Stand: 08.11.2019 14:25 Uhr

Ziergräser im Herbst nicht zurückschneiden

Bild vergrößern
Ziergräser setzen schöne Akzente im Garten

Sie sind ein atemberaubender Blickfang, anspruchslos und unkompliziert: Ziergräser. Dazu zählen unter anderem Chinaschilf, Pampasgras, Heidekraut, japanisches Waldgras und Rutenhirse. Die elegant wirkenden Pflanzen sind besonders während der Blütezeit ab Spätsommer ein Hingucker. In Kombination mit spät blühenden Stauden wie Fette Henne, Sonnenhut oder Astern wirken sie besonders schön.

Ziergräser nicht abschneiden

Bild vergrößern
Auch im Winter ist Ziergras ein Hingucker.

Oft werden Ziergräser im Herbst geschnitten, doch das kann den Pflanzen schaden. Durch die gekürzten Halme kann Wasser eindringen und im Inneren der Pflanze zu Fäulnis führen. Viel besser ist es, die Ziergräser den Winter über komplett stehen zu lassen. Die Halme sollten an einem trockenen Tag mit einem Strick zu Büscheln zusammengebunden werden. Die Ziergräser stehen so schön kompakt und das sogenannte Herz der Pflanze ist vor Wind und Regen geschützt.

Vlies schützt vor Kälte

Gegen Kälte hilft ein Frostschutz-Vlies, das unten um die Gräser gewickelt wird. Rund um den Wurzelbereich kann auch noch eine Portion Laub verteilt werden - das isoliert zusätzlich. Statt einer fast kahlen Stelle im Garten bleibt so ein toller Blickfang erhalten. Der Rückschnitt von Ziergräsern sollte dann erst im Frühjahr erfolgen, am besten dann, wenn die ersten grünen Triebe zu sehen sind. Alle sommer- und wintergrünen Gräser auf 15 Zentimeter stutzen, damit wieder neue Halme sprießen können und sich das Laub kräftig entwickelt.

Beim Kauf auf Ansprüche achten

Gräser brauchen in der Regel wenig Pflege, vorausgesetzt sie werden am richtigen Ort gepflanzt. Es gibt sowohl Sorten für sonnige als auch für schattige Standorte. Auch die richtige Bodenbeschaffenheit und Bodenfeuchte sind wichtige Auswahlkriterien beim Kauf. Es ist empfehlenswert, nur Gräser zu pflanzen, deren Ansprüche mit den Wachstumsbedingungen im eigenen Garten übereinstimmen. Denn dann muss man nicht so häufig gießen und vermeidet einen Befall durch Krankheiten und Schädlinge.

Welches Ziergras passt zu welchem Standort?

Chinaschilf braucht einen nährstoffreichen, lehmigen, mäßig feuchten Boden - ähnlich wie das japanische Waldgras. Ein eher feuchter Boden ist für die sogenannte Moorhexe, ein Pfeifengras, ideal. Er darf aber nicht zu nährstoff- oder kalkhaltig sein. Pampasgras verträgt dagegen keine allzu feuchten und schweren Böden. Für trockene Böden eignet sich beispielsweise Diamantgras oder Blauschwingel. Alle genannten Arten bevorzugen einen sonnigen Standort. Seggen und Rasenschmiele gedeihen auch im Schatten. Gräser bilden keine Ausläufer, sondern wachsen horstig, also kompakt. Manche Arten wie Waldschmielen und Rutenhirsen können sich jedoch durch Versamung ausbreiten.

Rotlaubiges Afrikanisches Lampenputzergras nicht winterhart

Viele Ziergräser sind winterhart, aber Achtung: Die derzeit überall angebotenen rotlaubigen Varianten des Afrikanischen Lampenputzergrases sehen zwar aufgrund ihrer intensiv rötlich gefärbten Halme toll aus, vertragen aber keine Temperaturen unter vier Grad. Als Alternative bieten sich das Japanische Blutgras und die intensiv herbstfärbenden Sorten der Rutenhirse und mancher Chinaschilf-Arten an.

Hingucker: Ziergräser im Topf für Balkon und Terrasse

Weitere Informationen

Mit Ziergräsern Kübel herbstlich bepflanzen

In Kübel gepflanzte Ziergräser verleihen Balkon und Terrasse einen zauberhaften Charme. Viele Sorten vertragen Frost und können deshalb gut im Kübel überwintern. mehr

Viele Ziergräser eignen sich auch gut für Töpfe auf Balkon oder Terrasse, zum Beispiel Lampenputzergras, Neuseeland-Windgras, Diamantgras sowie verschiedene Seggen- und Schwingel-Sorten. Ideale Pflanzzeit ist der Spätsommer. Winterharte Sorten haben dann noch genügend Zeit, um gut zu wurzeln. Großwüchsige Gräser wie etwa Chinaschilf oder Federgras brauchen ausreichend Platz und sollten in einen entsprechend großen Topf gepflanzt werden. Faustregel: Der Topf sollte zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen sein. Als Substrat eignen sich Garten- oder Grünpflanzenerde. Eine Schicht Blähton am Boden verhindert Staunässe.

Ziergräser im Kübel im Winter vor Frost schützen

Kleinere Gräser können auch gut mit anderen Pflanzen in einem Gefäß kombiniert werden oder verblühte Sommerblumen ersetzen. Im Winter sollten die Kübel mit Jute oder Noppenfolie sowie einer Unterlage, etwa aus Holz oder Styropor, vor Kälte geschützt werden. Die Erde kann man zum Schutz mit Laub oder Reisig abdecken. Bei Trockenheit an frostfreien Tagen das Gießen nicht vergessen.

Die richtige Pflege

Im ersten Jahr nach der Pflanzung sollte regelmäßig bewässert werden. Auch im Sommer darauf achten, die Gräser ausreichend mit Wasser zu versorgen. Werden die Pflanzen zu wenig gegossen, kann die Blüte ausfallen. Staunässe unbedingt vermeiden, ansonsten droht Fäulnis.

Ziergräser durch Teilen vermehren

Wenn die Halme der Stauden im Frühling zu sprießen beginnen, einfach den Wurzelstock ausgraben und in kleinere Teile zerlegen. Anschließend werden diese wieder in den Boden eingesetzt. Ein Wurzelschnitt ist nicht ratsam.

Die schönsten Ziergräser

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 09.11.2019 | 06:50 Uhr

Den Sommer mit Herbststauden verlängern

Im Spätsommer zeigt sich der Garten besonders schön: Viele Pflanzen stehen noch in voller Pracht und Herbststauden können neu gepflanzt werden. Tipps und Ideen zum Pflanzen. mehr

Kübel und Balkonkästen herbstlich bepflanzen

Wer bis in den Winter farbliche Akzente auf Balkon oder Terrasse setzen möchte, kann Kübel und Kästen im Herbst neu bepflanzen. Welche Pflanzen eignen sich dafür? mehr

Mehr Ratgeber

09:01
Mein Nachmittag
06:35
Mein Nachmittag
29:37
Sass: So isst der Norden

Das Beste vom Lachs

Sass: So isst der Norden