Stand: 04.04.2018 13:56 Uhr  | Archiv

Unsere Zähne: Wunderwerk des Körpers

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Wer schöne und gesunde Zähne haben möchte, muss sein Gebiss regelmäßig pflegen.

Unsere Zähne sind ein wahres Wunderwerk des Körpers und sie halten eine Menge aus. Im Gegensatz zu Porzellan zerbrechen sie nur unter extremen Bedingungen. Wie sind Zähne aufgebaut? Seit wann gibt es Karies und wie pflegen wir unsere Zähne optimal?

Woraus bestehen Zähne?

Zähne bestehen aus der Zahnkrone, dem Zahnhals und einer oder mehrerer Wurzeln, die im Kieferknochen stecken. Die Krone ist der sichtbare Teil des Zahns, der von Zahnschmelz umgeben ist. Zahnschmelz ist das härteste Material, das der Körper herstellt. Die Struktur von Zahnschmelz ist sehr komplex. Sie besteht aus unzähligen dünnen Fasern, die Kalzium und Phosphor beinhalten. Darunter liegt das Zahnbein (Dentin), das hauptsächlich aus Kalzium besteht. Es ist von winzigen Nervenfasern durchzogen, die Reize wahrnehmen und ans Zahnmark (Pulpa) übermitteln. Das Zahnmark wiederum liegt im Innerern des Zahns, versorgt ihn mit Nährstoffen und leitet Reize an das zentrale Nervensystem weiter.

Wie viele Zähne haben wir?

Das vollständige Milchgebiss eines Kindes besteht aus 20 Zähnen. Das Gebiss eines Erwachsenen umfasst inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne. Ihre Funktion ist es vor allem, Nahrung zu zerkleinern. Sie spielen aber auch eine entscheidende Rolle bei der Lautbildung beim Sprechen. Das menschliche Gebiss ist das eines Allesfressers. Die Schneidezähne dienen dem Abbeißen und Zerteilen der Nahrung, die Eckzähne können das Essen besonders gut abreißen und unsere Backenzähne zerkleinern und zermahlen die Nahrung.

Was ist Karies?

Bei Karies handelt es sich um eine Zahnkrankheit, die oft schon bei Kindern vorkommt. Dabei siedeln sich Bakterien auf Zahnbelag (Plaque) an, nehmen Zucker aus der Nahrung auf und wandeln ihn in Säure um, die den Zahnschmelz angreift. Es entsteht eine Karies, die auch auf das Zahnbein übergreifen kann und den Zahn zunehmend zerstört.

Seit wann gibt es Karies?

In der Altsteinzeit bestand die Nahrung der Menschen aus relativ wenig Zucker und Stärke, sodass die Menschen noch kaum Kariesprobleme hatten - bis ein harmloses Bakterium zu einer aggressiven Form mutierte. Mit einer veränderten Ernährungsweise nahmen auch die Kariesprobleme zu. In der Jungsteinzeit entwickelten sich der Getreideanbau und damit die Herstellung von Brot und Kuchen. Diese enthielten mehr Stärke und Zucker - die perfekte Grundlage für Karies. Im Mittelalter verschärfte sich die Situation durch eine teilweise einseitige Ernährung aus stärkehaltigen Speisen. Die besten Bedingungen findet Karies seit dem vermehrten Gebrauch von Zucker. Heute gehört Karies zu den am weit verbreitetesten Infektionskrankheiten und ist der größte Feind des Zahnschmelzes.

Was ist Parodontitis?

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnbetts, die von Bakterien verursacht wird. Säuren und Giftstoffe aus den Bakterien können eine fortschreitende Zahnfleischentzündung auslösen, bis hin zur Entzündung des gesamten Zahnbettes mit einem im Röntgenbild sichtbaren Knochenabbau um den Zahn. Bei einer Parodontitis bilden sich tiefe Taschen am Zahnfleischrand, in denen Nahrungsreste hängen bleiben. Bakterien können sich in den Taschen optimal vermehren. Eine Parodontitis gefährdet nicht nur Zahnfleisch und Zähne, sie gilt auch als Risikofaktor für Herzerkrankungen, Rheuma und Diabetes.

Wie oft sollte ich meine Zähne putzen?

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Zahnärzte empfehlen, mindestens zweimal täglich die Zähne zu putzen und außerdem die Zahnzwischenräume gründlich zu reinigen.

Zahnärzte raten dazu, mindestens zweimal pro Tag die Zähne zu putzen und zusätzlich die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide zu reinigen. Viele Zahnärzte empfehlen zudem, zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen. Diese wird zwar nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet, befreit die Zähne aber gründlich von Belägen. Die Qualität und Effektivität von Zahnbürsten und Zahnpasten hat sich im Laufe der Jahre deutlich gesteigert. Trotzdem gibt es noch eine Reihe an Zahnputzmuffeln - und die sind vor allem männlich. 25 Prozent aller Männer lassen das tägliche Putzen regelmäßig ganz ausfallen.

Wie wirken Zahnpflege-Kaugummis?

Zuckerfreie Zahnpflege-Kaugummis ersetzen das Zähneputzen nicht, sie können aber eine Ergänzung sein - und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Kaugummi-Kauen regt den Speichelfluss an, der die schädigende Säure im Mund neutralisiert. Speichel kann sogar den Zahnschmelz reparieren, weil er Kalzium enthält. Außerdem löst der Kaugummi Speisereste von den Zähnen und entzieht den Bakterien einen großen Teil ihres Nahrungsnachschubs. Bei Kaugummis mit dem Süßstoff Xylit kommt noch ein dritter Effekt hinzu: Xylit hemmt das Wachstum der Kariesbakterien.

Wie sieht eine zahngesunde Ernährung aus?

Schlecht für die Zähne sind vor allem zuckerhaltige und sehr klebrige Lebensmittel. Auch säurehaltige Früchte und Getränke sind ungünstig, weil die Säure den Zahnschmelz angreift. Wer seinen Zähne etwas Gutes tun will, sollte möglichst oft naturbelassene Lebensmittel wie Vollkornbrot, rohes Gemüse und auch Obst essen. Kräftiges Kauen regt den Speichelfluss an und hilft dem Gebiss, sich selbst zu reinigen. Milchprodukte enthalten Kalzium, das die Zähne stärkt und der Demineralisation entgegenwirkt. Als besonders zahnfreundlich gilt Käse, denn das darin enthaltende Fett legt sich wie ein dünner Film über die Zähne und schützt sie so vor einem Säureangriff. Zahngesunde Getränke sind Wasser und ungesüßter Tee.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 06.04.2018 | 16:20 Uhr

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