Stand: 28.01.2018 22:17 Uhr  | Archiv

Neurodermitis erkennen und behandeln

Diagnose

Der Hautarzt wird die Krankengeschichte und familiäre Vorbelastungen erfragen. Mit Haut- und Bluttests lassen sich Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Pollen- oder andere Allergien ergründen. Bei Pollen­allergien bestehen häufig Kreuzallergien mit bestimmten Lebensmitteln.

Therapie

Obwohl Neurodermitis nicht heilbar ist, können Betroffene mit einigen Vorsichtsmaßnahmen ein ganz normales Leben führen - ohne oder mit ganz wenig Medikamenten. Da die Haut durch Kortisoncreme dünner wird und sich damit die Neurodermitis auf Dauer verschlimmert, sollte die Creme nur als Notanker zum Einsatz kommen. Betroffene Stellen können mit Weizenkeimöl betupft werden.

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Merle H. nascht gerne. Doch zu viel Zucker verschlimmert ihre Neurodermitis.

Die Behandlungsansätze müssen individuell auf den einzelnen Betroffenen abgestimmt werden. Das gilt auch für die Ernährungstherapie. Immerhin gibt es einige allgemeine Regeln: So stärkt eine ausgewogene Ernährung den Körper gegen Infekte, die wiederum Schübe auslösen können. Alkohol, Kaffee und starke Gewürze können problematisch sein, weil sie die Durchblutung der Haut steigern, was den Juckreiz verschlimmert. Auch mit schnell resorbierbarem Zucker - wie in Süßigkeiten und Weißmehlprodukten - sparsam umgehen, denn er fördert generell entzündliche Prozesse im Körper. Honig und Dicksäfte sind übrigens keine Alternative zu gewöhnlichem Zucker, das belegen Studien. Denn sie bestehen ebenso wie Haushaltszucker auch vorwiegend aus Saccharose. Entzündungshemmend wirken dagegen Antioxidantien.

Meiden sollten Betroffene grundsätzlich nur Nahrungsmittel, gegen die eine Unverträglichkeit vorliegt. Denn wer aus Angst auf zu viele Nahrungsmittel verzichtet, der versorgt seinen Körper auf Dauer nicht mehr mit allen nötigen Nährstoffen - Mangelernährung droht. Ein Ernährungstagebuch kann helfen herauszufinden, auf welche Produkte man reagiert. Nach ein paar Tagen oder Wochen zeigen sich darin logische Zusammenhänge: etwa Alkohol oder viel Weißmehl am Wochenende - und Montag dann das Aufblühen der roten Stellen. Übrigens können Lebensmittelunverträglichkeiten im Laufe des Lebens durchaus wegfallen oder neu hinzukommen.

Bestimmte Lebensmittel befeuern häufig eine Neurodermitis - seien Sie hier besonders wachsam: etwa Tomaten, Kiwi, Erdbeeren und saures Obst. Auch zu viel Fisch, Ei, Nüsse, Milch, Hartkäse oder Dauerwurst wie Salami können allergische Reaktionen auslösen. Ebenso Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe - daher lieber naturbelassene Lebensmittel einkaufen und viel frisch kochen.

Wer den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen will, der sollte neben der Ernährung unbedingt auf regelmäßige sportliche Aktivität und auf Entspannung setzen. Neurodermitis trifft meist sensible Menschen, die keine "dicke Haut" haben. Nicht von ungefähr heißt es: "Die Haut ist ein Spiegel der Seele". Yoga oder autogenes Training, Spaziergänge in der Natur, Musik - seien Sie achtsam sich selbst gegenüber und beobachten Sie, was Ihnen hilft.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 29.01.2018 | 21:00 Uhr

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Bestimmte Nahrungsmittel können Hautreaktionen hervorrufen: die wichtigsten Fakten und Lebensmittel im Überblick. Download (45 KB)

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