne Pflanzen, die aus ökologischer Sicht wertlos sind, weil sie bedrohten Insekten den Lebensraum nehmen. Man kann allerdings auch Beete mit Steinen gestalteten, die durchaus sinnvoll und attraktiv sind: Der steinige Boden eignet sich besonders für Pflanzen, die es gern sonnig mögen und mit wenig Wasser auskommen - in Zeiten zunehmender Trockenheit ideal. Richtig bepflanzt sind die Beete pflegeleicht und bieten Insekten Nahrung.

VIDEO: Kiesgarten anlegen und gestalten (8 Min)

Kiesbeete haben viele Vorteile

Kiesbeete bestehen an der Oberfläche aus einer mineralischen Mulchschicht. Zusätzlich wird der Gartenboden mit Kies und Sand vermengt, sodass der Anteil an Erde höchstens 20 Prozent beträgt. Es gibt viele Stauden und Ziergräser, die sich in einem solchen Substrat hervorragend entwickeln. Dabei ergeben sich viele weitere Vorteile: Mineralmulch schützt vor Verdunstung, Unkraut und Frost. Der geschätzte Pflegeaufwand liegt bei etwa fünf Minuten pro Quadratmeter und Jahr und das Beet muss nur selten gewässert werden.

Die Erde richtig vorbereiten

Verschiedenen Pflanzen wachsen in einem Kiesgarten © imago images / Sabine Gudath
Viele Pflanzen benötigen einen nährstoffarmen Boden und gedeihen im Kiesbeet besonders gut.

Ein Kiesbeet mit trockenheitsresistenten Pflanzen darf keine Staunässe bilden, die Erde darf nicht verdichtet sein. Hat die Gartenerde einen hohen Anteil Lehm oder Ton, muss eine Schicht von etwa 30 Zentimeter abgetragen und der Boden aufgelockert werden. Ein Teil der Erde wird mit Kies und Sand vermengt, sodass das Substrat durchlässiger wird und wenig Nährstoffe enthält. Der Kies sollte etwa eine Körnung von 16 bis 32 Millimetern haben. Sandigem Gartenboden muss entsprechend weniger Sand und Kies beigemengt werden. Der mineralische Anteil sollte mindestens 80 Prozent betragen.

Ziersplitt oder Zierkies als Mulchschicht verwenden

Ist der Boden vorbereitet, können die Pflanzen gesetzt werden. Wer sichergehen will, dass wirklich kein Unkraut wächst, kann Gartenvlies verlegen. Dieser wird an den Stellen eingeschnitten, an denen die neuen Pflanzen wachsen sollen. Tipp: Beim Einsetzen der Pflanzen ist es ratsam, die obere Schicht des Wurzelballens zu entfernen, da sie oft noch Samen von Unkraut enthält.

Als Letztes wird eine fünf bis zehn Zentimeter hohe Schicht aus Ziersplitt oder Zierkies ausgebracht. Empfehlenswert ist eine Körnung von 8 bis 16 Millimetern. Dabei möglichst keine verschiedenen Sorten und Farben mischen, das Beet kann dadurch optisch unruhig wirken.

Die Gestaltung an die Umgebung anpassen

Lampenputergras im Kiesbeet © imago images / Margit Brettman
Besonders hübsch ist es, wenn die Farbe des Mulchmaterials zur Umgebung passt.

Liegt das Kiesbeet in unmittelbarer Näher einer Mauer, der Terrasse oder des Hauses, bietet es sich an, ein Mulchmaterial zu verwenden, das dem umgebenden Gestein farblich ähnelt. Ein paar größere Steine, wie zufällig eingestreut, können für auffällige Akzente sorgen. Schwarze Steine sind wegen ihrer wärmespeichernden Eigenschaften weniger empfehlenswert. Das gilt auch für weiße Steine, die Sonnenstrahlen stark reflektieren.

Diese Pflanzen eignen sich für sonnige Kiesbeete

Für die Pflanzung eignen sich sowohl Stauden als auch Ziergräser, die sonnige und trockene Standorte bevorzugen.

Trockenresistente Stauden für ein Kiesbeet:

  • Dalmatiner-Silbergarbe (Achillea ageratifolia)
  • Schafgarbe (Achillea tomentosa)
  • Duftnessel Agastache)
  • Polster-Silberraute (Artemisia schmidtiana "Nana")
  • Färberhülse (Baptisia)
  • Rauhblattaster (Aster novae-angliae "Purple Dome")
  • Rote Spornblume (Centranthus ruber)
  • Silber-Fiederpolster (Cotula hispida)
  • Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum)
  • Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum "Blue Star")
  • Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana niciciana)
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissus)
  • Prachtkerze (Gaura lindheimeri)
  • Grauer Storchschnabel (Geranium cinereum "Ballerina")
  • Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum)
  • Schleifenblume (Iberis sempervirens "Schneeflocke")
  • Lavendel (Lavandula angustifolia "Hidcote Blue")
  • Katzenminze (Nepeta)
  • Dost, Origanum (Origanum laevigatum)
  • Brandkraut (Phlomis tuberosa)
  • Steppensalbei (Salvia nemorosa)
  • Echter Salbei (Salvia officinalis)
  • Muskateller-Salbei (Salvia sclarea "Vatican White")
  • Quirlblütiger Salbei (Salvia verticillata "Purple Rain")
  • Wollziest (Stachys byzantina)
  • Zottiger Ziest (Stachys monnieri "Hummelo")
  • Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis)
  • Purpur-Sonnenhut (Echinacea)
  • Thymian (Thymus)
  • Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum)
  • Palmlilie (Yucca filamentosa)

Geeignete Ziergräser:

  • Riesen-Federgras (Stipa gigantea)
  • Mädchenhaargras (Stipa/Nasella tenuissima)
  • Garten-Reitgras (Calamagrostis x acutiflora "Karl Foerster")
  • Orient-Lampenputzergras (Pennisetum orientale "Karley Rose")
  • Dunkles Lampenputzergras (Pennisetum viridescens)

Manche Arten neigen dazu, sich sehr schnell zu vermehren. Wer das nicht wünscht, sollte auf folgende Pflanzen besser verzichten: Mädchenhaargras, Karthäusernelke, Quirlblättriger Salbei, Zypressenwolfsmilch und Zwiebelpflanzen wie Roter Kugellauch (Allium sphaerocephalon).

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 18.08.2020 | 16:20 Uhr

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