Holocaust: Die Gedächtniskultur in Norddeutschland

Am 27. Januar 1945 erreichte die sowjetische Armee das Konzentrationslager Auschwitz und befreite die noch lebenden Häftlinge. Daran, und an die Millionen ermordeten Opfer des Nationalsozialismus, erinnert der internationale Holocaust-Gedenktag. Doch es gab nicht nur Auschwitz: Auch in Norddeutschland hatten die Nazis zahlreiche Konzentrationslager eingerichtet. Wie wird vor Ort an diese Lager erinnert? Im Schwerpunkt zum 75-jährigen Kriegsende stellen die Kulturredaktionen von NDR Info, NDR Kultur, NDR.de und dem Kulturjournal im NDR Fernsehen einige dieser Gedenkstätten und deren jeweilige Projekte vor.

Undatierte Aufnahme von der beflaggten Kommandatur des Konzentrationslagers Moringen © dpa - Bildfunk Foto: LKH Moringen

KZ Moringen: Ein Lager für "falsche" Jugendliche

Hunderte Jugendliche waren zur NS-Zeit in Moringen interniert. Denn sie hörten die "falsche" Musik, trugen die "falsche" Kleidung. Am 9. April 1945 wurde das Jugend-KZ von US-Truppen befreit. mehr

Stelenfeld auf der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Wöbbelin bei Ludwigslust © picture alliance/imageBROKER Foto: Lothar Steiner

KZ-Gedenkstätte Wöbbelin: "Man konnte das Lager riechen"

Die KZ-Gedenkstätte Wöbbelin muss sich einen Ort mit der Ausstellung über den deutschen Dichter Theodor Körner teilen. Diese Paarung verursacht Spannungen. mehr

Eine App stellt auf einem Tablet das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen nach © Jesco Denzel Foto: Jesco Denzel

Erinnerung digital: Mit der App durch Bergen-Belsen

In der Gedenkstätte Bergen-Belsen können Besucher mit einer App das ehemalige Konzentrationslager erkunden. Was kann eine digitale Aufbereitung dieser Art im Rahmen der Erinnerungskultur leisten? mehr

Ansicht der Gedenkstätte Esterwegen © NDR Foto: Ita Niehaus

Wie Jugendliche die "Hölle am Waldesrand" erkunden

Rund 20.000 Häftlinge kamen in den Lagern der Nazis im Emsland ums Leben. Wie lässt sich der NS-Terror heute Jugendlichen vermitteln? Ein Besuch in der Gedenkstätte Esterwegen. mehr

Ansicht der KZ-Gedenkstätte Neuengamme  Foto: Martina Kothe

Neuengamme: Hamburgs spätes Gedenken

Mehr als 100.000 Häftlinge waren im KZ Neuengamme inhaftiert. Erst seit 2005 erinnert eine umfangreiche Gedenkstätte an ihr Schicksal - und die Herausforderung in der Erinnerungskultur wächst. mehr

Mahnmal mit der Aufschrift "Die Würde des Menschen ist unantastbar" am ehemaligen Standort des KZ Ladelund. © NDR Foto: Bettina Meier

Ladelund: Wie Erinnerungskultur zu Versöhnung führt

Hoch im Norden - an der Grenze zu Dänemark - liegt eine der ältesten KZ-Gedenkstätten Deutschlands: Ladelund. mehr

Eine Frau legt mit ihren Kindern Tulpen auf einer Mauer mit der Inschrift "Bergen-Belsen, 1940 bis 1945" ab. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze

Holocaust: "Wir brauchen eine neue Erinnerungskultur"

Bei der Aufarbeitung der Holocaust-Verbrechen brauche es eine neue Erinnerungskultur, fordert Jens-Christian Wagner, Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Wie könnte die aussehen? mehr

Das Mahnmal in Itzehoe

Gyula Trebitsch und das Überleben

Der Holocaust-Überlebende Gyula Trebitsch war mehr als ein brillanter Filmproduzent - zum Beispiel Initiator des ersten Mahnmals für NS-Opfer in Nordeuropa. Es steht in Itzehoe. mehr

Video-Tipp

Touristen besichtigen das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz. © NDR
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7 Tage... Auschwitz

Ehemalige Deportationswaggons reparieren, alte Kinderschuhe restaurieren. Arbeit in Auschwitz heißt Arbeit gegen das Vergessen. Wie halten das die Helfer aus? Gibt es Alltag in Auschwitz? 30 Min

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Ein sowjetischer Militärarzt untersucht kurz nach der Auschwitz-Befreiung einen bis auf die Knochen abgemagerten Häftling aus Wien. © dpa - Bildarchiv

Auschwitz: "Das Schrecklichste, was ich je sah"

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten Auschwitz. Mehr als eine Million Menschen hatten die Nazis dort ermordet. mehr

Ausgemergelte Männer liegen dicht an dicht in Holzkojen - Aufnahme von 1944 aus einer Gefangenen-Baracke in Auschwitz. © picture-alliance / Mary Evans Picture Library/WEIMA

Konzentrationslager: "Alltag" in der Hölle

Das Leben im KZ war ein Martyrium für die Gefangenen. Der Willkür der SS vollkommen ausgeliefert endete es oft mit dem Tod. mehr

SA-Männer kleben ein Plakat mit der Aufschrift 'Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden' an die Schaufensterscheibe eines jüdischen Geschäfts. © picture-alliance / dpa Foto: dpa

Die NS-Zeit: Krieg und Terror

1933 wird der Nationalsozialist Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Fortan setzt das NS-Regime seinen absoluten Führungsanspruch durch - mithilfe von Terror und Propaganda. mehr

Wehrmachtssoldaten ergeben sich 1945 und halten weiße Tücher hoch. © picture alliance/akg-images Foto: akg-images

Wie der Zweite Weltkrieg im Norden endete

Am 8. Mai 1945 kapituliert die Wehrmacht. Viele Städte und Lager sind durch die Alliierten da bereits befreit. Ein Dossier. mehr

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Gedenkstein an die Opfer des Holocaust auf dem Jüdischen Friedhof in Rostock. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Foto: Bernd Wüstneck

Holocaust - Das beispiellose Verbrechen

Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. Daran erinnert jedes Jahr am 27. Januar ein Gedenktag. Ein Dossier. mehr

Auf zur Ehrenrunde. Shaul Ladany an der Startlinie im Münchner Olympiastadion. © NDR/Martin Horning
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Der Weltrekordhalter und Holocaust-Überlebende Shaul Ladany

Zweimal entging er in Deutschland dem Tod: als Kind im KZ Bergen-Belsen und als Athlet beim Attentat bei den Olympischen Spielen 1972. 45 Min

Claude Lanzmann © picture alliance/dpa | Mark Terrill Foto: Mark Terrill

Lanzmanns Holocaust-Doku: Welche Bedeutung hat "Shoah" heute?

Filmkritikerin Katja Nicodemus spricht über Claude Lanzmanns Dokumentarfilm von 1985, der erstmals online zugänglich ist. mehr

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