Stand: 13.03.2018 10:24 Uhr

Wie gesund sind teure Fruchtsäfte?

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Säfte sind nicht so gesund wie frisches Obst.

Säfte aus Cranberry, Granatapfel und Aroniabeere sind mit bis zu zwölf Euro pro Liter relativ teuer, gelten aber als gesund. Ihre rote Farbe deutet auf den wichtigsten Inhaltsstoff hin: Anthocyane. Sie gehören zu den sogenannten Bioaktivstoffen, die unter anderem eine zellschützende Wirkung haben sollen. Gerbstoffe geben den Fruchtsäften einen säuerlichen, leicht pelzigen Geschmack. Sie wirken entzündungshemmend.

Verschiedene rote Säfte stehen vor einem Krankenwagen zum Test aufgestellt.

Wie gesund sind teure Fruchtsäfte?

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Teure Fruchtsäfte aus Cranberry, Granatapfel und Aroniabeere gelten als gesund. Was steckt in den Säften? Und welche günstigeren Alternativen gibt es?

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Wirkung von Cranberry, Granatapfel und Aroniabeere

  • Die in Cranberrys enthaltenen Proanthocyane (PAC) könnten nach Ansicht von Forschern eine vorbeugende Wirkung gegen Harnwegsinfekte haben. Womöglich verhindern die Proanthocyane, dass sich Bakterien an der Blasenwand festsetzen.

  • Granatäpfel enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe, die unter anderem das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken sollen. In einigen Studien wurde gezeigt, dass Extrakte aus Granatapfelsaft den Anstieg eines Tumormarkers bei Prostatakrebs (PSA-Wert) bremsen konnte.

  • Bei der Aroniabeere stehen Forscher noch am Anfang. Die Frucht soll entzündungshemmend und zellschützend wirken, kann aber auch unerwünschte Wechselwirkungen mit Krebsmedikamenten auslösen.

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Fettleber und Diabetes durch Fruktose

Fruchtsäfte aus Cranberry, Granatapfel und Aroniabeere enthalten von Natur aus Fruchtzucker (Fruktose), auch wenn sie "ohne Zuckersatz" oder "frisch gepresst" sind. Anders als bei Traubenzucker entsteht nach der Aufnahme von Fruchtzucker kein Sättigungsgefühl. Wer nicht aufpasst, nimmt mit Säften schnell viele Kalorien zu sich und überschreitet die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Höchstmenge von 25 Gramm Zucker pro Tag deutlich.

Fruktose gelangt vom Dünndarm über das Blut in die Leber. Dort wird sie zum Großteil in Fettbausteine umgewandelt. In größeren Mengen führt Fruchtzucker langfristig aber nicht nur zu Übergewicht, sondern auch zu Fettleber, Diabetes Typ 2 und erhöhten Blutfettwerten.

Fruchtzuckergehalt von Säften
SorteFruchtzucker pro 100 Milliliter
Cranberrysaft4,3 g
Aroniasaft5,6-8,7 g
Apfel-/Orangensaft10 g
Granatapfelsaft11-12 g

Frisches Obst ist gesünder als Saft

Auch frisches Obst enthält Fruchtucker. Allerdings liefern die ganzen Früchte neben den wertvollen Pflanzenstoffen zusätzlich gesunde Ballaststoffe, die durch Ihr Volumen auch zu einer gewissen Sättigung führen. Außerdem haben frische Früchte mehr natürliches Vitamin C. Bei der Saft-Herstellung und Lagerung geht dieses lichtempfindliche Vitamin weitgehend verloren.

Ernährungsmediziner empfehlen, ein bis zwei Hände voll Obst pro Tag zu essen. Aus frischem Obst und Gemüse lassen sich leckere Alternativen zu den teuren Säften zubereiten.

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Interviewpartner

Dagmar Freifrau von Cramm
Dipl. oec. troph.
Food-Journalistin & Ernährungsexpertin
Günterstalstr. 32-34, 79100 Freiburg
Tel. (0761) 70 15 20
E-Mail: kontakt@dagmarvoncramm.de
Internet: dagmarvoncramm.de

Dr. med. Rainer Stange
Leitender Arzt der Abteilung Naturheilkunde
Immanuel Krankenhaus Berlin
Königstr. 63, 14109 Berlin-Wannsee
Tel. (030) 80 50 53 06
E-Mail: naturheilkunde@immanuel.de

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