Stand: 06.06.2018 09:20 Uhr  - Visite  | Archiv

Chat-Protokoll: Herz-OP - Bypass oder Stent?

Uli: Habe vor vier Jahren in der Herzklinik einen Stent im Hauptstamm bekommen. Es handelte sich um eine zu 75 Prozent verengte Stelle im Hauptstamm. Kann so eine Verengung noch mal im Hauptstamm auftreten?

Haverich: Ja, die kann wieder auftreten, deswegen ist eine regelmäßige kardiologische Kontrolle notwendig.

Cor: Werden Bypässe nicht auch ohne HLM am schlagenden Herzen platziert?

Haverich: Ja, wenn die Anatomie der Verschlüsse dies zulässt, was bei etwa der Hälte der Patienten der Fall ist.

Erich: Mein Mann hatte im Januar einen Hinterwandinfarkt. Er wurde mit drei Stents versorgt. Meine Frage ist, ob man mit einem Herz-CT den Zustand der Gefäße erkennen kann und eventuell eine erneute Katheteruntersuchung vermieden werden kann.

Haverich: Man kann die Gefäße einigermaßen beurteilen, aber nicht so gut wie in der Herzkatheteruntersuchung. Innerhalb des Stents lässt sich das Gefäß im Herz-CT gar nicht beurteilen.

Wieka: Ich habe viermal eine Kardioversion und einmal eine Ablation bekommen. Kann man sagen, wie lange der Herzrhythmus okay bleibt?

Haverich: Eine Prognose kann man nicht abgeben, aber gesunde Ernährung und viel Sport beugen einem Rückfall vor.

Klaus: Missglückte MIDCAP. Andocken Mammaria hat nicht geklappt, da Riva sehr zart. Vorschlag des Arztes: Erneute MIDCAP mit rechter Mammaria. Aussichtsreich?

Haverich: Ich würde für eine offene Operation plädieren.

Frank: Ich hatte 2015 einen Herzinfarkt und mir wurden drei Stents rechts und zwei Stents links eingesetzt. Ich habe zurzeit keine Probleme. Muss ich regelmäßig zur Kontrolle beim Kardiologen?

Haverich: Ja, und zwar sowohl um das Fortschreiten der KHK zu prüfen als auch den Erfolg der gesetzten Stents.

Pasha: Nach einem Stent aufgrund einer Stenose wegen zu hohen Triglyceridwerten bekomme ich Atorvastatin 80 mg. Sind diese Statine zwingend erforderlich? Ist es korrekt, dass diese Verengungen durch zu hohe Blutfettwerte verursacht werden?

Haverich: Triglyceridwerte in der Größenordnung müssen behandelt werden.

Stephan: Ich hatte mit 40 einen Infarkt, der mit einem Stent versorgt wurde. Mit 46 mussten zwei weitere nach einer "stabilen Angina" gesetzt werden. Mittlerweile weiß ich, dass ich eine Fettstoffwechselerkrankung habe, die als Auslöser angesehen wird. Zwei weitere Stellen am Herzen kommen laut Kardiologe "demnächst dran", mit einem Stent versehen zu werden. Angesichts meines Alters (jetzt 47) - sollte ich weiter auf Stents setzen oder über einen Bypass nachdenken?

Prof. Dr. Axel Haverich: Sie sollten über einen Bypass nachdenken, da Sie noch sehr jung sind.

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Visite | 05.06.2018 | 20:15 Uhr

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