Stand: 23.02.2010 20:00 Uhr  | Archiv

Venenleiden: Kompressionstherapie

Je nach Schweregrad der Erkrankung werden Strümpfe verschiedener Kompressionsklassen angewendet.

Der Druck des Kompressionsstrumpfes verengt den Venendurchmesser, die Venenklappen können wieder schließen, die Fließgeschwindigkeit des Blutes nimmt zu, die Thrombosegefahr sinkt. Außerdem kann durch den Druck von außen keine Flüssigkeit mehr aus den Gefäßen ins Gewebe austreten - Ödeme und offene Beine werden vermieden. Je nach Schweregrad der Erkrankung werden Strümpfe verschiedener Kompressionsklassen angewendet. Sie unterscheiden sich in der Festigkeit des Materials und damit auch im auf die Venen ausgeübten Druck:

Welche Unterschiede gibt es?

Bei Schwere und Müdigkeit in den Beinen, leichter Krampfaderbildung oder beginnendem Krampfaderleiden in der Schwangerschaft werden Kompressionsstrümpfe der Klasse I verwendet. Klasse II wird bei stärkeren Beschwerden, ausgeprägten Krampfadern, leichten Schwellungen, nach oberflächlichen Venenentzündungen, Verödungsbehandlungen oder Operationen eingesetzt, Klasse III bei chronischer Venenschwäche, Hautveränderungen, nach einer Thrombose oder einem Unterschenkelgeschwür. Liegt ein schwereres Krankheitsbild oder ein Lymphödem vor, kommen Strümpfe der Klasse IV zum Einsatz.

Wann werden Kompressionsstrümpfe nicht verwendet?

Nicht verwendet werden dürfen Kompressionsstrümpfe bei einer arteriellen Durchblutungsstörung, schweren Herzproblemen, nässenden Hautkrankheiten oder Störungen der Nervenfunktion in Armen und Beinen. Bei Gelenkrheuma muss der Arzt entscheiden, ob die Kompressionstherapie möglich und sinnvoll ist. Die Strümpfe werden vom behandelnden Arzt verschrieben und sind im Sanitätsfachhandel, in Fachkliniken und manchen Facharztpraxen erhältlich. Hier werden zunächst die Beine exakt vermessen, dann sucht das geschulte Personal die passende Größe aus. Nach einer Venenoperation, bei ungewöhnlichen Körpermaßen oder ungewöhnlicher Beinform sowie bei einer besonderen benötigten Druckverteilung werden auch maßgefertigte medizinische Kompressionsstrümpfe eingesetzt.

Die Krankenkassen übernehmen den größten Teil der Kosten für zwei Paar Kompressionsstrümpfe pro Jahr, in ärztlich begründeten Sonderfällen auch für vier Paar. In der Regel halten Kompressionsstrümpfe etwa sechs Monate, wenn sie regelmäßig getragen werden. Danach lassen ihre Festigkeit und Wirksamkeit nach und sie sollten ersetzt werden.

Gesunde können vorbeugen

In besonders belastenden Situationen, zum Beispiel auf Langstreckenflügen oder bei langen stehenden Tätigkeiten, empfehlen Experten auch gesunden Menschen das Tragen klinisch getesteter Kompressionsstrümpfe. Sie sind inzwischen auch in modischen Farben und Designs erhältlich, entlasten die Beinvenen sehr effektiv und beugen so der Entwicklung von Venenleiden vor.

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Visite | 10.01.2017 | 20:15 Uhr

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