Sendedatum: 10.01.2017 20:15 Uhr  | Archiv

Wie Venen funktionieren

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Oft leiden Patienten mit Venenleiden unter schweren, geschwollenen Beinen.

Etwa die Hälfte aller Deutschen haben Probleme mit ihren Beinvenen, wie zum Beispiel Krampfadern (Varizen). Der Name hat nichts mit Krämpfen zu tun, sondern kommt vom althochdeutschen "krimpfan" für "krümmen" und bezieht sich auf den geschlängelten Verlauf der sichtbaren Krampfadern. Nicht selten leiden die Betroffenen unter schweren, geschwollenen Beinen. Bei jedem Vierten ist im Laufe des Lebens eine Therapie erforderlich, um gefährliche Folgeerkrankungen zu vermeiden. Schreitet das chronische Venenleiden fort, können Entzündungen, juckende Hautveränderungen oder gar offene Wunden an den Beinen(Ulcus cruris) die Folge sein. Auch Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel (Thrombosen) können entstehen, die sogar lebensgefährlich sein können, wenn kleine Blutgerinnsel oder Blutklumpen (Koagel) in die Lunge geschwemmt werden und dort Lungengefäße verschließen (Lungenembolie). Wer Venenbeschwerden nicht ernst nimmt, riskiert also schwerwiegende Komplikationen. 

Anatomie und Funktion

Als Venen werden die Blutgefäße bezeichnet, die das Blut aus dem Körper zurück zum Herzen führen, während die auch Schlagadern genannten Arterien das Blut vom Herzen in den Körper verteilen. Rund 85 Prozent unserer gesamten Blutmenge  befinden sich in den Venen - so dienen sie als Blutspeicher. Gleichzeitig nutzt der Körper die Venen zur Regelung der Körpertemperatur: bei Wärme weiten sich die sichtbaren Adern unter der Haut und Wärme kann an die Umgebungsluft abgegeben werden, damit der Körper nicht überhitzt. Bei Kälte ziehen sich die oberflächlichen Venen zusammen, so dass der Körper keine Wärme über die Haut verliert. Der Blutdruck in Venen ist viel niedriger als in den Arterien, deshalb ist die Gefäßwand der Venen auch deutlich schwächer.

Drei Venensysteme an den Beinen

An den Beinen unterscheidet man drei Venensysteme: die tiefen Beinvenen, die oberflächlichen Beinvenen und die Verbindungs- oder Perforansvenen. Direkt unter der Haut liegen die oberflächlichen Beinvenen. Sie sammeln das "verbrauchte" Blut aus dem Gewebe in einem dichten Netzt und leiten es in die Tiefe des Beines weiter. Dafür ziehen in verschiedenen Etagen des Beines Verbindungsvenen durch die feste Muskelhülle bis zu den tiefen Beinvenen. 90 Prozent des Blutes, das von den Füßen zum Herzen zurückfließt, wird über die tiefen Beinvenen geleitet. Die Bewegungen der Beinmuskeln pressen das Blut der tiefen Venen kraftvoll gegen die Schwerkraft nach oben - zurück zum Herzen.

Venenklappen sorgen wie Rückschlagventile dafür, dass das Blut in die richtige Richtung fließt und trotz der Schwerkraft nicht in den Beinen "versackt": Normalerweise fließt es also immer von den oberflächlichen über die Perforansvenen in die tiefen Beinvenen und weiter zum Herzen. Die Ventilfunktion der Venenklappen wird durch die Beinmuskulatur unterstützt: Bei angespannten Muskeln drücken die Muskelbäuche auf die tiefen Beinvenen und pressen so das Blut zum Herzen zurück. Man spricht daher auch von der "Muskelpumpe".

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Visite | 10.01.2017 | 20:15 Uhr

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