Stand: 06.12.2017 06:57 Uhr

Warum bringt der Nikolaus Geschenke?

Kleine Kinder glauben fest an ihn: Alljährlich in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember schleicht der Nikolaus um die Häuser und steckt ihnen Süßigkeiten und kleine Präsente in die Schuhe. Doch was bewegt den Mann mit dem Rauschebart dazu, Kinder zu beschenken? Wer war der Heilige, dem etliche Kirchen geweiht sind? Und ist sein roter Mantel tatsächlich eine Erfindung von Coca-Cola?

Aus zwei Nikoläusen wurde einer

So stellte sich ein französischer Maler im Mittelalter den Heiligen Nikolaus vor.

In der Figur des Heiligen Nikolaus sind zwei historische Personen zu einer verschmolzen. Zum einen Nikolaus von Myra, Bischof in einer Stadt in der heutigen Türkei, der im dritten Jahrhundert lebte. Zum anderen Nikolaus von Sion, einem Ort in der Nähe von Myra, aus dem sechsten Jahrhundert. Die Legenden über das Leben der beiden Männer verwoben sich zu der mythischen Figur des Heiligen Nikolaus von Myra. Er soll zahlreiche Wunder vollbracht haben, darunter etwa einen Sturm besänftigt und mehrere Tote wieder zum Leben erweckt haben. Eine Geschichte erzählt davon, wie er einem verarmten Vater von drei Töchtern hilft: Der verzweifelte Vater steht kurz davor, seine Töchter in die Prostitution zu schicken. Da hilft Nikolaus, indem er heimlich in der Nacht Goldstücke durch das Fenster wirft. Der Mythos des barmherzigen Helfers und Beschützers, der unerkannt in der Nacht Kinder beschenkt, ist geboren.

Nikolaikirchen erinnern an den Schutzpatron

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Der Schutzpatron der Hanse ist auch Namensgeber der mächtigen Nikolaikirche in Stralsund.

Im Mittelalter zählt Nikolaus zu den beliebtesten Heiligen, in Russland steigt er sogar zum Nationalheiligen auf. Als Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute wird der Heilige Nikolaus Schutzpatron der Hanse. Davon zeugen noch heute etliche Nikolaikirchen auch in den Hansestädten, darunter in Hamburg, Rostock, Wismar und Stralsund. In Hamburg erinnert das Mahnmal St. Nikolai an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Nationalsozialismus.

Martin Luther wetterte gegen das Nikolausfest

Ab dem 12. Jahrhundert feiern die Menschen am 6. Dezember das Nikolausfest, zu dem sie sich gegenseitig beschenken. Doch während der Reformation wettert Martin Luther gegen den Heiligenkult und das Nikolausschenken als "kindisch Ding". Er versucht, es durch das weihnachtliche Schenken zu ersetzen. Doch nicht nur im katholischen Raum halten die Menschen an dem lieb gewonnenen Brauch fest.

Allerdings ist der Nikolaus spätestens ab dem 19. Jahrhundert nicht nur gütiger Gabenbringer, sondern auch Bestrafer unartiger Kinder. Häufig begleitet ihn ein Furcht erregender Mann, der Kinder erschrecken soll und je nach Region einen anderen Namen trägt: Knecht Ruprecht, Pulterklas oder auch Rupsack.

Mit Fellmütze oder Bischofsmitra

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Besonders im süddeutschen Raum wird der Heilige Nikolaus bis heute als ehrwürdiger Bischof mit Stab und Mitra verehrt.

Im süddeutschen Raum zeigt sich der Heilige Nikolaus bis heute meist im traditionellen Bischofsgewand mit Stab und Mitra, der hohen Bischofsmütze. Im Norden hat sich dagegen die Vorstellung vom Nikolaus als gemütlichem alten Mann mit weißem Rauschebart und dickem roten Mantel durchgesetzt. Dieses Aussehen verpasste ihm übrigens nicht etwa Coca-Cola, sondern der deutsche Auswanderer Thomas Nast. Er zeichnete den Nikolaus alias Santa Claus in den USA schon 1862 mit weißem Rauschebart, rotem Mantel und fellbesetzter Mütze. Erst ab 1931 bediente sich Coca-Cola der Figur des Santa Claus und nutzte sie für eine Werbekampagne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 06.12.2016 | 06:08 Uhr

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