Sendedatum: 11.06.2013 20:15 Uhr  | Archiv

"Es ist wichtig, Herzrhythmusstörungen zu dokumentieren"

Frau Ketterlin: Bei mir wurde bei einem EKG ein Links-Block festgestellt. Was genau bedeutet das? Man sagte mir, dass es nichts schlimmes sei. 

Dr. Renate Schnabel: Ein Linksschenkelblock als Reizleitungsstörung des Herzens liegt insbesondere bei älteren Patienten häufig als unspezifische Veränderung vor. Dennoch sollte eine Herzerkrankung, wie es sicher bei Ihnen geschehen ist, in Erwägung gezogen werden.

Unbekannt 2: Meine Frau ist 29 und hat nach zwei Schwangerschaften (17 + 4 Monate alt) ständig Schwindel, Nacken/Rückenschmerzen, 2 Verdachte auf Blinddarm (nix gefunden und war dann wieder weg) und heftig Herzstolpern (schon Jahre). Der Kardiologe hat vor 3 Wochen in einem Check nichts gefunden. Was kann das sein???

Dr. Renate Schnabel: Es handelt sich hierbei um verschiedene, unspezifische Symptome. Zum Ausschluss einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sind Sie bei Ihrem Kardiologen genau richtig. Er wird schwerwiegende Herz-Erkrankungen, die auch nach Schwangerschaft und Geburten auftreten können, ausschließen und gegebenenfalls weitere Diagnostik in anderen Fachgebieten vorschlagen.

T. Eva: Ich bin 50 Jahre und habe ständig nächtliches Herzrasen, ein Ereignis pro Nacht, nach ca. 1 Stunde Schlaf. Die Aufzeichnung des Langzeit EKG zeigt plötzliche nächtliche Tachykardie mit ca. 160 Schlägen, nach Trinken und Beruhigen flaut es wieder ab. Herz ist aber unauffällig bei Belastung und Echo. Kann es mit den Wechseljahren zu tun haben? Es ist keine Lebensqualität, was kann ich tun?

Dr. Renate Schnabel: Es kommt darauf an, was für Tachykardien (schnelle Herzrhythmusstörungen) vorliegen. Spezifische Herzrhythmusstörungen gehören in die Hand eines Spezialisten. Wenn das Herz in der Diagnostik ansonsten unauffällig ist, können auch Sinustachykardien (schneller, normaler Herzschlag) vorliegen, die ein breites Spektrum von Ursachen haben können, u.a. hormonelle Umstellung zum Zeitpunkt der Wechseljahre.

Dana H.: Ich habe seit Wochen bei bestimmten Bewegungen einen stechenden Schmerz in der Herzgegend. Die Hausärztin sagte, es kann nicht vom Herzen sein, wenn es nur bei bestimmten Bewegungen auftritt. Stimmt das? Das EKG war unauffällig.

Dr. Renate Schnabel: Die Bewegungsabhängigkeit kann auf eine muskuloskelettale Ursache hinweisen. Jedoch muss das gesamte Risiko-Profil (Alter, Gewicht, Raucherstatus, Blutfette, Blutdruck, Vorerkrankungen, Familiengeschichte, u.a.) in Betracht gezogen werden und gegebenenfalls weitere Untersuchungen (Belastungs-EKG) durchgeführt werden, um eine Herzerkrankung auszuschließen.

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