Stand: 01.03.2018 11:41 Uhr  | Archiv

Wie viel Salz ist gesund?

Meersalz © fotolia.com Foto: dusk
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als einen Teelöffel Salz pro Tag zu sich zu nehmen.

Salz wird seit Jahrtausenden als Geschmacksverstärker und Konservierungsstoff eingesetzt und war lange Zeit eines der wertvollsten Handelsgüter. Durch den Handel mit Salz entwickelten sich einige Städte wie Lüneburg zu reichen und einflussreichen Metropolen. Von dort aus wurde das "weiße Gold" auf Salzstraßen in andere Regionen transportiert und verkauft.

Salz - ein lebenswichtiger Stoff

Salz - also Natriumchlorid (NaCl) - hat nicht nur für die Haltbarmachung von Lebensmitteln große Bedeutung, sondern ist für den Menschen ein lebenswichtiger Stoff. Speisesalz ist die Hauptzufuhrquelle für Natrium und Chlorid, die für den Flüssigkeitshaushalt, das Nervensystem und die Regulierung des Blutdrucks wichtig sind. Natriumchlorid schützt die Zellen vor Austrocknung und ist essenziell für die Weiterleitung von Signalen in den Nervenzellen. Keine Zelle unseres Körpers könnte ohne Salz existieren - und dennoch ist zu viel davon ungesund.

Wie viel Salz sollte man täglich zu sich nehmen?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte ein Erwachsener maximal sechs Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen, das entspricht etwa einem Teelöffel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sogar nur eine Menge von fünf Gramm täglich, einige Ernährungsexperten sprechen sich für maximal drei Gramm Salz pro Tag aus.

Etwa 80 Prozent aller Männer und fast 70 Prozent der Frauen überschreiten die von der DGE empfohlene Menge von sechs Gramm Salz allerdings täglich. Der durchschnittliche Salzkonsum in Deutschland liegt bei Männern bei zehn Gramm und bei Frauen etwas mehr als acht Gramm.

Zuviel Salz erhöht den Blutdruck

Seit einigen Jahren betrachten Wissenschaftler und Ärzte einen hohen Salzverbrauch kritisch und verweisen auf einen Zusammenhang zwischen Kochsalzkonsum und Bluthochdruck. Bluthochdruck gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei einigen Menschen ist das Risiko für Bluthochdruck erhöht, wenn sie viel Salz zu sich nehmen. Gelingt es, den Salzkonsum auf weniger als sechs Gramm pro Tag zu begrenzen, lässt sich der Blutdruck verringern. Wie empfindlich jemand auf Salz reagiert, ist individuell aber sehr unterschiedlich.

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Ein Bluckduckmessgerät und ein Salzstreuer. © fotolia Foto: orcea david

Welche Rolle spielt Salz bei Bluthochdruck?

Viel Salz im Essen erhöht bei einigen Menschen das Risiko für Bluthochdruck. Wer weniger Salz zu sich nimmt, kann seinen Blutdruck in vielen Fällen senken. mehr

Fertigprodukte enthalten häufig zu viel Salz

Während viele europäische Länder Gesetze erlassen haben, um den Salzkonsum in der Bevölkerung zu senken, müssen Hersteller in Deutschland nur freiwillige Nährwertinformationen auf ihren Produkten geben. Oft wird lediglich der Natriumgehalt angegeben. Dann ist die eigene Rechenleistung gefragt, um den tatsächlichen Salzanteil zu errechnen. Der Kochsalzgehalt ergibt sich, wenn der Natriumgehalt mit 2,54 multipliziert wird.

Eine mühselige Arbeit, die sich kaum ein Verbraucher macht. Zumal versteckte Salze in Lebensmitteln die Rechnung schnell zunichtemachen. Wer auf den eigenen Salzverbrauch achten will oder muss, hat es also schwer. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bietet einen Salzrechner an: Einfach den auf der Verpackung aufgedruckten Natriumgehalt eingeben und der Verbraucher erfährt, wie viel Gramm Salz ein Produkt enthält.

Vor allem in Fertigprodukten ist oft viel zu viel Salz enthalten. Selbst kochen mit viel Kräutern statt Salz schützt davor, unbewusst zu viel Salz zu sich zu nehmen.

Wie sinnvoll ist die Anreicherung mit Jod, Fluorid und Folsäure?

Im Handel gibt es kaum einfaches Salz, sondern es wird oft mit Jod, Fluorid oder auch Folsäure angereichert.

  • Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das vom Organismus vor allem zur Produktion von Schilddrüsenhormonen gebraucht wird. Ein Jodmangel hat eine Unterfunktion der Schilddrüse zur Folge, wodurch schwerwiegende Störungen der Stoffwechselprozesse entstehen können. Doch die Jodierung von Lebensmitteln ist mittlerweile umstritten. Laut einer dänischen Studie kann zu viel Jod krank machen und bereits vorhandene Schilddrüsenerkrankungen verschlimmern oder allergische Reaktionen auslösen.
  • Fluorid schützt Zähne vor Karies. Es hilft dabei, durch Säuren aus dem Zahnschmelz gelöstes Kalzium und Phosphor wieder einzubauen, sodass der Zahnschmelz wieder eine intakte Oberfläche erhält. Ein Fluoridzusatz im Speisesalz kann aber nicht vor Karies schützen, dafür ist die Konzentration viel zu gering. Effektiv ist dagegen Zahnpasta mit Fluoridzusatz.
  • Folsäure ist industriell hergestelltes Vitamin B 9, das für das Zellwachstum und die Blutbildung benötigt wird und vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützt. Ein Mangel kann zu Blutarmut und Schäden am Nervensystem führen. Kochen, Braten oder Backen zerstört allerdings das wasser- und hitzeempfindliche Vitamin, deshalb sollte angereichertes Salz erst nach der Zubereitung verwendet werden. Bei einer ausgewogenen Ernährung liefern Vollkornprodukte und Gemüse ausreichend Folsäure.

Welche besonderen Salzarten gibt es?

Normales Speisesalz gibt es im Supermarkt schon für wenige Cent. Es werden aber auch oft wesentlich teurere Salzsorten angeboten.

  • Meersalz wird aus Meerwasser in Salzbecken gewonnen. Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser und übrig bleibt das Salz. Es besteht zu 95 bis 98 Prozent aus Natriumchlorid. Daneben finden sich andere Stoffe wie Kalium und Magnesium. Jod ist dagegen kaum enthalten, es wird dem Salz künstlich zugesetzt.
  • "Fleur de Sel" ist die Luxusversion von Meersalz und entsteht nur an windstillen, heißen Tagen. Die hauchdünne Salzkristallschicht wird in mühevoller Handarbeit abgeschöpft, um die feine Struktur des Salzes nicht zu zerstören. Sowohl das gewöhnliche Meersalz als auch das teurere Fleur de Sel sind etwas milder als normales Kochsalz, gesünder sind sie entgegen vieler Annahmen aber nicht.
  • Steinsalz ist im Grunde nichts anderes als Meersalz. Als die großen Meere vor Millionen von Jahren austrockneten, lagerte sich das Salz im Laufe der Jahrtausende in dicken Schichten ab und wird heute bergmännisch abgebaut. Ähnlich wie das Meersalz weist Steinsalz einen Natriumchlorid-Anteil von 98 Prozent auf.
  • Siedesalz wird im Nassabbau mit Süßwasser aus dem Gestein gelöst und die flüssige Sole anschließend eingedampft. Dadurch wird ein Salz gewonnen, das zu 99 Prozent aus reinem Natriumchlorid besteht - Speisesalz von höchster Reinheit.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 02.03.2018 | 16:20 Uhr

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