Stand: 26.07.2020 10:16 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Wegen Corona: Jugendherbergen in Existenznot

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Die Corona-Pandemie trifft die Jugendherbergen in Niedersachsen hart. Viele Einrichtungen bleiben vorerst geschlossen (Themenbild).

Wegen der Corona-Krise haben viele Jugendherbergen in Niedersachsen Existenzsorgen. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Nach Angaben einer Sprecherin des Landesverbandes Hannover des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) kann momentan nur etwa die Hälfte der 20 Jugendherbergen des Landesverbandes öffnen. Für die anderen Häuser rechne es sich angesichts ausbleibender Gäste und der Hygieneregeln, die eine Vollbelegung erschweren, schlicht nicht mehr, den Betrieb wieder aufzunehmen, so die DJH-Sprecherin.

Weggebrochene Geschäftsgrundlage - und kein Polster

Den Jugendherbergen ist nach ihren Angaben die Geschäftsgrundlage weitgehend weggebrochen. Klassenfahrten und Gruppenreisen machten rund 70 Prozent der Gäste aus. Diese fehlen seit Monaten. Im Bereich der Klassenfahrten ist nach Anordnung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) zudem klar, dass diese bis Ende des Jahres ausfallen. Dazu kommt, dass die Jugendherbergen kein finanzielles Polster haben - als gemeinnützige Vereine dürfen sie keine Rücklagen bilden.

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Rettungsschirm geplant

Der Landesverband fordert von der Politik nun klare Ansagen, wie der angekündigte Rettungsschirm aussieht. Bereits nach der beginnenden Wiederöffnung der Jugendherbergen Ende Mai hatte der Verband finanzielle Unterstützung von der Politik gefordert. In dem Mitte Juli beschlossenen Nachtragshaushalt in Höhe von 8,4 Milliarden Euro hat das Land 28 Millionen Euro für ein Förderprogramm für Jugendherbergen, Jugendbildungsstätten, Familienbildungsstätten und in die Bildungsarbeit vorgesehen.

Unterkünfte für Erntehelfer und Obdachlose

Die Jugendherbergen erproben derweil alternative Einnahmequellen: Einrichtungen in Lüneburg und Bad Fallingbostel hatten mehrere Wochen lang Erntehelfer aufgenommen. In Hannover wurden rund zwei Monate Obdachlose in der Jugendherberge untergebracht. Doch die dabei entstandenen Einnahmen kompensieren nach Verbandsangaben die Ausfälle nicht. Der Landesverband Unterweser, der im nördlichen und nordwestlichen Niedersachsen Jugendherbergen betreibt, hatte vor drei Wochen einen drohenden Einnahmeverlust für 2020 von 24 Millionen Euro angegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.07.2020 | 10:00 Uhr

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