Stand: 08.10.2018 10:29 Uhr

Viel Zucker: Fruchtjoghurts meist ungesund

Bild vergrößern
Fruchtjoghurt sieht lecker aus, kann aber das Risiko für Krankheiten wie Diabetes und Fettleber erhöhen.

Eine Joghurt mit Früchten gilt als leichte, gesunde Mahlzeit. Doch laut einer aktuellen Studie unterschätzen viele den hohen Zuckergehalt von Fruchtjoghurt aus dem Kühlregal: Ein Erdbeerjoghurt mit einem Gewicht von 250 Gramm enthalten im Durchschnitt elf Würfel Zucker und zählt damit als Süßigkeit. Ein Zuckerwürfel wiegt durchschnittlich rund drei Gramm. Die Weltgesundheitorganisation WHO empfiehlt, dass Erwachsene pro Tag maximal 25 Gramm Zucker zu sich nehmen - sprich mit einem 250-Gramm-Erdbeerjoghurt ist das tägliche Zuckerbudget bereits aufgebraucht.

Zuckerwürfel vor Joghurtbecher

Viel Zucker: Fruchtjoghurts meist ungesund

Visite -

Fruchtjoghurt kann viel Zucker enthalten - und dadurch das Risiko für Krankheiten wie Diabetes und Fettleber erhöhen. So erkennen Sie versteckten Zucker im Joghurt.

5 bei 12 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Fruchtzucker erhöht Risiko für Krankheiten

Auf der Verpackung von Fruchtjoghurt werben einige Hersteller dafür, dass ihr Produkt "ohne Zusatz von Kristallzucker" oder "ohne Zuckerzusatz" hergestellt wird. Doch stattdessen wird häufig Fruchtzucker (Fruktose) verwendet. Viele halten Fruchtzucker für gesünder als herkömmlichen Haushaltszucker und andere Zuckerarten. Doch Fruchtzucker verursacht schneller Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Fruchtzucker ist deutlich süßer, regt den Appetit auf Süßes zusätzlich an und macht weniger satt. Der Körper speichert Fruchtzucker nicht wie normalen Zucker. Die Fruktosemoleküle gelangen vom Dünndarm direkt in die Leber, steigern dort die Fetteinlagerung und fördern Entzündungen. Je mehr Fruchtzucker man zu sich nimmt, umso größer ist das Risiko einer Fettleber.

Versteckter Zucker: Auf Kennzeichnung achten

Wer auf Zucker verzichten möchte, sollte sich die Zutatenliste von Produkten wie Fruchtjoghurt und anderen Lebensmitteln genau anschauen. Oft verbirgt sich Zucker hinter anderen Begriffen.

Maßnahmen gegen hohen Zuckergehalt

Damit Verbraucher den Zuckergehalt von Lebensmitteln auf einen Blick erkennen können, fordern Verbraucherschützer

  • eine gesetzlich vorgeschriebene Ampelkennzeichnung
  • eine Regulierung von Werbung für stark zuckerhaltige Produkte, die Kinder anspricht
  • eine Zuckersteuer

Nach dem Willen der EU sollen die Hersteller von Fruchtjoghurt die Rezepturen so verändern, dass die Produkte weniger Zucker enthalten.

Fruchtjoghurt selbst zubereiten

Wer Fruchtjoghurt mit wenig Zucker genießen möchten, sollte ihn aus Naturjoghurt und Obst der Saison selbst zubereiten. Der Geschmack ist weniger süß als bei industriell hergestellten Produkten, doch daran gewöhnt man sich schnell. Nicht mehr als einen selbst gemachten Fruchtjoghurt pro Tag essen, denn auch frisches Obst enthält Fruktose.                                               

Weitere Informationen

Joghurt als Medizin: Darmflora unterstützen

Nach einer Antibiotika-Therapie leiden viele Menschen an heftigen Durchfällen. Probiotischer Joghurt kann die gefürchtete Nebenwirkung oft verhindern. mehr

Erdbeerjoghurt: Aroma-Zusatz und viel Zucker

Erdbeerjoghurt enthält oft zugesetzte Aromen und wenig Erdbeeren, dafür jedoch viel Zucker. In einer Stichprobe von Markt kommt nur ein Joghurt ohne Aromastoffe aus. mehr

Zuckerfasten senkt Risiko für Diabetes

Zuckerfasten kann das Risiko für Diabetes senken. Doch viele Lebensmittel enthalten versteckte Zuckerstoffe. Worauf sollte man beim Verzicht auf Zucker achten? mehr

Zucker: Sind die Alternativen gesünder?

Zucker liefert schnell Energie fürs Gehirn und kann bittere Medizin versüßen. Doch der Stoff hat als Lebensmittel einen schlechten Ruf. Gibt es gesunde Alternativen? mehr

Isoglukose: Zuckersirup verursacht Diabetes

Die EU hat Isoglukose zum Süßen von Lebensmitteln zugelassen. Der Zuckersirup enthält bis zu 90 Prozent Fruchtzucker und kann zu Übergewicht, Diabetes und Fettleber führen. mehr

Experten zum Thema

Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich, Pharmakologe
Institut für Ernährungsmedizin
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
(0451) 31 01-84 01
www.ernaehrungsmedizin.blog

Prof. Dr. Jens Aberle, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie, Diabetologie, Ärztlicher Leiter
Ambulanzzentrum des UKE GmbH, Fachbereich Endokrinologie, Diabetologie, Adipositas und Lipide
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
(040) 74 10-500 85
www.uke.de

Prof. Dr. Andreas Pfeiffer, Endokrinologe
Leiter der Abteilung Klinische Ernährung
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116, 14558 Nuthetal
www.dife.de

Armin Valet, Referent für Öffentlichkeitsarbeit - Abteilung Lebensmittel und Ernährung
Verbraucherzentrale Hamburg e. V.
Kirchenallee 22, 20099 Hamburg
(040) 248 32-0
www.vzhh.de

Priv.-Doz. Dr. Viola Andresen, MSc, Leitung Ernährungsteam
Israelitisches Krankenhaus
Orchideenstieg 14, 22297 Hamburg
www.ik-h.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 09.10.2018 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

04:05
NDR Info
10:14
Mein Nachmittag

Rinderfilet mit geröstetem Rosenkohl

12.12.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
07:24
Mein Nachmittag

Neue Kissen aus alten Shirts nähen

12.12.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag