Stand: 28.08.2020 12:57 Uhr

Auf den Spuren der Heidekönigin

von Janine Kühl, NDR.de

Der Königinnen-Weg führt durch abwechslungsreiches Gelände rund um das Dorf Amelinghausen in der Lüneburger Heide. Die Strecke ist elf Kilometer lang.

Jedes Jahr im August kürt der kleine Ort Amelinghausen im Rahmen des bekannten Heideblütenfests seine Heidekönigin. Der Königinnen-Weg rund um das Heidedorf führt zu markanten und landschaftlich schönen Orten, die in der Tradition der Heidekönigin eine wichtige Rolle spielen. Der elf Kilometer lange Wanderweg kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad absolviert werden. Als zentraler Einstieg in den abwechslungsreichen Rundkurs bietet sich der Lopausee an. Zudem gibt es Parkplätze am Waldbad und an der Kronsbergheide.

Entlang des idyllischen Seeufers windet sich ein gut befestigter Pfad. Vom Ende des Sees verläuft der Weg ein Stück parallel zur Lopau bis zum Waldbad. Hier müssen Wanderer oder Radfahrer einmal die Straße überqueren, bevor es auf einem schmalen Waldweg weitergeht. Nachdem ein Fußballplatz passiert ist, verläuft ein enger, etwas unebener Pfad parallel zur Lopau. Etwas unglücklich ist die Wegführung quer über den Amelinghausener Friedhof.

Königinnen-Platz mit herrlichem Weitblick

Ein Fahrrad lehnt an einer Box am Feldrand
Beim Königinnenblick - einer Anhöhe westlich von Amelinghausen - bietet sich eine Pause an.

Anschließend heißt es auf einem Stück asphaltierten Radwegs entlang einer Landstraße Kräfte sammeln für den folgenden Aufstieg. Nach einem kurzen Abschnitt direkt am Ortsrand führt der Königinnen-Weg wieder auf unwegsamerem Terrain durch Felder bergauf. Auf dem höchsten Punkt liegt der sogenannte Königinnenblick. Von hier hat der Wanderer einen schönen Ausblick auf Amelinghausen und das Lopautal.

Entlang an Luhe und Lopau

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Königinnen-Weg

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Wer auf dem Königinnen-Weg unterwegs ist, macht auch Bekanntschaft mit dem männlichen Pendant zur Heidekönigin: dem Heidebock. Ein Teilstück verläuft entlang der Bockallee, an deren Rand der Verein der Heideböcke kleine Obstbäume gepflanzt hat. Über die Tradition der Heideböcke informiert eine Station am Weg. Ein wenig weiter nordöstlich des Dorfes kreuzt der Weg die Luhe, einen Zufluss der Elbe. Bevor es wieder bergab in Richtung Lopau geht, lädt ein Picknickhäuschen mit Weitblick zu einer Pause ein.

Abstecher zur Oldendorfer Totenstatt

Die Wasserläufe von Lopau und Luhe zogen schon in der Jungsteinzeit erste Siedler an. Ein beeindruckendes Zeugnis der Vergangenheit bietet die wenige Minuten von der Strecke entfernte Oldendorfer Totenstatt mit ihren steinzeitlichen Hünengräbern. Durch einen schattigen Laubwald geht es auf dem Königinnen-Weg weiter entlang der Lopau auf einem schmalen Waldpfad bis zum Kronsberg. Auf diesem Abschnitt verläuft der Weg parallel zum Sagenhaften Hünen-Weg, einem weiteren Rundwanderweg.

Vom Wald in die Heide

Die Kronsbergheide zeigt sich von August bis in den September hinein in ihrem prächtigen lilafarbenen Heidegewand. Aber auch zu anderen Jahreszeiten herrscht in der Heidelandschaft mit ihren sanften Hügeln und Wacholdern eine ganz eigene Stimmung. Auf dem Kronsberg küren die Amelinghausener seit 1949 alljährlich im August ihre Heidekönigin. Allerdings musste die Wahl einer neuen Königin wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr entfallen. Von hier führt der Weg durch ein Waldstück zurück zum Lopausee, wo die Möglichkeit zur Einkehr besteht.

Belohnung für fleißige Wanderer: das Heidediplom

Eine Karte mit Stempeln
Das Heidediplom in Gold bekommt, wer die Stempel der drei Wanderwege um Amelinghausen gesammelt hat.

An fünf Stationen entlang des Weges können Wanderer Stempel sammeln - und so das Heidediplom erwerben. Ein Anreiz, der besonders die Jüngeren motiviert. Die Stationen befinden sich an zentralen Stellen des Wanderweges. Kurze Texte informieren an diesen Stellen zudem über Bräuche rund um die Heidekönigin und über das Heideblütenfest.

Abwechslungsreicher Rundkurs

Weite Felder, lichte Laubwälder, lebendige Wasserläufe und nicht zuletzt der idyllische Lopausee prägen den Rundkurs. Ruhe und Stille in der Natur wechseln mit der Nähe zum Dorf. Zahlreiche Bänke und Picknickplätze an ausgewählten Standpunkten mit schönem Ausblick oder einem plätschernden Wasserlauf im Hintergrund bieten die Möglichkeit zum Verweilen. Die Wege variieren von Asphalt bis zu schmalen Trampfelpfaden, sind aber immer gut begehbar. Auch mit einem geländegängigen Fahrrad ist die Tour problemlos zu bewältigen, eventuell muss man einige wenige kurze Passagen schieben. Für Kinder mit etwas Kondition ist der Weg gut geeignet, da das Gelände nie zu schwierig und die Wegführung nie langweilig wird.

Auf dem rechten Weg dank guter Beschilderung

Ein beschilderter Pfahl mit einem gelbem Pfeil auf rotem Grund
In regelmäßigen Abständen zeigen Wegweiser mit einem gelbem Pfeil auf rotem Grund, wo es lang geht.

Die elf Kilometer lassen sich zu Fuß in drei bis vier Stunden, per Rad in ein bis zwei Stunden bewältigen - mit Pausen dauert es etwas länger. Wer auf den Spuren der Heidekönigin wandelt, bleibt dank der guten Beschilderung immer auf dem richtigen Weg. Kleine Holzpfähle mit einem gelben Pfeil auf rotem Grund weisen an jeder Abzweigung oder Straßenquerung die Richtung. Zudem geben mehrere Schautafeln auf der Wegstrecke den jeweiligen Standort auf dem Königinnen-Weg an.

Corona-Hinweis

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