Stand: 29.05.2017 13:02 Uhr  | Archiv

Wann ist eine Nasen-OP sinnvoll?

Die Ursache für Erkrankungen wie chronischer Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung und schweres Atmen liegt oft im Innern der Nase. Werden die Nebenhöhlen nicht richtig belüftet, kann es es zu ständigen Entzündungen kommen. Ist die Nasenscheidewand schief, kann eine eingeschränkte Atmung die Folge sein. In einigen Fällen ist dann eine Operation sinnvoll.

So entsteht eine chronische Sinusitis

Nase reinigt und erwärmt die Atemluft

Jeden Tag strömen bis zu 15.000 Liter Atemluft an der stark durchbluteten Nasenschleimhaut vorbei.

  • Beim Einatmen erwärmt die Nase die Atemluft auf dem Weg zum Rachen nahezu auf Körpertemperatur, feuchtet sie an und bereitet sie somit optimal für die Lungen vor. Flimmerhärchen befreien die Luft von Staubpartikeln.
  • Beim Ausatmen entzieht die Nase der Atemluft Wärme und Feuchte und sorgt dadurch für die Klimatisierung des Körpers.

Symptome einer Nebenhöhlenentzündung

Symptome einer entzündeten Nasennebenhöhle (Sinusitis) sind Schnupfen, verstopfte Nase, Kopfschmerzen und ein heftiger Druck auf Stirn und Wangen, vor allem beim Vornüberbeugen. Etwa jeder siebte Deutsche leidet mindestens einmal im Jahr an einer Sinusitis. Meist handelt es sich um eine akute, also vorübergehende Form. Treten die Beschwerden häufiger als viermal im Jahr auf oder halten sie länger als zwei Monate an, ist das ein Hinweis auf eine chronische Sinusitis. Diese kann auf Dauer zu Asthma, Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Wer wegen einer chronischen Sinusitis mindestens viermal pro Jahr Antibiotika nehmen muss, sollte auf jeden Fall beim Facharzt die genaue Ursache abklären lassen In einigen Fällen kann eine Operation sinnvoll sein.

Weitere Informationen

Chat-Protokoll zum Thema Nasen-OP

Eine schlecht belüftete Nase kann zu dauerhaften Beschwerden führen. Dr. Sylvia Brockhaus hat im Visite Chat Fragen zum Thema beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen. mehr

Operationen bei chronischer Sinusitis

Ursache einer chronischen Sinusitis sind meist Engstellen, die zu einem permanenten Sekretstau in den verschachtelten, knöchernen Hohlräumen der Nasennebenhöhlen führen. Sie bilden einen optimalen Nährboden für Bakterien und führen zu anhaltenden Entzündungen. Besonders häufig ist das Siebbein betroffen, ein luftgefüllter Knochen zwischen Nase und Augen. Das Siebbein bildet das Zentrum eines komplizierten Labyrinths, über das die Nase belüftet wird und Sekret abfließt.

Sind Höhlen oder Gänge chronisch verstopft, kann ein operativer Eingriff wieder Luft schaffen. Werden dabei jedoch wichtige Knochenstrukturen entfernt, können die entstehenden Hohlräume nach der Operation in sich zusammensacken. Das Siebbein kann schrumpfen und vernarben, sodass sich die Verbindung zwischen Nasennebenhöhlen und Nase wieder verschließt. Deshalb ist die Operation häufig nicht dauerhaft erfolgreich.

Biostatische Operation am Siebbein

Eine sanftere Operation bei chronischer Sinusitis ist die sogenannte Biostatische Chirurgie des Siebbeins. Vor der OP untersucht der Arzt mit einem Endoskop das Innere der Nase, um Schwellung und Vereiterung beurteilen zu können. Mit Riechtests und Strömungsmessungen wird der Luftstrom durch die Nase geprüft. Eine Computertomografie zeigt den Aufbau der Nasennebenhöhle. Bei der Operation werden nur die kranke Schleimhaut und verengte Knochenwände entfernt, während tragende Knochen erhalten bleiben. Mit speziell gebogenen Instrumenten lässt sich auch eine verstopfte Stirnhöhle endoskopisch operieren. Sind alle Höhlen wieder offen, können Eiter und Sekret abfließen. Die Luft strömt frei durch das gesamte System.

Riskante OP an der Nasenscheidewand

Wenn durch eine schlecht belüftete Nase der Schleim schlecht abfließt, müssen Ärzte zunächst die Ursache ermitteln - zum Beispiel Engstellen, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder verdickte Nasenmuscheln. Von der Ursache hängt ab, ob eine Operation die Beschwerden beseitigen kann und welche Methode geeignet ist. Laut einer Langzeitstudie haben nur 68 Prozent der Patienten nach einer OP tatsächlich eine verbesserte Nasenatmung. Deshalb warnen viele Experten inzwischen vor voreiligen und unnötig großen Eingriffen. Beispielsweise sind Operationen an der Nasenscheidewand mit erheblichen Risiken wie Blutungen, dauerhaft trockenen Schleimhäuten, Schmerzen durch Vernarbungen und irreparablen Schleimhautverletzungen verbunden.

Radiofrequenztherapie gegen verdickte Nasenmuscheln

Auch verdickte Nasenmuscheln können die Belüftung der Nase stören. Ursachen für die Verdickung sind vor allem Allergien, hormonelle Umstellungen und der ständige Gebrauch von abschwellendem Nasenspray. Um die Nasenmuscheln zu verkleinern, eignet sich zum Beispiel die Radiofrequenztherapie - ein kleiner ambulanter Eingriff ohne Blutungen und Tamponaden und mit geringeren Schmerzen. Dabei wird unter lokaler Betäubung oder unter einer kurzen Vollnarkose eine Sonde mit einer Elektrode in die Nase eingeführt. Durch die Elektrode fließt Strom mit einer speziellen Frequenz, der das überschüssige Gewebe verödet und dadurch dauerhaft für eine bessere Belüftung sorgt.

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Interviewpartner

Interviewpartnerin im Studio:
Dr. Sylvia Brockhaus, Fachärztin für Hals,- Nasen- und Ohrenheilkunde, Allergologie
HNO-Praxis Falkenried
Straßenbahnring 3, 20251 Hamburg
Tel. (040) 89 72-13 31, Fax (040) 89 72-13 32
Internet: www.hno-falkenried.de

Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Hans Behrbohm
Chefarzt Abt. Hals-Nasen-Ohrenheilkunde - Plastische Operationen
Park-Klinik Weißensee
Schönstraße 80, 13086 Berlin
Internet: www.park-klinik.com

Weitere Informationen:
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V.
Haart 221, 24539 Neumünster
Internet: www.hno-aerzte-im-netz.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 30.05.2017 | 20:25 Uhr

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