Sendedatum: 12.02.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Vitamin D: Knochenvitamin gut gegen Infekte

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Vitamin-D-Mangel scheint eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Infektionen zu spielen.

Vitamine der D-Gruppe sind für die Regulation des Kalzium- und Phosphathaushaltes und damit unter anderem für die Stabilität der Knochen verantwortlich. Die beiden wichtigsten D-Vitamine sind das pflanzliche Vitamin D2 und das tierische Vitamin D3. Mithilfe von UV-Strahlung stellt der Körper die Vitamine in der Haut selbst her, sodass sie im engeren Sinne nicht als Vitamine, sondern eigentlich als Hormone bezeichnet werden müssten.

Ein Mangel an Vitamin D kann zu Knochenschwund und schmerzhaften Knochenbrüchen führen. Neueste Studien weisen darauf hin, dass die Gefahr für die Gesundheit weit größer ist, als bisher angenommen: Denn der Vitamin-D-Mangel scheint auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Infektionen zu spielen.

Vitamin D beeinflusst wohl Killerzellen des Immunsystems

Experten gehen davon aus, dass Vitamin D die Funktion und Aktivität der T-Lymphozyten entscheidend beeinflusst. T-Lymphozyten sind die Killerzellen des Immunsystems. Das Vitamin D scheint dafür verantwortlich zu sein, dass diese Zellen aktiviert und zur Teilung angeregt werden, sodass die Immunabwehr gesteigert wird. Dabei bilden die Killerzellen nach dem Kontakt mit einem Krankheitserreger "Vitamin-D-Erkennungsproteine" an der Zelloberfläche. Durch den Kontakt mit dem Vitamin kommt es dann zu einer starken  Vermehrung der Killerzelle, die sich gegen den Krankheitserreger wendet. 

Fehlt das Vitamin, bleibt die Aktivierungsreaktion aus. Die Immunabwehr ist geschwächt. Das erscheint gerade in der Zeit von Schnupfen, Husten und Grippeerkrankungen nicht unwesentlich. Studien haben herausgefunden, dass das Risiko an einer Erkältungskrankheiten zu erkranken, bei einem Mangel an Vitamin D um 40 Prozent steigt.

Sonneneinstrahlung beeinflusst Bildung von Vitamin D

Bei einem Tagesbedarf von fünf Mikrogramm kann ein gesunder Erwachsener bis zu 90 Prozent des Bedarfs bei ausreichender Sonneneinstrahlung durch Eigensynthese decken. Dazu reicht eine tägliche Sonnendosis von Gesicht und Händen für etwa 30 bis 60 Minuten. Die Zufuhr durch Nahrungsmittel (Hering, Makrele, Fischleberöl, Fleisch, Eigelb, Milchprodukte und Avocado) spielt mit einem Anteil von etwa zehn Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Im Winter reicht die Vitamin-D-Versorgung durch Sonneneinstrahlung und Ernährung oft nicht aus.

In Deutschland leiden rund 60 Prozent der Bevölkerung an einem Mangel an Vitamin D, das heißt ihre Vitamin D-Konzentration im Blut liegt unter 30 Nanogramm pro Milliliter. Die aktuellen Empfehlungen für die tägliche Vitamin D-Dosis liegen bei 200 bis 400 Einheiten. Tatsächlich liegt der Bedarf mit etwa 2.000 bis 4.000 Einheiten Vitamin D deutlich höher.

Rücksprache mit dem Hausarzt wichtig

Dennoch sollte die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt und nach Bestimmung des Vitaminspiegels im Blut  erfolgen. Denn eine Überdosierung kann zu Kalziumablagerungen in Herz, Lunge, Nieren und Gefäßen führen. Präparate, die zum Beispiel in Drogerien oder Lebensmittelläden angeboten werden, haben 200 Einheiten. Hochdosierte Präparate gibt es nur in Apotheken. Bei Kalziumstoffwechselstörungen oder Nebenschilddrüsenerkrankungen sollte von einer Verabreichung von zusätzlichem Vitamin D abgesehen werden.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Michael Amling
Leiter des Zentrums für Klinische Osteologie und Biomechanik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 63 62
Fax (040) 741 05 58 25

Dr. Peter Otte
Facharzt für Innere Medizin
Tauroggener Straße 14, Aufgang 2
10589 Berlin
Tel. (030) 344 29 30

Dieses Thema im Programm:

Visite | 12.02.2013 | 20:15 Uhr

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