Stand: 17.06.2020 13:05 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Grundwasser wird in vielen Regionen knapp

In vielen Regionen Niedersachsens wird das Grundwasser knapp. Darauf weist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in einem Sonderbericht hin, den die Behörde am heutigen "Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung und der Dürre" vorgestellt hat. Nach dem Trockenjahr 2018 habe sich die Situation im vergangenen Jahr noch einmal verschärft, heißt es in dem Bericht. Und auch für dieses Jahr zeichne sich für viele Regionen weiterhin ein Mangel an Grundwasser ab. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte, die negativen Rekordzahlen in dem Bericht beweisen: "Der Klimawandel ist angekommen in Niedersachsen. Unübersehbar." Aktuelle Daten schürten zudem die Befürchtung, dass "Niedersachsen direkt auf eine drittes Trockenjahr in Folge zusteuert", so Lies.

Grundwasser: Dürre setzt den Landwirten zu

Hallo Niedersachsen -

Der Boden ist viel zu trocken. Landwirte können zwar auf robuste Getreidearten umstellen, aber auch die brauchen Wasser. Umweltminister Lies fordert neue Formen des Wasserverbrauchs.

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Prekäre Lage im Osten Niedersachsens

Der NLWKN geht davon aus, dass die Grundwasserbestände in diesem Sommer ähnlich sinken werden, wie in den beiden Vorjahren. Die Situation sei angespannt, heißt es. In den Niederungs- und Küstenregionen im Westen und Nordosten des Landes hätten sich die Grundwasserbestände im Winterhalbjahr zwar gut erholt, aber in den übrigen Landesteilen sei der Anstieg nur mäßig ausgefallen. Im Osten Niedersachsens sei die Ausgangslage noch schlechter als 2019. Erstmals verzeichnete der NLWKN nach dem Trockenjahr 2018 extreme Grundwasser-Tiefstände im Vergleich zu den vorherigen 30 Jahren. 2019 habe sich die Situation weiter verschärft.

Prognose: Trockenheit im Sommer, Wassermassen im Winter

"Die ersten Anzeichen einer Wasserkrise sind da - auch wenn Niedersachsen ein wasserreiches Land ist und bleibt“, sagte Lies. Hinsichtlich der Prognosen von Klimaforschern sagte Lies, dass es in Niedersachsen eine Verschiebung der Niederschlagsverteilung geben werde - mit Trockenheit im Sommer und oftmals Starkregen mit wolkenbruchartigen Wassermassen im Winter. Niemand habe mit solchen Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt in Niedersachsen gerechnet, sagte Lies. "Viele dachten, nach zwei schlechten Jahren wird’s wieder besser. Falsch."

Drei Millionen Euro für Konzepte zum Wassermanagement

Mit einem landesweiten Wassermanagement will Lies auf die Situation reagieren. Um Konzepte zu entwickeln, stünden im Haushaltsplan des Umweltministeriums fast drei Millionen Euro bereit. Es brauche umfassende Lösungen für neue Infrastrukturen zur Wasserrückhaltung, zur Grundwasseranhebung, Brauchwassernutzung und Wassereinsparung, aber auch zum Schutz vor Hochwasser, Starkregen und Sturmfluten, so Lies.

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Die Trockenheit im Sommer bereitet unter anderem den Landwirten große Probleme. Nach Angaben des Landvolkes war auch dieses Frühjahr deutlich zu trocken. Deshalb müssen Landwirte zum großen Teil ihre Felder beregnen. Das sei zum einen teuer und zum anderen sei die Wassermenge begrenzt, die die Landwirte entnehmen dürfen. Einige Landwirte versuchen deshalb Regenwasser aufzufangen und zu sammeln. Andere setzen auf Pflanzen, die mit trockenen Böden besser klar kommen. Doch nicht nur Wiesen und Felder, sondern auch der Wald leidet unter der Trockenheit. Selbst in einer Tiefe von 1,80 Metern könnten die Bäume mit ihren Wurzeln kein Wasser erreichen, sagte der Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Klaus Marker. Eine so lang anhaltende Trockenheit habe er noch nie erlebt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.06.2020 | 07:00 Uhr

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